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Rechtsanwaltxxx
Rechtsanwaltxxx,
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 112
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Rechtsanwaltxxx ist jetzt online.

Mit meiner verstorbenen Ehefrau habe ich ein gemeinsames Testament

Kundenfrage

Mit meiner verstorbenen Ehefrau habe ich ein gemeinsames Testament errichtet:
1. In dem Testament setzen wir uns gegenseitig als Erben ein.
2. Der Sohn meiner verstorbenen Ehefrau soll, wenn er seinen Pflichtteil beim Tod sei-ner Mutter nicht fordert (und er hat ihn nicht gefordert), bei meinem Tod aus meinem Nachlass 25 % von dem Guthaben bei Banken als Vermächtnis erhalten.

Ich sehe nicht ein, dass von jedem Euro, der seit dem Tod meiner Ehefrau auf meinem Konto eingeht, der Sohn meiner verstorbenen Ehefrau nach meinem Tod 25 Prozent bekommen soll.
Ich möchte das gemeinsame Testament anfechten, aber logischerweise nur den mein eigenes Vermögen betreffenden Teil, also nicht das von meiner verstorbenen Ehefrau ererbte. Demzufolge müsste ich – wenn meiner Anfechtung stattgegeben wird – ihm den beim Tod seiner Mutter stehenden Pflichtteil auszahlen.
Ist das so machbar?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Rechtsanwaltxxx hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtung der angegebenen Informationen möchte ich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Das gemeinschaftliche Testament kann zu Lebzeiten beider Ehegatten auch einseitig von ihnen widerrufen werden, allerdings nicht heimlich, sondern gem. §§ 2271 Abs. 1, 2296 BGB nur durch Zustellung einer Ausfertigung. Diese Erklärung musszwingend notariell beurkundendt werden.

Nach dem Tod einer der Ehegatten tritt wie bei einem Erbvertrag eine Bindungswirkung hinsichtlich der wechselseitigen Verfügungen ein. Nach ihren Angaben spricht einiges dafür, dass es sich bei dem Vermächtis zugunsten des Sohnes Ihrer verstorbenen Ehefrau um eine solche wechselseitige Verfügung im Sinne des § 2270 BGB handelt:

"Ein solches Verhältnis der Verfügungen zueinander ist im Zweifel anzunehmen, wenn sich die Ehegatten gegenseitig bedenken oder wenn dem einen Ehegatten von dem anderen eine Zuwendung gemacht und für den Fall des Überlebens des Bedachten eine Verfügung zugunsten einer Person getroffen wird, die mit dem anderen Ehegatten verwandt ist oder ihm sonst nahe steht."


Nach Versterben eines Ehegatten regelt § 2271 BGB:

"(2) Das Recht zum Widerruf erlischt mit dem Tode des anderen Ehegatten; der Überlebende kann jedoch seine Verfügung aufheben, wenn er das ihm Zugewendete ausschlägt. Auch nach der Annahme der Zuwendung ist der Überlebende zur Aufhebung nach Maßgabe des § 2294 und des § 2336 berechtigt."


Ich gehe davon aus, dass Sie das Erbe Ihrer Frau nicht ausgeschlagen haben. Damit ist es unwahrscheinlich, dass Ihnen ein Widerrufsrecht zusteht. Sie sind damit vermutlich an das gemeinschaftliche Testament gebunden.

Da es sich um eine sehr komplexe Rechtsfrage handelt, sollten Sie - insbesondere, wenn es um viel Geld geht - einen Rechtsanwalt vor Ort aufsuchen und ihm das Testament sowei alle weiteren Unterlagen zur Prüfung vorlegen. Dies ist im Rahmen des Portals nicht möglich.
Experte:  Rechtsanwaltxxx hat geantwortet vor 6 Jahren.
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