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Advopro
Advopro, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Zweites StaatsexamenDiplom Jurist
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Guten Tag aus Essen, mein Bruder (1 Kind 20 Jahre alt) und

Kundenfrage

Guten Tag aus Essen,

mein Bruder (1 Kind 20 Jahre alt) und ich (geschieden, 2 Kinder 22 und 17 Jahre alt - wieder verheiratet mit eingetr. Lebensp.) haben vor 2 Wochen unsere Mutter verloren. Der Vater ist seit 22 Jahren tot. Unsere Mutter hat ca. 40.000 Euro auf Sparbüchern hinterlassen. Ich habe einen EV abgelegt, stehe vor der Privatinsolvenz. Ergo müsste ich auf mein Erbe verzichten, da sonst "mein" Erbteil an die Gläubiger geht. Korrekt?
Dann geht Mein Erbteil an meine beiden Kinder. Korrekt? Was für Möglichkeiten gibt es, mich mit meinen Kindern zu einigen, dass ich nicht ganz leer ausgehe? Können die Kinder z.B. auch auf ihr Erbe verzichten und mein Bruder dann das Erbe nach einer vorher privat vor einem RA oder Notar gemachten Vereibarung verteilen? Z.B. 20.000 an meinen Bruder, 5.000,- an jedes meiner Kinder und 10.000,- an mich oder meinen Lebenspartner?

Vielen Dank XXXXX XXXXX Anwort im Voruas! Mit freundlichem Grüß Karl Richter
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Richter,

vielen Dank für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich zu Ihren Fragen sehr gerne wie folgt Stellung nehmen:




Zunächst einmal möchte ich Ihnen mein ehrliches und aufrichtiges Beileid aussprechen!


Sie haben vollkommen recht, dass eine Insolvenz in Verbindung mit dem Erbe ein Problem wäre, da sie nach dem Gesetz dazu verpflichtet wären, die Hälfte an den Treuhänder zur Befriedigung der Insolvenzgläubiger herauszugeben.


Dieses kann nur dadurch verhindert werden, indem sie ihr Erbe ausschlagen. Bitte denken Sie daran, dass auch im Falle einer Ausschlagung der Erbschaft der Pflichtteilsanspruch weiterhin bestehen bleibt, so dass sie auch ihren Pflichtteil ausschlagen müssten. Sowohl der Erbverzicht als auch der Pflichtteilsverzicht musste vor einem Notar erklärt werden.


Sofern sie das Erbe ausschlagen, würden Ihre Kinder erben.mit diesen könnten sie einen Vertrag machen, dass diese das Geld behalten und zu einem späteren Zeitpunkt an sie auszahlen.

Die Variante mit ihrem Bruder würde ich Ihnen nicht vorschlagen, da dieses ganz stark nach einer Gläubigerbenachteiligung aussehen würde. Die Variante, wonach das Geld an ihre Kinder geht ist am unauffällig und daher unproblematischer aus Erfahrung.



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Bei Bedarf fragen Sie gerne nach.


Ich hoffe Ihre Frage zu ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagnachmittag und ein erholsames Wochenende!





Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven [email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/57774





Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Newerla,

 

vielen Dank für Ihre Antwort. Auf der Seite, auf der ich Sie fand, steht im Text: "Der Erbverzicht wirkt sich auch auf das Erbrecht der eigenen Kinder aus. "Verzichtet ein Abkömmling oder ein Seitenverwandter des Erblassers auf das gesetzliche Erbrecht, so erstreckt sich die Wirkung des Verzichts auf seine Abkömmlinge, sofern nicht ein anderes bestimmt wird." (§ 2349 BGB). " Und der § 2349 sagt: "Verzichtet ein Abkömmling oder ein Seitenverwandter des Erblassers auf das gesetzliche Erbrecht, so erstreckt sich die Wirkung des Verzichts auf seine Abkömmlinge, sofern nich ein anderes bestimmt wird."

 

Demnach schlägt doch mein Erbverzicht auf meine Kinder durch und alles müsste automatisch an meinen Bruder fallen!? Es grüßt Karl Richter

Experte:  Advopro hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Richter,

vielen Dank für Ihre Nachtrag und ihre sorgfältige Recherche.
Im Grundsatz haben Sie recht. Ich habe mich insoweit vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt beziehungsweise hätte meine Antwort noch etwas präzisieren müssen. Ich bitte dieses zu entschuldigen.

Der § 2349 BGB stellt die gesetzliche Vermutung auf, dass sich der Erbverzicht auch auf die Abkömmlinge erstreckt was bedeuten würde, dass das Erbe an Ihren Bruder fallen würde.

Dieses stellt aber wie gesagt nur eine gesetzliche Vermutung dar, sofern keine abweichende Regelung von demjenigen, der das Erbe ausschlägt, getroffen wird.
Insoweit bestimmt ja § 2349 BGB: "............sofern nich ein anderes bestimmt wird".
Es gibt also die Möglichkeit beide Ergebnisse ( also Ihr Bruder als Erbe beziehungsweise die Kinder als Erbe) herbeizuführen.


Ich hoffe ihre Nachfrage zu ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagnachmittag!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

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