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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 5859
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
52374836
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Eigentumsrecht hier ein
S. Grass ist jetzt online.

Mein Freund hat ein Schmuckstück, das ich geerbt habe veräußert. Die

Kundenfrage

Mein Freund hat ein Schmuckstück, das ich geerbt habe veräußert.
Die Polizei stellte fest, dass nach diesem Schmuckstück seit Jahren
gefahndet wurde. Das Schmuckstück , eine Platinbrosche mit Saphiren,
Rubinen und Diamanten ist seit 1965 im Besitz in meiner Familie.
Die Polizei vertritt die Auffassung, dass sich um Diebesgut handeln würde.
Mein Freund, der meinen Namen nicht genannt hat, wurde zur Zahlung
von 2700 € verurteilt und ist somit vorbestraft. Wie so ist die Strafe so
hoch? Wäre es sinnvoll, wenn ich jetzt im nachhin zur Polizei gehen würde und den Sachverhalt klären würde oder wären die Nachteile für
mich noch größer, zumal ich Beamtin bin
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Eigentumsrecht
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

die Strafe ist sicher so hoch, weil Ihr Freund über ein gutes Einkommen verfügt und aus diesem Grund sicher die Tagessatzhöhe hoch angesetzt wurde.

Ob Ihr "Geständnis" zu einem Freispruch Ihres Freundes führen würde, ist nicht sicher (man könnte ja Mittäterschaft oder Behilfe annehmen). Außerdem hat eine Vorstrafe für Sie ggf. weitreichendere Konsequenzen. Zwar wäre der "Beamtenstatus" nicht in Gefahr, aber es besteht die Möglichkeit, dass Beförderungen zurückgestellt werden.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Bei Unklarheiten stellen Sie bitte beliebig oft Nachfragen. Stellen Sie Ihre Rückfragen bitte nicht über die Smileys, sondern „dem Experten“ antworten. Halten Sie die Frage für nicht beantwortet, fragen Sie bitte beliebig oft nach.

Bestehen keine Nachfragen, bewerten Sie bitte die erteilte Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Grass,


 


meine Frage zielt darauf ab, wieso die Polizei darauf kommt, dass


ein Schmuckstück, das 1965 erworben wurde, Diebesware sein


könnte?

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

dies ging nicht aus Ihrer Anfrage hervor.

Weshalb die Polizei von Diebesgut ausgeht müsste sich eigentlich aus der Ermittlungsakte ergeben. Es wäre möglich, dass es sich tatsächlich um ein Stück aus einem Raubüberfall handelt, nach den schon jahrzehntelang gefahndet wird. Ist Ihnen bekannt, wie das Schmuckstück in Ihren Familienbesitz kam ?

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Erneut posten: Ungenaue Antwort.
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

die problematik in dem fall liegt doch darin, ob Sie als erbin wussten, dass es sich um Diebesgut handelte oder nicht. Dafür wäre interessant zu wissen, wie dieses Schmuckstück in den Familienbesitz kam und ob Sie darüber Bescheid wissen.

Ein Freispruch Ihres Freundes wäre nur dann zu erreichen, wenn er angeben würde, dass er von Ihnen das Schmuckstück erhalten hat und dass weder er noch Sie wussten, dass es sich um Diebesgut handelt. Hier liegt das Problem, da man Ihnen und auch Ihren Freund unterstellen wird, dass Sie es wussten. Dies kann nur dadurch "ausgehebelt" werden, wenn Sie darlegen könnten, wie der Schmuck nach Ihrer Kenntnis in den Familienbesitz gelangte oder, dass es zwischen Ihnen und dem erblasser seit Jahren keinen Kontakt gab und Sie bis zum Erbfall keine Kenntnis darüber hatten, dass sich dieses Schmuckstück in Familienbesitz befand. Vielleicht gibt es auch zeugen, die diese Unkenntnis bestätigen können.

Falls dies so wäre, sollte Ihr Freund bevor das Urteil rechtskräftig wird, Berufung einlegen und erklären, dass es sich eigentlich um Ihr geerbtes Schmuckstück handelte.


Mit freundlichen Grüßen
RA Grass



Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

bestehen noch Unklarheiten ? Ansonsten darf ich um Bewertung der Antwort bitten.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Bitte stellen Sie Ihre Rückfragen, da Sie der Auffassung sind, die Frage sei nicht beantwortet. Was wollen Sie noch wissen ?
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

 


Das Schmuckstück wurde 1965 ordnungsgemäß mit Rechnung gekauft.


Wieso kann die Polizei dann von einer Hehlerei ausgehen, wenn das


ehemals ordnungsgemäß gekaufte Schmuckstück weiter verkauft würde.


Wenn ich als Beamtin mehr in den Fall involviert werde, mit welchen


rechtlichen Konsequenzen muss ich rechnen?


 


Gruß

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

ein einmal gestohlender Gegenstand kann zu keinem Zeitpunkt wirksam erworben werden, § 935 BGB. Dies bedeutet, dass der 1965 erfolgte Kauf auf Rechnung eines gestohlenen Schmuckstückes nicht dazu führte, dass der erblasser rechtmäßiger Eigentümer wurde.

Aber wenn Sie nachweisen können, dass das Schmuckstück von Ihrem Verwandten seinerzeit in Unkenntnis des Diebstahles auf Rechnung erworben wurde, ist der Tatbestand der Hehlerei nicht erfüllt. Um sich wegen Hehlerei strafbar zu machen bedarf es 1) das eine gestohlene Sache vorliegt (ist gegeben), 2) das ein solcher Gegenstand verkauft wird (ist ebenfalls gegeben) und 3) das der Verkäufer weiß, dass es sich um einen gestohlenen Gegenstand handelt.

An dieser 3. Voraussetzung fehlt es jedoch, wenn der Nachweis erbracht werden kann, dass das Schmuckstück damals von dem Erblasser ohne Kenntnis davon, dass es sich um einen gestohlenen handelt, erworben wurde.

Wenn also die Rechnung in Ihrem Besitz ist würde es genügen, wenn Ihr Freund vorträgt, dass er das Schmuckstück in Ihrem Auftrag verkaufte und dass weder er noch Sie wussten, dass es gestohlen ist.

Ihnen als Beamtin könnte im Falle einer Verurteilung nicht viel passieren, sofern die Strafe, was zu erwarten ist, unter einem Jahr Freiheitsstrafe verbleibt. Also alle verurteilungen eines beamten unterhalb dieser "Grenze" wirken sich ggf. nur auf mögliche Beförderungen aus (die können künftig versagt werden). Sie ahebn aber nicht zur Konsequenz, dass Sie entlassen werden.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

aus welchem grund sehen Sie die Frage als nicht beantwortet an? Ihnen wurde umfassend die Rechtslage zu Ihrer Anfrage dargestellt. Wo sehen Sie weiteren Bedarf ?

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass