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InternetCoach
InternetCoach, Master
Kategorie: Allgemein
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung:  Psychotherapeutin, Familientherapeutin, Drogenberatung
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was kann man da noch tun? lebe seit 15Jahren in einer Beziehung,

Kundenfrage

was kann man da noch tun?
lebe seit 15Jahren in einer Beziehung, vor 2 jahren verloren wir ein Baby. Kurz danach sagte sie mir das sie die gefühle für mich nicht mehr einordnen kann. Irgendwie haben wir uns dann die nächsten jahre durchgeschummelt. Nun ist vor knapp 3 Wochen die selbe Erscheinung zu bemerken. Wir reden kaum noch miteinander, sie hängt mehr an ihrem netbook um zu chatten. Was oder wie soll ich mich da verhalten?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Beziehung
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.

 

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie beschreiben eine schwierige Situation. Es tut mir leid zu hoeren, dass Sie ein Baby verloren haben und dass Ihre Beziehung das leider nicht zu ueberleben scheint. Leider ist das nicht ungewoehnlich. Der Tod eines Kindes ist oft leider auch das Ende einer Beziehung. Meist weil die Partner so unterschiedlich trauern und der Abstand zwischen ihnen dann immer groesser wird. Man fuehlt sich alleine und irgendwie wird dieses Gefuehl der Einsamkeit dadurch noch groesser, dass man in einer Partnerschaft ist.



Ich kann nicht sagen, ob es einen Weg zurueck gibt, oder ob dies wirklich das Ende Ihrer Beziehung sein wird. Mein Vorschlag waere, dass Sie gemeinsam eine Paartherapie machen und dadurch eine Entscheidung finden koennen, ob es eine Zukunft fuer Ihre Beziehung gibt oder nicht - und wie Sie diese gestalten.

Oft ist es wichtig, dass man sich einen Zeitrahmen setzt, wie lange man bereit ist, fuer eine Beziehung zu kaempfen und alles zu tun, was man kann, um diese zu reparieren. Die meisten Paare waehlen einen Zeitraum von 3-6 Monaten, aber sowohl kuerzere als auch laengere Zeitraeume koennen durchaus angemessen sein. Man kann das alleine tun, aber besser ist es natuerlich wenn beide Partner sich fuer diesen Zeitraum verpflichten, an der Beziehung zu arbeiten. Wenn Ihre Partnerin nicht dazu bereit ist, dies zu tun, dann koennen Sie sich diesen Zeitraum auch alleine setzen und entscheiden, was Sie tun werden, um Ihre Beziehung zu retten ohne dass Ihre Partnerin das auch tut. Das ist natuerlich sehr viel schwieriger, aber es gibt auch da Erfolgsgeschichten.

 

Am Ende dieses Zeitraums entscheidet man dann (entweder alleine oder gemeinsam), ob man sich trennt oder ob man bleibt. Dadurch, dass man sich diesen Zeitrahmen setzt, verschwindet oft das Gefuehl des "hilflosen Ausgeliefertseins". Man bleibt nicht passiv in einer Beziehung weil man nicht weiss, was man tun soll, sondern man bleibt "aktiv" und gewollt in dieser Beziehung, aber man weiss auch dass man nicht ewig leiden muss, wenn sich nichts aendert. Vielleicht koennten Sie diesen Vorschlag auch nochmal in einem Brief unterbreiten, wenn ein Gespraech wieder fehlschlagen sollte, denn allgemein ist Ihre Idee, es schriftlich zu versuchen, sehr gut. Versuchen Sie zu beschreiben, was Sie sich fuer Ihre Beziehung wuenschen und was Sie in diesen 3 Monaten tun werden, um Ihre Beziehung zu retten, und was Sie sich von Ihrer Partnerin fuer diese Zeit erhoffen (wissend, dass sie das vielleicht nicht tun wird - da kann man nur wuenschen, nicht "fordern"). Dann tun Sie das, was Sie angekuendigt haben.


 

Paartherapeuten finden Sie z.B. hier. Man kann auch alleine zu einem Paartherapeuten gehen in der Hoffnung, dass der andere Partner "neugierig" wird und irgendwann mitgeht. Und man sollte den Partner immer wieder einladen, mitzugehen zu den Terminen:

http://www.netzwerk-paartherapie.de/http://www.selbsthilfenetz.de

www.paartherapie.de





 

Ich hoffe, dass meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht und Ihnen weiterhilft. Ansonsten beantworte natürlich auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze. Vielen Dank.

InternetCoach, Master
Kategorie: Beziehung
Zufriedene Kunden: 1449
Erfahrung: Psychotherapeutin, Familientherapeutin, Drogenberatung
InternetCoach und weitere Experten für Beziehung sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
.recht vielen Dank für die klaren worte. Ich habe heute noch einmal versucht mit ihr zureden. ich habe ihr meine befürchtungen, ängste, sorgen aber auch meine zuversicht geschildert. Sie sagte mir halt ,das sie nicht wisse was mit ihr sei. Schlußendlich habe ich ihr jetzt den Freischein gegeben um sich nun voll auf sich zu konzentrieren und ich werde für mich persönlich eine proffesionelle hilfe aufsuchen.
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,
ich wuerde Ihnen gerne noch ein paar GEdanken zum Trauern mit auf den Weg geben und wuensche Ihnen, dass sowohl Sie als auch Ihre Partnerin kompetente Hilfe finden.

