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InternetCoach
InternetCoach, Master
Kategorie: Beziehung
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Psychotherapeutin, Familientherapeutin, Drogenberatung
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Hallo, der Vater meiner Freundin ist letzten September

Kundenfrage

Hallo,

der Vater meiner Freundin ist letzten September nach kurzer,schwerer Krankheit im alter von 60Jahren gestrorben und meiner Freundin ist sehr an ihm gehangen. Wir haben seither nicht mehr miteinander geschlafen und sehen uns nur am Tag, da Sie bei ihrer Mutter bleibt und Sie es noch nicht erträgt, die nähe zu mir, Sie sagt, das alles in Ordnung ist und das alles wieder wird und das ich mir da keine Gedanken machen soll.

Ich brauche meine Freundin genau so und wir haben ausgemacht, das Sie letzten Donnerstag nach der Arbeit zu mir kommt und Übernnacht bleibt, doch Sie sagt, Sie habe blutungen. Ich weiss nicht, ob das stimmt. Das kann natürlich sein, denn Sie hat im Dezember ein Pub aufgemacht und das ist auch Steß pur.

Gestern habe ich geheult, weil ich mich so gefreut habe, das Sie endlich wieder bei mir bleibt nichts daraus geworden ist. Sie sagte dann zu mir, das ihr erlebtes schlimmer ist, was es auch ist und das Sie die Nähe noch nicht ganz erträgt, aber das es nicht mehr lange dauert.

Wie soll ich vorgehen oder was würden Sie mir empfehlen oder uns beiden ?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Beziehung
Experte:  InternetCoach hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre vertrauensvoll gestellte Frage. Ihr Verwirrung, Frustration und Traurigkeit sind sehr gut nachzuvollziehen. Sie wollen wissen, ob Ihre Beziehung je wieder "normal" oder so wie vorher wird.

Ihre Freundin versucht mit dem Verlust Ihres Vaters und einem stressigen neuen Job umzugehen und fuehlt sich wahrscheinlich aehnlich verwirrt und frustriert.


 

Jeder Mensch verarbeitet einen Verlust unterschiedlich, aber im allgemeinen folgt der Trauerprozess den folgenden 4 Phasen:



1. Phase: bezeichnend ist hier der Schockzustand , das Verleugnen und Nicht- wahrhaben Wollen. Der Verlust wird nicht als Realität akzeptiert. Die typischen Symptome dieser Phase (die von einigen Stunden bis zu 4 Wochen dauern kann): Betäubung, Empfindungslosigkeit, Starre, Unglauben, Unwirklichkeit, stilles Weinen, lautes Schluchzen.

2. Phase: das Aufbrechen der Gefühle, wobei der Schmerz des Verlustes in all seiner Tiefer erfahren wird. Typische Symptome: Gefühlschaos von Trauer, Angst, Wut, und Hilflosigkeit; Schuldgefühle; unbegründete Heiterkeit, Ruhelosigkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen. Am hilfreichsten ist es, sich die Erlaubnis zu geben, all diese Gefühle zuzulassen, und zu wissen, dass das emotionale Chaos der „Normalität „ entspricht, problematisch wäre hier eine andauernde Gefühlslosigkeit und Unterdrückung der Gefühle durch eine Flucht aus der Trauer durch Überaktivität, Missbrauch von suchtfoerdernden Substanzen oder Gleichgueltigkeit.

3. Phase : Akzeptieren einer Umwelt, in der die Verstorbene fehlt - und gleichzeitig glauben, dass das Leben ohne diese Person trotzdem gut und schoen sein kann. Symptome: die Suche nach dem verstorbenen in Träumen oder an Orten, die mit ihr zu tun hatten, Loslassen, Anerkennen des Ausmaßes des Verlustes, beginnende Neudefinition der Lebensziele. Problematisch wird es in dieser Phase, wenn es zu exzessivem Suchtverhalten kommt, einem Rückzug aus der Welt , der Verweigerung des Abschieds, und dem Beharren in der eigenen Hilflosigkeit.

4. Phase: eine neue Beziehung zu sich selbst finden, die starken gefühlsmäßigen Bindungen zu dem Verstorbenen lösen, in neue oder andere Beziehungen investieren. Symptome: der Verlust wird akzeptiert, neue Aufgaben und Rollen werden übernommen. Es kommt zu neuem Selbstvertrauen und neuer Selbstachtung. Problematisch wird diese Phase wenn neue Beziehungen, neues Selbstvertrauen und neue Lebensfreude als Untreue gegenüber dem Verstorbenen empfunden werden. Rueckfaelle in das Emotionschaos der zweiten Phase, v.a. an Jahrestagen ist durchaus normal, wird aber problematisch wenn es zu Ängsten vor neuen Verlusten fuehrt oder zu einer allgemeinen Abwendung vom Leben, den Lebenden und der Liebe.

Trauer braucht Zeit (4-8 Jahre sind nicht ungewoehnlich, wobei das erste Jahr am schwierigsten zu sein scheint). Die Phasen laufen nicht immer linear ab, und Rueckfaelle in fruehere Phasen sind nicht ungewoehnlich.

Zur Unterstuetzung fuer Sie und Ihre Freundin , gibt es Selbsthilfegruppen, in denen man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann, dies ist teilweise auch online möglich.

http://www.ipsis.de/adressen/adressselbsthilfe.htm

http://www.trauer.org/

http://www.familientrauerbegleitung.de/

 



Zusaetzlich koennten Sie einen Termin fuer eine Paartherapie machen und vereinbaren, dass Sie einen Paartherapeuten sehen, wenn Ihre Freundin z.B. in 6 Wochen immer noch keine Naehe zulassen kann.

 

 

 

http://www.netzwerk-paartherapie.de/

www.paartherapie.de



 

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort trotz ihrer Kürze geholfen hat und beantworte auch gerne eine Anschlussfrage. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Erfolg bei den nächsten Schritten.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

Wenn meine Antwort Ihren Vorstellungen entspricht, bitte ich Sie, nicht zu vergessen das Honorar (durch Anklicken von "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank.