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InternetCoach
InternetCoach, Master
Kategorie: Beziehung
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Psychotherapeutin, Familientherapeutin, Drogenberatung
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Mein Mann steckt in einer schweren Lebenskrise,stellt alles

Kundenfrage

Mein Mann steckt in einer schweren Lebenskrise,stellt alles in Frage ,vorallem unsere Partnerschaft,wie kann ich ihm unsere positiven Seiten wieder besser bewusst machen?Er sieht nichts gutes mehr bei uns, meint er habe sein lebensglüin amerika gefunden mit einer frau die seit 1woche kennt er möchte uns seine Familie seine Kinder seine freunde alles verlassen wegen einer frau mit der er 1x 2st geredet hat.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Beziehung
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Sie beschreiben eine schwierige aber leider nicht ungewoehnliche Situation.

 

Ihr Mann ist wahrscheinlich gerade im “mittleren Alter” oder seiner "Lebensmitte." Die Suche nach Risiko, Unabhaengigkeit und etwas exotischem passt in das Konzept der "midlife crisis." Auch wenn die midlife crisis nicht immer ernst genommen wird, gibt es mittlerweile genug Forschung, die zeigt, dass es sich dabei um eine durchaus ernstzunehmende Lebenskrise handelt. Man stellt sich zu diesem Zeitpunkt oft die Frage nach dem Sinn des Lebens, hinterfragt Lebensentscheidungen (Was waere gewesen, wenn ich jemand anderen geheiratet haette? Wenn ich einen anderen Beruf ergriffen haette? Wenn ich keine Kinder haette? ....), und setzt sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander. Die Realisierung, dass man weniger Zeit vor sich als hinter sich hat, fuehrt oft dazu, dass man mit allen moeglichen Mitteln versucht, seine Jugend noch einmal zu erleben. Das fuehrt dann oft dazu, dass man sich eine neue Partnerin sucht, mit der man nochmal "von Vorne" anfangen kann. Auch der Drang nach Freiheit und Risiko ist Teil des Wunsches nochmal jung zu sein (denn mit 20 stand das Leben noch offen, man konnte noch alle Traeume verwirklichen).

 

Frauen scheinen sich insgesamt einfacher mit dem Aelterwerden abzufinden und brauchen diese "zweite Jugend" nur selten, darum ist es oft unverstaendlich, warum Maenner diese Dinge tun. Aber letztendlich hat der Trennungswunsch wahrscheinlich ganz viel mit den Aengsten Ihres Mannes zu tun und recht wenig mit Ihnen. Das hilft Ihnen wahrscheinlich wenig, um sich weniger verletzt zu fuehlen, aber vielleicht gibt Ihnen dieses Wissen den Mut, weniger darueber zu gruebeln, was Sie falsch gemacht haben (wahrscheinlich wenig).

Sein Verhalten ist wahrscheinlich nicht einmal von dem Wunsch, Sie zu verlassen, motiviert, sondern von dem Wunsch noch einmal jung zu sein. Der Alltag mit Ihnen zeigt ihm ganz deutlich, dass er nicht mehr 20 ist (die Kinder sind zu alt, die Routinen gut eingespielt, es gibt wenig ueberraschendes und aufregendes, man kennt einander sehr gut - und damit auch die Eigenheiten des anderen (wie man den Kaffee trinkt, was man gerne am Sonntag macht...)), was fuer ihn gerade sehr angsterregend ist.

Was als naechstes passiert ist sehr schwer vorauszusagen. Manche Maenner finden einen Weg, den Sinn des Lebens in Ihrer Familie zu finden und Ihre Angst vor der eigenen Sterblichkeit zu ueberwinden. Sie tun dann oft Dinge, um ihr Leben zu bereichern (wie eine Pilotenlizenz machen, mit dem Fahrrad durch die Mongolei fahren, eine Zeit im Ausland arbeiten, ein schnelles Auto kaufen usw.) um fuer diesen Drang nach Freiheit und Risiko im Rahmen ihres jetzigen Lebens Raum zu schaffen.

Andere verlassen Ihre Familien und fangen mit einer anderen Frau eine neue Familie an. Wenn sie dann nach ein paar Jahren realisieren, was sie aufgegeben haben, ist es dann leider oft zu spaet. Da haben sie dann schon 1-2 weitere Kinder und neue Verantwortungen.

Sie kennen Ihren Mann sehr viel besser als ich und wissen, was von dem oben beschriebenen zutreffen koennte. Vielleicht wuerde er etwas zur midlife crisis lesen? Vielleicht gibt es gemeinsame Freunde, die mit ihm darueber reden koennen? Gibt es vielleicht einen Mann, den er respektiert, der eine aehnliche Lebenskrise durchgemacht hat, der mit ihm sprechen koennte? Eine Therapie waere auf jeden Fall hilfreich, aber natuerlich muss Ihr Mann dazu bereit sein. Vielleicht koennen Sie (oder gute Freunde) mit ihm ueber Alternativen reden: Wonach sehnt er sich am meisten? Es ist wahrscheinlich nicht diese Frau, sondern Freiheit, Ungebundenheit, Abenteuer usw. Waere er bereit, dies auf andere Wege zu finden? Sie koennten auch versuchen, mit ihm zu sympatisieren: Lassen Sie ihn wissen, dass so eine Lebenskrise nicht ungewoehnlich ist, dass es sogar von Tiefgang zeugt, dass er sich so mit Leben und Tod auseinander setzt und dass das nicht leicht sein kann fuer ihn. Lassen Sie ihn vielleicht wissen, dass Sie und die Familie fuer ihn da sind, dass aber nur er den Sinn seines Lebens finden kann und dass Sie bereit sind, ihn dabei zu unterstuetzen und ihm zur Seite zu stehen - mit der Hoffnung, dass er den Sinn seines Lebens innerhalb seiner Familie finden (natuerlich in Ihren Worten).

Ich empfehle Ihnen, sich unabhaengig vom Verhalten Ihres Mannes, um sich selbst zu kuemmern. Tun Sie sich selbst etwas gutes, etwas, das Ihnen hilft, sich besser, staerker, unabhaengiger und weniger aengstlich zu fuehlen. Auch da koennte eine Therapie in Frage kommen.


Wenn Sie nach Paartherapeuten suchen, dann finden Sie diese z.B. hier:


 

http://www.netzwerk-paartherapie.de/http://www.selbsthilfenetz.de

www.paartherapie.de


Wenn Sie oder Ihr Mann eine Therapie in Erwaegung ziehen, dann gibt es mehrere Moeglichkeiten, einen Therapeuten zu finden. Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/therapeutensuche
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

 






Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort in ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.