Die Gefühle, die man nach einem Verlust durchläuft, scheinen sich an eine bestimmte Ordnung zu halten. Die erste Reaktion auf Verlust ist oft der Versuch, die Realität wegzuleugnen. Man kann und will nicht glauben, dass das Geschehene wirklich passiert ist. Typische Gedanken sind: “Das ist alles nur ein Traum.” “Morgen ist alles wieder in Ordnung.” “Das kann einfach nicht wahr sein.” „Ist das wirklich passiert?“

Die Phase des Verleugnens kann von ein paar Minuten bis hin zu einigen Wochen dauern, je nach der Größe des Verlusts. Danach folgt normalerweise eine Zeit des Verhandelns. Man versucht mit Gott, der Welt, dem Universum, sich selbst oder anderen Menschen zu verhandeln, um das Geschehene ungeschehen zu machen. Typische Gedanken sind: “Wenn ich nur hart genug arbeite, wird keiner merken, was wirklich passiert ist.” “Wenn ich von jetzt an alles richtig mache, dann wird er wieder zurückkommen.” “Ich muss nur wirklich danach suchen, dann werde ich es schon finden.” „Es wird schon besser werden, wenn ich nur....“ Für Erwachsene und Jugendliche, die in der Regel einen recht guten Realitätssinn haben, dauert die Zeit des Verhandelns normalerweise nicht besonders lange. Sie merken schnell, dass man noch so viel versprechen kann, letztendlich kann man den Verlust nicht ungeschehen machen. Jüngere Kinder, die noch eine rege Fantasiewelt haben, brauchen oft etwas länger, um den Verlust als Tatsache anzuerkennen.

Nach dem Verhandeln kommen Wut und Trauer. Diese beiden Gefühle wechseln sich oft ab. Vielen Menschen fällt es leichter, wütend zu sein als traurig. Wut gibt Energie und beschützt. Wenn man wütend ist, kann man wenigstens morgens aufstehen und zur Arbeit gehen. Man kann sich gegen die unbedachten Worten der Menschen wehren, die den Verlust nicht verstehen. Trauer dagegen nimmt Energie. Man kann sich kaum bewegen und es ist schwer, die einfachen Aufgaben des täglichen Lebens zu erfüllen. Manchmal führt Trauer zu Depressionen. Depressionen machen es nicht nur schwer sondern fast unmöglich morgens aufzustehen, zu essen, sich anzuziehen, zur Arbeit zu gehen, und im täglichen Leben zu funktionieren. Menschen, die nach einem Verlust in Depressionen verfallen, brauchen oft professionelle Hilfe, um den Weg zurück zu finden. Die Länge dieses Prozesses hängt natürlich von der Grösse des Verlusts ab. Wenn ein Kind oder ein Partner unerwartet stirbt, ist es normal 4-5 Jahre lang zwischen Wut und Trauer hin- und herzuschwanken. Sollten die Gefühle des Trauerns dann noch immer so stark sein wie gleich nach dem Verlust, ist es wahrscheinlich eine gute Idee, um Hilfe zu bitten. Das Gefühl von Verlust und Leere wird vor allem an Verjährungsdaten wiederkommen. Aber es sollte mit der Zeit weniger akut und intensiv werden. Sowohl Trauer als auch Wut sind nötig, um den Verlust zu verarbeiten. Die Anteile der beiden Gefühle variieren von Mensch zu Mensch, aber Menschen, die nur eins dieser Gefühle zulassen, werden es schwer finden, den Verlust wirklich zu akzeptieren.

Nach der Zeit der Trauer und Wut, folgt dann irgendwann die Akzeptanz. Man muss akzeptieren, dass das Leben nie wieder so sein wird wie zuvor. Aber im Gegensatz zur Resignation, die den Verlust zwar akzeptiert, aber zwangsläufig entscheidet, dass damit das Leben schlechter und weniger lebenswert ist, bedeutet wahre Akzeptanz, dass man von ganzem Herzen glaubt, dass das Leben zwar anders, aber trotzdem im grossen und ganzen gut ist. Akzeptanz ist nicht nur ein Gefühl sondern auch, und vielleicht sogar vor allem, eine Entscheidung. Es gibt Verluste im Leben, bei denen man sich eine lange Zeit lang jeden Tag neu entscheiden muss, sie zu akzeptieren. Erst dann folgt irgendwann das Gefühl und macht das Akzeptieren etwas leichter. Nachdem man den Verlust tatsächlich akzeptiert hat, kann man sich erneut auf das Leben einlassen. Erst dann kann man neue Beziehungen knüpfen und die kleinen Freuden des Lebens wieder geniessen. Viele Menschen bemerken zu diesem Zeitpunkt, dass sie wieder unbedarft lachen, dass sie sich am Geruch einer Blume erfreuen, dass ihnen das Essen wieder schmeckt, dass sie wieder Lust haben, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen.

