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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Eigentumsrecht
Zufriedene Kunden: 21593
Erfahrung:  Mehrere Mandate im Bereich des Eigentumsrechts
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, bitte beantworten Sie folgenden

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte beantworten Sie folgenden Fragen:
1. Darf ein Verwalter eines Hochhauses mit 54 Wohnungen, auch privat 36 Wohnungen zu Verwalten? Es besteht nämlich ein Interessenkonflikt.
2. Darf der Verwalter ein Sanierungs Angebot in höhe vom 80.000€ ignorieren und die Sanierung für 107.000€ vergeben?
3. Seit Jahren legt er Fehlerhafte Abrechnungen vor, aber wegen den Stimmenmehrheit des Eigentümers mit 36 Wohnungen, kommen wir nicht durch.
4. Wohin könnten wir uns wenden? Da wir "Wohnungseigentümergemeinschaft" sind, können wir 12 Eigentümern keine Klage erheben.
Danke XXXXX XXXXX
Mit freundlichen Grüßen
Magdalena Bodnar
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Eigentumsrecht
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme.

Einen Interessenkonflikt hat die Rechtsprechung etwa dann angenommen, wenn der Verwalter sich zugleich als Makler der verwalteten Wohnungen betätigt. Denn der Verwalter ist nach § 12 WEG verpflichtet, die Eigentümergemeinschaft davor zu schützen, dass Wohnungen an möglicherweise nicht zahlungskräftige Personen vermittelt werden.

Soweit in Ihrem Fall daher ähnliche Voraussetzungen vorliegen sollten, besteht auch ein entsprechender Interessenkonflikt.

Darüber hinaus muss der Verwalter das Gebot der Wirtschaftlichkeit einhalten.

Dementsprechend haben die Wohnungseigentümer einen Anspruch darauf, dass sich der Verwalter bei der Wahl verschiedener und qualitativ gleichwertiger Angebote für das preiswertere entscheidet.

Zwar gilt bei Beschlussfassungen in der Eigentümerversammlung das Prinzip des Mehrheitsbeschlusses nach § 25 WEG.

Allerdings gilt dies nicht, wenn ein Eigentümer, der über die Mehrheit der Stimmen verfügt diese Stimmenmehrheit rechtsmissbräuchlich einsetzt.

Wenn der Mehrheitseigentümer sein Stimmenübergewicht dazu einsetzt, in treuwidriger Weise eine mit den Interessen der übrigen Eigentümer nicht zu vereinbarenden Entscheidung herbeizuführen, kann nach der Rechtsprechung ein Rechtsmissbrauch vorliegen.

Diese Voraussetzungen liegen hier aber vor, wenn der Verwalter über einen langen Zeitraum faslche Abrechnungen erstellt und diese nur deshalb unbeanstandet bleiben, weil der Verwalter zugleich Mehrheitseigentümer ist.

Dieses Verhalten ist als Verstoß gegen die Pflicht zur Rücksichtnahme auf die Interessen der Gemeinschaft und damit gegen die Grundsätze ordnungsmäßiger Verwaltung zu werten.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie erwägen, gegen den Hausverwalter ein Abberufungsverfahren einzuleiten.

In Anbetracht der Hartnäckigkeit der hier von dem Hausverwalter begangenen Verstöße gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Verwaltung kommt eine Abberufung ds Verwalters aus wichtigem Grund in Betracht (§ 26 WEG).

Für die Abberufung benötigen Sie eine Zustimmung von 3/4 Stimmen der Eigentümer. Der Verwalter selbst hat in dieser Abberufungsabstimmung selbst kein Stimmrecht, soweit die Abberufung aus wichtigem Grund geltend gemacht wird.


Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich um Akzeptierung der Rechtsauskunft bitten. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung nach zwingendem Recht nicht gestattet ist. Sie akzeptieren, indem Sie das grüne Feld „Akzeptieren“ anklicken.


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme.

Einen Interessenkonflikt hat die Rechtsprechung etwa dann angenommen, wenn der Verwalter sich zugleich als Makler der verwalteten Wohnungen betätigt. Denn der Verwalter ist nach § 12 WEG verpflichtet, die Eigentümergemeinschaft davor zu schützen, dass Wohnungen an möglicherweise nicht zahlungskräftige Personen vermittelt werden.

Soweit in Ihrem Fall daher ähnliche Voraussetzungen vorliegen sollten, besteht auch ein entsprechender Interessenkonflikt.

Darüber hinaus muss der Verwalter das Gebot der Wirtschaftlichkeit einhalten.

Dementsprechend haben die Wohnungseigentümer einen Anspruch darauf, dass sich der Verwalter bei der Wahl verschiedener und qualitativ gleichwertiger Angebote für das preiswertere entscheidet.

Zwar gilt bei Beschlussfassungen in der Eigentümerversammlung das Prinzip des Mehrheitsbeschlusses nach § 25 WEG.

Allerdings gilt dies nicht, wenn ein Eigentümer, der über die Mehrheit der Stimmen verfügt diese Stimmenmehrheit rechtsmissbräuchlich einsetzt.

Wenn der Mehrheitseigentümer sein Stimmenübergewicht dazu einsetzt, in treuwidriger Weise eine mit den Interessen der übrigen Eigentümer nicht zu vereinbarenden Entscheidung herbeizuführen, kann nach der Rechtsprechung ein Rechtsmissbrauch vorliegen.

Diese Voraussetzungen liegen hier aber vor, wenn der Verwalter über einen langen Zeitraum faslche Abrechnungen erstellt und diese nur deshalb unbeanstandet bleiben, weil der Verwalter zugleich Mehrheitseigentümer ist.

Dieses Verhalten ist als Verstoß gegen die Pflicht zur Rücksichtnahme auf die Interessen der Gemeinschaft und damit gegen die Grundsätze ordnungsmäßiger Verwaltung zu werten.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie erwägen, gegen den Hausverwalter ein Abberufungsverfahren einzuleiten.

In Anbetracht der Hartnäckigkeit der hier von dem Hausverwalter begangenen Verstöße gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Verwaltung kommt eine Abberufung ds Verwalters aus wichtigem Grund in Betracht (§ 26 WEG).

Für die Abberufung benötigen Sie eine Zustimmung von 3/4 Stimmen der Eigentümer. Der Verwalter selbst hat in dieser Abberufungsabstimmung selbst kein Stimmrecht, soweit die Abberufung aus wichtigem Grund geltend gemacht wird.


Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich um Akzeptierung der Rechtsauskunft bitten. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung nach zwingendem Recht nicht gestattet ist. Sie akzeptieren, indem Sie das grüne Feld „Akzeptieren“ anklicken.


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Haben Sie hierzu noch eine Nachfrage? Ist das nicht der Fall, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich um Akzeptierung der Rechtsauskunft bitten. Beachten Sie bitte, dass kostenlose Rechtsberatung nach zwingendem Recht nicht gestattet ist. Sie akzeptieren, indem Sie das grüne Feld „Akzeptieren“ anklicken.


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt