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Beutelspacher
Beutelspacher, apl. Prof. Dr.med.
Kategorie: Augenheilkunde
Zufriedene Kunden: 726
Erfahrung:  Facharzt für Augenheilkunde
51078084
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Beutelspacher ist jetzt online.

Sehr geehrter Herr Dr. Beutelsbacher, bin ein wenig mutlos

Kundenfrage

Sehr geehrter Herr Dr. Beutelsbacher, bin ein wenig mutlos geworden und möchte sie um ihren Rat bitten: Das OCT vor 6 Tagen ergab ein Makulaödem, die präretinale Blutung bildet sich langsam zurück ist aber noch deutlich vorhanden. Die Sicht wird heller. Die Sehkraft links beträgt 50-60%. Ich sollte mich entscheiden, ob ich eine Kryotherapie machen lassen will. Die OP stand nicht primär im Vordergrund, über die Lucentisspritze wurde schon nachgedacht und die Antragsformulare für die KK vorbereitet. Gestern war erneute Kontrolle und plötzlich hieß es, das Ödem unter der Makula sei heute gar nicht mehr so schlimm (es war wirklich etwas weniger Flüssigkeit als vor 6 Tagen im OCT zu sehen) und die Metaporphopsien kämen wohl doch eher von den Traktionen des nicht vollständig gelösten Glaskörpers, der temporal.Zug ausübe und dort temporal ist auch mehr Flüssigkeit (Der Glaskörper ist über der Makula und Fovea gut gelöst, nur ganz an der rechten Kante im OCT des linken Auges, also temporal ist er (noch) nicht gelöst, ab und an am Tag blitzt es da auch leicht auf, so wie ich es schon vor ca. 1 Jahr erlebt habe, als er anfing sich abzuheben, nach 2 Monaten war der Spuk wieder vorbei mit den Blitzen und alles gut. Nun sagt man innerhalb von 5 Tage, also gestern, es wäre der Zeitpunkt für eine Vitrektomie - ich bin erst Mal geschockt, denn das ist für mich die Grenze, das hatte ich schon immer gesagt.
Die Blutung habe dazu geführt, dass die Traktionen mehr geworden seien. Lucentis würde nicht wirklich helfen (???). Mein Gefühl ist aber, dass man hier noch nicht so auf medikamentöse modernere Methoden vertraut, da man hier eher auf Lasern und Kryo spezialisiert ist und Spritzen bisher nur bei AMD gegeben wurden. Selbst die vor 5 Tagen vorgeschlagene Krytherapie, sollte gestern nicht mehr war sein. Innerlich habe ich mich gefragt, na war es jetzt vielleicht sogar gut, dass ich sie nicht sofort letzten Donnerstag, erst habe machen lassen, wenn sie heute ungut ist und wenn man gestern durch die Kryo Sorge vor Glaskörperreaktionen hat.
Ich müsse die Vitrektomie nicht über das Knie brechen, aber wenn ich jetzt 3 Monate verliere mit den Lucentisspritzen, dann sei möglicherweise alles noch schlechter und ich musste unterschreiben, dass ich die OP zunächst noch nicht will und habe jetzt für kommenden Donnerstag einen Termin zur Lucentisinjektion auf eigenen Wunsch bekommen. Jetzt bin ich aber trotzdem unsicher, um nicht zu sagen verzweifelt, man will ja doch machen, was einem der Arzt empfiehlt. Es ist eine schwierige Situation für mich. Zum einen vertraue ich meiner Ärztin (Oberärztin an der Augenklinik), es ging bisher alles gut und die Traktionen waren schon vor 1 Jahr da. Seit der Blutung Anfang Juni, die alle in Angst und Schrecken versetzt hat, haben sich die Therapieoptionen für das linke Auge, jedoch unter der Einflussnahe des Chefarztes, der sehr gerne operiert und auf radikale langfristig durchschlagende Methoden steht, innerhalb der letzten 4 Wochen so schnell und so oft immer wieder geändert (von abwarten über Lasern und Kroy bis evtl. Lucentis und nun doch OP). Lucentis wurde von Anfang an, noch vor der Blutung, wegen der Möglichkeit, dass es die Traktionen verstärken könnte, abgelehnt.
Was mach ich nun? Ist es wirklich, nach der Befundbeschreibung, die ich Ihnen geben kann (gerne nachfragen, wenn sie noch fachliche Infos brauche) so verkehrt, mit den Lucentisinjektionen zu beginnen, die pathologischen Gefäße würden doch abgedichtet werden, sich keine neuen Bilden, das Ödem zurückbilden, dann würde es sich vielleicht auch zeigen, dass es nicht durch die Traktionen verursacht ist, denn genau weiß das ja auch die Ärztin nicht, sie vermutet nur. Dann wäre vielleicht eine Kryo sinnvoll oder langsames Lasern und ich hätte vielleicht noch eine Chance ohne OP. Braucht das Auge nicht einfach ein bisschen Zeit, diese ganze Resoptionsarbeit. Und es besteht doch auch die Möglichkeit, das der Glaskörper sich nach und nach selber löst und dabei nicht gleich die Retina reißen muss, und wenn, nicht an einer Stelle bis unter die Makula, dann müsste man operieren, dass ist mir klar, aber so dramatisch muss das doch nicht zwingend verlaufen, aber unter diese Angst bin ich jetzt in meiner Entscheidungsfindung gesetzt. Bei einer Vitrektomie kann doch auch soviel schlechter alles hinterher sein.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Augenheilkunde
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 5 Jahren.
Liebe Patientin,

Sie haben wiederum die Situation sehr gut selbst analysiert und sich bereits selbst meine favorisierten Lösungsvorschläge erarbeitet. Ich bin sehr begeistert von Ihrer Fähigkeit diese Situation zu erfassen.

