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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 26190
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, anfang des Jahres ist meine

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
anfang des Jahres ist meine Mutter verstorben, die mit mir in einem Mehrfamilienhaus, das sie mir vor ca. 6 Jahren überschrieben hatte, gelebt hatte.
Ich habe noch 2 Brüder und einen Neffen (Sohn von meinem Verstorbenem Bruder) die alle ihren Pflichtanteil von mir fordern. Der Rechtsanwalt meiner Brüder sagte angeblich, das jedem 25% des Hauswertes zustehen würden.
Ich habe an diesem Haus den Dachboden ausbauen lassen (hier habe ich auch ein Dauerwohnrecht), Fenster, Türen...außerdem habe ich die letzen 5 Jahre meine Mutter versorgt. D.h. Einkaufen, kochen...
Nun meine Frage: Werden die Kosten die ich ins Haus gesteckt, bzw. in die versorgung meiner Mutter, nicht von Pflichtteil abgezogen'?
Steht dem Sohn meines verstorbenen Bruders (ist z. Zt. in Haft wegen Drogenbesitz) der selbe Anteil zu wie meinen beiden anderen Brüdern?
Wie hoch ist der Pflichanteil?
Da ich alleinverdiener bin, habe ich nicht die finanziellen Mittel, meinen Brüdern bzw Neffen auszuzahlen. Müsste ich im extremfall das Haus verkaufen?
Mit freundlichen Grüssen
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Wenn Ihre Mutter Ihnen das Mehrfamilienhaus vor 6 Jahren überschrieben hatte und Sie daher im Grundbuch stehen, steht den Brüdern beziehungsweise dem Neffen 25% des Hauswertes nicht zu.

Wenn Sie mit Überschreiben meinen, dass Sie als testamentarischer Erbe eingesetzt worden sind, dann haben Ihre Brüder und auch der Neffe einen Pflichtteilsanspruch.

Der Pflichtteilsanspruch besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils (Erbfolge wenn kein Testament vorhanden ist). Ausgehend von 4 Brüdern ist der gesetzliche Erbteil 25%, der Pflichtteil beträgt dann die Hälfte, also 12,5%.

Auch der Neffe ist in gleicher Höhe pflichtteilsberechtigt nach § 1924 BGB, als Abkömmling des verstorbenen Bruders. Er repräsentiert als Abkömmling also Ihren Bruder. Allein eine Inhaftierung wegen Drogenbesitz reicht nicht aus, um Ihrem Bruder den Pflichtteil zu entziehen. Um Erbunwürdig zu sein, müssten schon schwere Straftaten gegen den Erblasser (Mordversuch,...) vorliegen.

Die Pflichtteilsberechtigten haben einen Auszahlungsanspruch gegen Sie als Erben. Einen direkten Anspruch auf das Erbe haben sie nicht. Wenn Ihre finanziellen Mittel nicht ausreichen um die Brüder auszuzahlen, so müssen Sie leider das Haus belasten oder verkaufen.

Hinsichtlich der Bewertung des Nachlasses wirkt sich das Dauerwohnrecht natürlich wertmindernd abzuziehen und vermindert den Nachlass und somit auch den Pflichtteil. Ausschlaggebend dabei ist jedoch wann Sie das Wohnrecht erhalten haben (anteiliger Pflichtteilsergänzungsanspruch. Soweit Sie auf das Haus Ihrer Mutter Aufwendungen gemacht haben, steht Ihnen aus dem Nachlass möglicherweise ein Erstattungsanspruch zu. Auch sind Pflegeleistungen grundsätzlich auszugleichen, § 2057a BGB, soweit diese unter Verzicht auf berufliches Einkommen geleistet wurden.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

wurde Ihre Frage beantwortet, wenn ja, so bitte ich Sie meine Antwort zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen


Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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