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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16948
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

gerichtliche aufl sung einer erbengemeinschaft

Kundenfrage

gerichtliche auflösung einer erbengemeinschaft
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Nach § 2042 Absatz 1 BGB kann jeder Miterbe jederzeit die Auseinandersetzung verlangen.

Hier kommt zutreffend eine Teilungsversteigerung nach § 180 ZVG in Betracht, wenn vom Erblasser keine anderweitige Anordnung getroffen wurde, die dieser entgegensteht. Dies wäre gesondert zu prüfen.

Hier muss dann ein an der Gemeinschaft Beteiligter die Versteigerung beantragen. Keine Rolle spielt dabei die Anteilsgröße. Es ist auch nicht notwendig, dass die anderen Beteiligten der Gemeinschaft zustimmen. Anwaltszwang besteht nicht. Allerdings ist im Hinblick auf die bestehenden Risiken die Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes regelmäßig zu empfehlen.

Sie können als Mitglied der Erbengemeinschaft also einen solchen Antrag auf Teilungsversteigerung stellen.

Der Antrag muss die genaue Bezeichnung des Grundstücks sowie die Anschriften der übrigen Miterben enthalten, §§ 180 Absatz 1, 16 ZVG. Sowohl der Antragsteller als auch die Antragsgegner, also die Miterben, müssen im Grundbuch eingetragen sein, §§ 181 Absatz 2 ZVG, 17 Abs. 1 ZVG. Allerdings genügt es auch, wenn Antragssteller oder Antragsgegner Erbe der eingetragenen Eigentümer sind, sofern dies glaubhaft gemacht werden kann oder dies für das Gericht offenkundig ist.

Ob hier eine solche Teilungsversteigerung Sinn macht – also Erfolg hat –, hängt davon ab, ob die materiell-rechtlichen Voraussetzungen zur Aufhebung der Gemeinschaft vorliegen. Dies prüft der Rechtspfleger, der Ihren Antrag auf Teilungsversteigerung zur Bearbeitung bekommt.

Allerdings können sich die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft auch gegen die Teilungsversteigerung wehren. Hier kann z.B. die Auflösung der Erbengemeinschaft testamentarisch ausgeschlossen sein. Dies wäre gesondert zu prüfen. Dann können die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft Klage nach § 771 ZPO erheben.

Die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft können die Versteigerung hinauszögern. Dies mit einem Antrag auf einstweilige Einstellung des Verfahrens. Die Teilungsversteigerung kann dann aufgeschoben werden, wenn der Antrag innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist gestellt wird. Ein Aufschub kann gewährt werden, wenn die Versteigerung zur Unzeit erfolgt. Das heißt, wenn z.B. eine Wertsteigerung des Grundstücks unmittelbar bevorsteht. Das Verfahren könnte dann für maximal 6 Monate ausgesetzt werden.

Weiterhin kann Vollstreckungsschutz beantragt werden.

Wenn der Antrag Erfolg hat und die Grundstücke erfolgreich versteigert werden, besteht die (Erben-)Gemeinschaft an dem Erlös der Versteigerung fort. Dann müssen Sie sich mit dem Geld auseinandersetzen. Solange hierüber aber nicht Uneinigkeit besteht, wird das Geld hinterlegt.

Regelmäßig zeigt die parktische Erfahrung, dass der Streit um das Erbe nach der Teilungsversteigerung weitergeht. Dieser Erlös aus der Versteigerung muss noch verteilt werden. Mit dem Zuschlag das Verfahren ist noch längst nicht alles gelaufen. Die Gemeinschaft muss noch das sogenannte Verteilungsverfahren abwarten. Und die Verteilung des Erlöses verlangt die übereinstimmende Erklärung der Miteigentümer, die man sich bei einer zerstrittenen Erbengemeinschaft schlecht vorstellen kann.
Die Teilungsversteigerung wird durchgeführt, um die Gemeinschaft an einem Grundstück zu beenden. Hier kann insbesondere die Erbengemeinschaft durch die Teilungsversteigerung beendet werden. Das Grundstück wird durch die Teilungsversteigerung in Geld umgewandelt. Dann setzt sich jedoch die Gemeinschaft an dem Geld fort.

Hier kann nur das Grundstück (gegebenenfalls samt Haus) im Rahmen der Teilungsversteigerung versteigert werden. Das Haus allein kann nicht im Rahmen der Teilungsversteigerung versteigert werden. Die Teilungsversteigerung zielt nur auf die Versteigerung von Grundstücken ab.


Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und darf Sie bitten, meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten.

Durch die Akzeptierung wird meine Tätigkeit Ihnen gegenüber bezahlt. Dies ist insbesondere unter Berücksichtigung berufsrechtlicher Aspekte erforderlich, da eine kostenlose Rechtsberatung in Deutschland nicht erlaubt ist.

Ich danke Ihnen vielmals und stehe für Rückfragen und eine weitergehende Beauftragung natürlich jederzeit gern zur Verfügung.


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