Mein Chef sagt " die beste Operation ist oftmals die, die man nicht macht " - mit dieser REgel fährt man meist gut. Es gibt natürlich Situationen, wo man OPs nicht vermeiden kann.

Eine Vitrektomie würe ich aber nicht einfach "übers Knie abbrechen". Eine Lucentis oder Avastin Gabe schadet sicher nicht. Im besten Fall vermeidet man damit die OP gänzlich, im 2. besten Fall erleichtert man die Vitrektomie.

Die Resorption des Ödems braucht Zeit. Mit sogenannter konservativer Therapie oder "medical retina" kann man oft sehr sehr viel erreichen.

Holen Sie sich eine 2. oder 3. Meinung, damit Sie eine Entscheidungshilfe haben. Derzeit sind die Uni-Augenkliniken in Bonn, Tübingen, München, Köln, Berlin für derartige Fragestellungen besonders aktiv.
Warum derzeit eine Kryo? Laser ist als Ergänzung sicher gut.

Eine ungünstige, sehr fulminante Entwicklung muss natürlich abgegrenzt werden. Aber wenn nur ein paar Traktionen da sind, die Netzhaut anliegt, Sie eine Blutung hatten, der Glaskörper noch anliegt, halte ich eine Lucentis oder Avastingabe für ideal. Dann muss man hoffen und abwarten wie sich das Augen in den 4-6 Wochen nach der Spritze entwickelt und dann die Entscheidung pro oder con Vitrektomie treffen.


Bitte fragen Sie nach, wenn Sie weitere Details benötigen.

Mit freundlichen Grüßen,

PD Dr. Beutelspacher
Beutelspacher und weitere Experten für Augenheilkunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr Beutelsbacher,

 

ich bin Ihrem Rat gefolgt und habe mir eine Zweitmeinung eingeholt durch persönliche Vorstellung (bei einem Operateur der die Vitrektomie täglich mit gutem Ruf tut). Ich saß schon mit hängenden Ohren, als ich untersucht wurde (incl. OCT) und dann war ich überglücklich, als der Operateur sagte,dass die Vitrektomie vom Grunde her eine Möglichkeit für mich ist, aber er zum jetzigen Zeitpunkt NICHT operieren würde, da die Hauptindikationen (Netzhautablösung, große Glaskörperblutung) nicht vorliegen, meine Linse klar ist und ich einfach zu jung (37) bin. Er sieht auch eine große Chance in der Lucentisinjektion und anschließend Lasern, Lasern und nochmals Lasern, Stück für Stück.

Es ist eine schwere Zeit. Ich danke XXXXX XXXXX ich auch mit Ihrer Hilfe auf den Weg gefunden habe, den ich zum jetzigen Zeitpunkt gehen kann. Am Donnerstag bekomme ich die 1. Spritze. Ein wenig habe ich Angst, nicht mehr vor der Prozedur :o), sondern wegen der Blutung und den giftigen Gefäßen, die noch da sind. Ich hoffe sehr, dass der Eingriff problemfrei verläuft.

Ich habe noch kleinere Fragen. Sie haben ja die Erfahrung:

Kann die Injektion, wenn sie zu einem Druckanstieg führt dazu führen, dass weitere Gefäße platzen, und wie hoch ist die Gefahr einer wieteren Glaskörperblutung durch die Injektion? Ich sollte wohl besser agr nicht daran denken, dass so etwas geschehen kann.

Die Traktionen, wurden vom Operateur als nicht gefährlich eingeschätzt.

In Ihr Mailfach habe ich eine Kopie des letzten OCT als Anhang gemailt. Wären Sie so freundlich, sich das mal kurz anzusehen? Und ggf. mir zu sagen, ob Sie etwas sehen worüber noch nicht gesprochen wurde, bzw. ob Sie noch einen guten oder mahnenden Gedanken haben.

 

Zu ihrer Frage, die Kryo stand im Raum, da das Zentrum, wo ich in Behandlung bin da Experte ist und die Kryo auch dafür sorgen kann, dass der Bluterguss besser aufgesaugt wird. Letztlich würden bereiche koaguliert, die sehr am Rand liegen und nicht zwingend zum Sehen gebraucht werden, auch da, wo man mit dem Laser nicht hinkommt, so dass man mit Kryo bevor man zentraler lasert Gesichtsfeldausfälle vermeidet. Die Prozedur ist aber nur unter Lokalanäst. möglich und ist großflächiger und damit auch risikoreicher, so dass mich das auch grault und ich den Laser moderner und durch die Punktgenauigkeit sicherer finde.

