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Palatina
Palatina, Master
Kategorie: Beziehung
Zufriedene Kunden: 36
Erfahrung:  Psychologie - Mediation - Psychotherapie - Notfallpsychologie - Opferhilfe-Therapie
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Meine Freundin hat große Probleme mit der Tatsache, dass ich

Kundenfrage

Meine Freundin hat große Probleme mit der Tatsache, dass ich bereits einmal verheiratet war und ein Kind aus dieser Ehe habe. Wir denken selbst über eine mögliche eigene Familienplanung nach. Mit der Zeit mehren sich nun aber Ihre Bedenken und dabei gibt es vor allem 2 Probleme:
1. Sie wirft mir vor, dass ich sie um Ihren Traum beraube. Ihr Traum war es offenbar die Erfahrung des ersten Kindes mit jemand ganz neu zu erleben. Nun denkt sie, es sei einfach mein zweiter Versuch und alles für mich nicht mehr neu. Sie dann damit allein sei. Vielleicht auch, dass ich immer an vergleichbare Momente meiner alten Ehe denke.
2. Sie traut sich nicht mehr so recht eine solche ernsthafte Bindung zu mir einzugehen, weil ich schon mal gescheitert bin. Jetzt zweifelt sie an meinem Urteilsvermögen.
Ich weiß in beiden Fällen nicht recht, wie ich dem begegnen soll. Ich kann die Tatsache, dass ich einen Sohn aus erster Ehe habe nicht ändern. Sie wirft mir aber vor, dass ich ihr zu viel abverlange.
Mein Sohn ist 4 Jahre. Wir haben recht viele Wochenenden zusammen verbracht. Oft aus dem Antrieb heraus, dass wir uns sehen wollten. Manchmal hatte meine Freundin dann eigentlich gar keine Lust auf meinen Sohn, was er dann auch merkte. Ich war dann zwischen den Fronten. Habe auch Fehler gemacht und sie hatte dann das Gefühl allein zu sein. Mittlerweile ist das Thema (mein Sohn) so negativ belegt, dass sie schon Bauchschmerzen bekommt, wenn wieder ein Wochenende mit meinem Sohn ansteht (alle 2 Wochen). Seit Ostern haben wir jedes Treffen zu dritt vermieden.
Eigentlich planten wir zusammen zu ziehen. Das wird aber nicht so klappen, denn so wie es jetzt ist, kann sie es nicht ertragen, wenn mein Sohn am Wochenende in unserer gemeinsamen Wohnung ist. Ich denke die oben stehenden Punkte sind da ausschlaggebend. Sie trauert und bedauert, dass ich ein Kind habe. Wir beide würden uns für unsere Zukunft wünschen, dass wir einmal eine eigene Familie haben und dann auch mein Sohn einen Platz dort hat an Wochenenden. Der Weg von Zweisamkeit dahin scheint allerdings zu weit. Wenn wir schon ein Kind haben, wäre mein Sohn viel leichter einzubinden. Im Moment sehen wir aber keinen Weg dahin. Wenn wir doch nur wieder Situationen zu dritt schaffen könnten, die positive Assoziationen und Gefühle hervorbringen und die negative Belegung ablösen könnten...
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Beziehung
Experte:  Palatina hat geantwortet vor 4 Jahren.
Lieber Ratsuchender,

ja, das ist keine einfache Situation: da ist Ihr kleiner Sohn, mit dem Sie sich offenbar gut verstehen, und wo Sie beide gerne Zeit miteinander verbringen. Das sind Sie als Papi.
Und dann ist da die Freundin, die auch gerne mit Ihnen zusammen ist, und wo Sie sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen können - aber zu ihren Bedingungen, und ohne Ihren Sohn. Das sind Sie als Partner.

Die Situation ist nicht einfach, und es ist sehr gut und anerkennenswert, daß Sie es sich auch nicht einfach machen!
Ich habe es nämlich schon wiederholt erlebt, daß neue Partnerinnen auf ähnliche Art eine Entscheidung gefordert haben: Dein Kind oder ich!
Tatsächlich gibt es Männer, die dann zugunsten der neuen Partnerin entscheiden und ihre Kinder nur noch höchst selten, heimlich oder gar nicht mehr sehen. Die machenes sich tatsächlich sehr einfach, aber ich muß Ihnen wohl nicht ausführen, was solches für Kinder bedeutet: "Mein Papi hat jetzt eine neue Frau, da bin ich im egal", oder "sie ist ihm wichtiger als ich".
Zumindest im Moment ist Ihnen Ihr Sohn eben nicht egal, denn Sie fragen sich, wie Sie alle Interessen unter einen Hut bekommen und niemanden dabei verletzen.

- Der Kleine möchte nach wie vor unbeschwert seinen Papi sehen, und er hat ja wohl am wenigsten mit der komplizierten Situation zu tun.
- Sie selbst möchten gerne eine Beziehung zu einer Frau pflegen.
- Ihre Freundin möchte einen Mann ohne Anhang, mit dem sie in Sachen Familienplanung bei Null anfangen kann. (Da gestatte ich mir die Frage: wußte sie nicht von Anfang an, daß Sie ein Kind haben, oder haben Sie ihr das lange verschwiegen? Im ersteren Fall war die Situation doch klar!)
Da soll also Ihr Kind von der Bildfläche verschwinden, auf daß sich diese Vorstellung Ihrer Freundin realisieren läßt, oder habe ich was falsch verstanden?

Vielleicht ist es auch einfach so, daß Sie zu schnell Wochenenden zu dritt draus gemacht haben. Wo Sie gleichzeitig Papi und Partner waren. Wo der Kleine seinen Papi nicht für sich hatte, und wo Ihre Freundin ihren Partner nicht für sich hatte.
Da wäre es vorteilhaft, dies auseinanderzuhalten und die Wochenenden oder einzelne Tage jeweils ausschließlich als "Papi" oder "Partner" zu verbringen, also entweder mit Kind oder mit Freundin, aber nicht beiden zusammen. Dann sind die Verhältnisse jeweils klarer, und jedes weiß, woran es ist, ohne teilen oder sich zer-teilen zu müssen.
Dann könnens alle Beteiligten auch entspannter sehen, weil alle drei ja bekommen können was sie möchten, ohne ihr Revier verteidigen zu müssen.
Leuchtet das ein?

Vielleicht brauchts nicht gleich eine Therapie, aber Mediation, um zumindest das gegenseitige Verstehen zu fördern und die Situation zu klären, wäre auf jeden Fall ratsam.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!
I. Scarpatetti