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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16811
Erfahrung:  Fachanwalt f. Familienrecht
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Wir sind in der Familie 3 S hne. Jetzt erfahre ich, da in

Kundenfrage

Wir sind in der Familie 3 Söhne. Jetzt erfahre ich, daß in den letzten 15 Jahren die beiden Brüder von meiner Mutter mehrfach Beträge von 15.000€ 17500€ ... insgesamt über 150.000€ haben geben lassen. Schriftlich gibt es da nur wenig. Meine Frage: Muß ich das so hinnehmen oder gibt es irgend eine Möglichkeit auch davon berückksichtigt zu werden?= sprich: zuwenigst auch ein biserl zu bekommen?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Leider besteht kein Anspruch darauf, dass alle Geschwister gleichbehandelt werden. Da Ihre Mutter nun zwischenzeitlich unter Betreuung steht, dürfte es auch schwierig sein, hier noch zu Zahlungen zu bewegen.

Sie können insofern nur noch "hoffen", dass eine angemessene Ausgleichung über die Erbauseinandersetzung möglich ist.

Nach § 2525 BGB kann der Pflichtteilsberechtigte als Ergänzung des Erbteils den Betrag verlangen, um den sich der Erbteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlass hinzugerechnet wird.

Da die Schenkung allerdings bis zu 15 Jahre her sind, würde § 2325 Abs. 3 BGB greifen, wonach Schenkungen, die länger als 10 Jahre vor dem Ableben zurückliegen, wertmäßig nicht mehr zu Buche schlagen und die übrigen nur anteilig, je nach Zeitpunkt der Zuwendung.

Darüber hinaus wäre noch die Einschlägigkeit des § 2050 BGB zu prüfen.

Abkömmlinge, die als gesetzliche Erben zur Erbfolge gelangen, sind verpflichtet, dasjenige, was sie von dem Erblasser bei dessen Lebzeiten als Ausstattung erhalten haben, bei der Auseinandersetzung untereinander zur Ausgleichung zu bringen, soweit nicht der Erblasser bei der Zuwendung ein anderes angeordnet hat."

Die Ausstattung ist in § 1624 BGB geregelt:

"Was einem Kind mit Rücksicht auf seine Verheiratung oder auf die Erlangung einer selbständigen Lebensstellung zur Begründung oder zur Erhaltung der Wirtschaft oder der Lebensstellung von dem Vater oder der Mutter zugewendet wird (Ausstattung), gilt, auch wenn eine Verpflichtung nicht besteht, nur insoweit als Schenkung, als die Ausstattung das den Umständen, insbesondere den Vermögensverhältnissen des Vaters oder der Mutter, entsprechende Maß übersteigt."

Soweit die Zahlungen an die Geschwister als Ausstattungen zu interpretieren wären, bestünde insofern ein Anspruch auf Ausgleichung im Rahmen der Erbauseinandersetzung.

Alles in allem dürfte es ratsam sein, bereits im Vorfeld eine Klärung/Regelung herbeizuführen. Vielleicht ist es noch möglich, dass Ihre Mutter eine entsprechende testamentarischen Regelung trifft oder dass alle Beteiligten einen Erbvertrag schließen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen, sollte etwas unklar geblieben sein, fragen Sie bitte nach.

Bitte vergessen Sie nicht zu akzeptieren. Eine kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland nicht erlaubt und von dieser Plattform nicht beabsichtigt. Danke.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16811
Erfahrung: Fachanwalt f. Familienrecht
Tobias Rösemeier und 2 weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

zunächst: was muß ich denn bezahlen? Bin ich mit Ihrer Antwort einen Vertrag eingegangen, der mich an justanswer bindet? Aber auch danke für die Antwort.

Noch die Frage: Die Brüder haben Geld eingesackt,und sie wollen nichts abgeben. Mutter ist dement und kann nichts mehr testamentarisch verfassen. Einige Zahlungen liegen ja noch innerhalb der letzten 10 Jahre. Was wäre ratsam konkret jetzt zu tun?

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
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Zu Ihrer weiteren Frage. Sichern Sie sich alle Nachweise und Belege über die Schenkungen, damit Sie daraus Ansprüche im Erbfall herleiten können. Soweit möglich, lassen Sie sich von Ihrer Mutter noch erzählen, für was die einzelnen Kinder die Schenkungen erhalten haben, um damit unter Umständen eine Ausstattung herleiten zu können. Dokumentieren Sie dies sorgfältig und lassen Sie es sich von Ihrer Mutter abzeichnen, sollte Sie hierzu noch in der Lage sein.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.
Mfg

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