Leider erlauben sich nur wenige Menschen, dem Prozess des Trauerns seinen Lauf zu lassen. Es gibt so viele gute Gründe, schnell wieder funktionieren zu wollen. Da sind die Arbeit, die Erwartungen der Familie und der Freunde, die zeitgebundenen Projekte, die Bedürfnisse der Menschen um einen herum. Sechs Monate nach dem Tod einer geliebten Person bekommt man keine Karten mehr zugeschickt oder Worte der Anteilnahme zu hören. Es wird normalerweise erwartet, dass man seinen Verlust „weggesteckt“ hat. Und wenn sich dann doch jemand nach dem persönlichen Befinden erkundigt, sagt man, dass man über den Verlust hinweg ist, denn man hat sich mittlerweile selbst davon überzeugt, dass sechs Monate mehr als genug sind, um zu trauern. In einer Gesellschaft, die wenig Raum zum Trauern lässt, ist es darum kein Wunder, dass viele Menschen versuchen, diesen Prozess abzukürzen oder ganz zu vermeiden.

Man kann sich einreden, dass der Verlust gar nicht so schlimm war, dass man jetzt mit dem Trauern fertig sein sollte, dass man keine Zeit hat, dass das Leben einfach weitergehen muss. Damit verdrängt man die Gefühle, stopft sie tief in sich hinein und hofft, dass sie irgendwie verschwinden. Wenn man sich weit genug von seinen Gefühlen abgegrenzt hat und nur auf den Kopf und nicht auf die Seele hört, dann kann man sich oft selbst davon überzeugen, dass man nicht wirklich trauern muss. Oder man kann versuchen, sich von seinen Gefühlen abzulenken. Drogen, Alkohol, Essen, Arbeit, Glücksspiele oder Sport sind beliebte Wege, von den den unangenehmen Gefühlen abzulenken und sie nicht spüren zu müssen. Menschen werden oft sehr kreativ, um diese Gefühle zu vermeiden. Leider funktioniert keine der beiden Strategien wirklich. Entweder kann man irgendwann die Gefühle nicht mehr unterdrücken oder die Ablenkungsmanöver haben einen zu hohen Preis. Die unterdrückten oder ignorierten Gefühle kommen einem dann mit voller Kraft ins Bewusstsein. Man spürt sie so klar und deutlich, als ob der Verlust gerade erst passiert sei. So kann es sein, dass ein Alkoholiker, der endlich clean ist, 30 Jahre nach dem Tot eines geliebten Menschen auf einmal weint und trauert als ob der Mensch gestern gestorben sei. Wenn sich jemand jahrelang durch unermüdliche Arbeit davon abgelenkt hat, dass er ein Kind verloren hat, kann es passieren, dass er während des nächsten Urlaubs (auf den er sich nur widerwillig eingelassen hat) auf einmal Gefühle von Wut und Traurigkeit spürt, die keine wirkliche Ursache zu haben scheinen. Die unverarbeiteten Verluste machen es ihm unmöglich den Urlaub zu geniessen. Ohne sich auf seine Arbeit konzentrieren, und dadurch von seinen Gefühlen ablenken zu können, erlebt man auf einmal Gefühle, die man verloren gehofft hatte. In anderen Worten, man kann das Trauern aufschieben, aber nicht wirklich vermeiden. Irgendwann wird man sich den Gefühlen stellen müssen. Oder man wird einen grossen Preis dafür bezahlen, sie bis an sein Lebensende zu unterdrücken.


Trauer braucht Zeit (4-8 Jahre sind nicht ungewoehnlich, wobei das erste Jahr am schwierigsten zu sein scheint). Die Phasen laufen nicht immer linear ab und Rueckfaelle in fruehere Phasen sind nicht ungewoehnlich – vor allem an Jahrestagen oder zu besonderen Ereignissen


Zur Unterstuetzung waehrend des Trauerprozesses gibt es Selbsthilfegruppen, in denen man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann, dies ist teilweise auch online möglich.

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

http://www.trauer.org/

http://www.familientrauerbegleitung.de/


Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

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Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
„Wer eine fachmänische Lösung für ein medizinisches, rechtliches oder technisches Problem sucht, kann das jetzt auch im Internet tun. Lebenshilfe auf die schnelle, unkomplizierte und vor allem erschwingliche Art bietet die Seite www.justanswer.de. Etwa 1500 Experten stehen per Mail für Fragen zu ca. 200 Fachgebieten rund um die Uhr zur Verfügung."
„Rat gewünscht? Rechtliche, medizinische oder allgemeine Fragen beantworten Experten unter www.justanswer.de."
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