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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung:  Fachanwalt f. Familienrecht
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Mein Vater ist vor 18 Jahren gestorben, meine Mutter ist 84

Kundenfrage

Mein Vater ist vor 18 Jahren gestorben, meine Mutter ist 84 Jahre alt.Damals habe ich nichts geerbt, weil meine Mutter Alleinerbin war. Wenn meine Mutter jetzt sterben würde, ginge dann das Erbe je zur Hälfte an meine jüngere Schwester und an mich ?
Meine Schwester hat in der Zwischenzeit schon 2 Häuser, ein Grundstück und unser Wochenendhaus in Cuxhaven geschenkt bekommen, ich erhielt bisher noch nichts von meiner Mutter.Diese genannten Schenkungen gehören aber doch auch zur Hällfte mir---oder etwa nicht ? Ich empfinde diese einseitigen Schenkungen (angebl. hat sie alles zum vollen Kaufpreis erstanden....) zu Lebzeiten an meine Schwester als sehr ungerecht, denn die begünstigen ja auch gravierend die nächste Generation, d. h. die beiden Töchter meiner Schwester erben auf diese Weise wesentlich mehr als mein eigener Sohn.Oder habe ich einen Anspruch auf Ausgleich bei der Testamentseröffnung später einmal ? Ich habe doch auf jeden Fall einen Anspruch auf den gesetzl. Pflichtteil---oder ?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

derr Beantwortung Ihrer Frage stelle ich folgendes voran:

Aufgrund berufsrechtlicher Regelungen in Deutschland bin ich gehalten, darauf hinzuweisen, dass eine kostenlose Rechtsberatung nicht erlaubt ist. Sie haben die AGB des Portalbetreibers zur Kenntnis genommen, so dass ich davon ausgehe, dass Sie bereit sind, eine angemessene Vergütung für die untenstehende Beantwortung durch Akzeptieren zu bezahlen. Das vorangestellt möchte ich im weiteren darauf hinweisen, dass es im Rahmen dieses Mediums nur möglich ist, eine mehr oder weniger allgemeingehalte Antwort zu geben, da ich weder Einblick in Unterlagen, noch ein eingehendes Gespräch zur Sachverhaltsaufklärung führen kann. Die untenstehende Antwort dient daher der ersten rechtlichen Orientierung bzw. der Verschaffung eines angemessenen Überblicks über die rechtliche Situation und kann und soll keinesfalls die Einholung rechtlichen Rates vor Ort ersetzen.

Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

Entscheidend für die Frage, welchen Erb- bzw. Pflichtteilsanspruch Sie im Falle des Versterbens Ihrer Mutter inne haben, ist, ob Ihre Mutter ein Testament errichtet hat und wenn ja mit welchem Inhalt.

Nach dem Tod Ihres Vaters vor 18 Jahren lag ein Testament vor, dass Ihre Mutter zur Alleinerbin gemacht hat. Zu diesem Zeitpunkt hätten Sie Ihren Pflichtteil geltend machen können, der die Hälfte des Erbteils betragen hätte. Der Pflichtteilsanspruch verjährt aber leider innerhalb von 3 Jahren, so dass hier keine Rechte mehr hergeleitet werden können.

Durch die Schenkungen an Ihre Schwester verschmälert Ihre Mutter tatsächlich das Erbe. Die Schenkungen an sich können Sie nicht verhindert. Sie haben aber gegenüber Ihrer Schwester, wenn der Erbfall eintritt einen Auskunftsanspruch, ob hier Schenkungen vorliegen oder wie von Ihrer Schwester behauptet, im Wege des Kaufs erworben wurden. Wenn Ihre Schwester die Immobilien von Ihrer Mutter gekauft hat, müsste ja der entsprechende Gegenwert in Geld bei Ihrer Mutter vorhanden sein.

Schenkungen, die Ihre Mutter Ihrer Schwester zuwendet, begründen, wenn Sie innerhalb der letzten 10 Jahre erfolgten, für Sie einen Pflichtteilsergänzungsanspruch. Allerdings wurde das Erbrecht in diesem Jahr reformiert, so dass sich der Wert der Schenkung für die Berechnung des Pflichtteilsergänzungsanspruches pro Jahr um 10 % senkt. Das bedeutet, wenn zum Zeitpunkt des Erbfalls 5 Jahre seit der Schenkung verstrichen sind und ein Grundstück im Wert von 100.000 € geschenkt wurde, zur Berechnung des Pflichtteilsergänzungsanspruches nur noch 50.000 € herangezogen werden.

Von dem noch vorhandenen Vermögen Ihrer Mutter erben Sie, wenn kein Testament vorliegt, 50 %. Auf jeden Fall haben Sie bei Vorlage eines Testament, in dem Sie nicht berücksichtigt werden, einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 25 %.
Bei Eintritt des Erbfalls sollten Sie auf jeden Fall die Schenkungen/Verkäufe an Ihre Schwester überprüfen lassen.

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen angemessenen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten. Falls Sie eine Nachfrage haben stehe ich sodann gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Bekannt aus:

 
 
 
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