Wie ist Ihre Meinung zur Kryo - liege ich zu voreingenommen falsch mit meiner Ansicht?

 

Wie gesagt 1000 Dank für ihre Hilfe. Ich bin Ihnen sehr sehr dankbar, auch wenn die Situation für mich gerade nicht einfach ist und schwer auszuhalten, aber es ist letztlich nicht nur das Auge, was behandelt werden muss, sondern der ganze Mensch mit seinen Ängsten und Fragen, denn wo Hoffnung ist und Vorstellung an Heilung ist auch Heilung möglich.

 

Beste Grüße M.

Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 5 Jahren.
Liebe Frau Pape, habe Ihnen gerade eine Mail mit meiner Nummer geschickt.

Ich denke es ist richtig, was Ihnen bei der 2. Meinung geraten wurde und Sie nun die Injektionen erhalten. Die Gefahr einer Blutung DURCH die Spritze ist sehr gering, allerdings kann es TROTZ Spritze irgendwann dennoch bluten.

Auf dem OCT sehe ich eine relativ gute Kontour der Makula, wobei die Makula leicht verdickt ist. Oberhalb der Makula denn die große Traktion und eine Blutung zwischen NEtzhaut und hinterer Glaskörpergrenzmembran.
Die Netzhaut ist nicht angehoben, die Traktion ist aber aktiv- das sieht man an der kleinen Blutung. Eine Indikation für eine Cryo-Behandlung sehe ich derzeit aus dem zur Verfügung gestellten Bildmaterial nicht.
Ich verwende das Cryo Verfahren nur, wenn eine Glaskörperblutung vorliegt udn man mit dem LAser keine Chance hat, was bei Ihnen ja absolut nicht der Fall ist.
Ich teile Ihre Meinung betrf. der Cryo voll.

Es gibt sicher eine gute Chance, dass die Traktion unter Lucentis und moderatem Laser verstummt. Wichtig ist natürlich die Optimierung der Zuckereinstellung, dies auch in Hinblick auf Ihr junges Alter!

Suchen Sie sich ein Zentrum mit viel Erfahrung, dann wird sicher bei guter Mitarbeit Ihrerseits wieder vieles in den Griff zu bekommen sein.

MfG,

S Beutelspacher
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich muss aber noch bemerken, dass ich keine Ferndiagnose stellen kann und darf. Ich helfe Ihnen mit meiner Beratung und Information Ihre Erkrankung slebst besser analysieren zu lernen.

Ich schreibe dies, da ein sehr netter Kollege durch sein Engagement bei JustAnswer gerade ein berufsrechtliches Verfahren auferlegt bekam.


Sie können gerne jederzeit innerhalb dieses Threads kostenlos nachfragen.

MfG

S Beutelspacher
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr Dr. Beutelsbacher,

 

die Lucentisinjektion gestern verlief problemfrei. Nun werde ich abwarten und hoffen, dass alles weiterhin gut verläuft. Die Blutung resobiert sich Stück für Stück. Ab übernächste Woche soll dann forsichtig (100-150 Herde, 1-2 wöchentlich) gelasert werden, um Stabilität zu erreichen. Ich hoffe auch, dass die Metamorphopsie durch Lucentis bald verschwindet, spätestens dann, wenn das Blut sich resobiert hat. Eine letzte Frage, wenn nicht, kann Sie auch von der temporalen Traktion theoretisch kommen und wie schätzen Sie die Möglichkeit ein, dass der Glaskörper sich temporal im Bereich der Traktion nach und nach selbst von der Netzhaut ablöst oder kann es immer eine kritische Stelle bleiben? Vielen Dank für Ihre Hilfe und ihre Begleitung aus der Ferne in den für mich letzten zwei so schwierigen Wochen.

 

Mein BZ ist übrigends sehr gut eingestellt mit Insulinpumpe, ich bin Nichtraucherin und habe zeitlebens normales Gewicht (BMI=19), von daher eine gute Basis, nur ich habe den Diabetes schon 30 Jahre. Andere Komplikationen habe ich jedoch nicht und bin sonst auch gesund. Ich vermute die Augensache verläuft in Schüben und es würde mich nicht wundern, wenn auch eine gewisse autoimmune Komponente eine tragende Rolle spielt.

 

Künftig werde ich jetzt noch unterstützend zu allem anderen diese ortho-diabet Vitamine für die Augen einnehmen. Ich denke verkehrt kann das nicht sein.

 

Beste Grüße

 

M.P:

Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,

wenn die Traktion inaktiv wird nach Injektion und Laser, dann wird eher ein stabile Situation eintreten. Die Gefäßneubildung ragt ja quasi in den Glaskörper hinein.
Es bleibt wohl immer ein kontrollwürdiger Befund.
Die Vitamine in Kapselform finde ich nicht so toll. Ich verwende selbst für mich und meine Familie Cellagon (www.cellagon.de), was ich sehr sehr schätze und mir schon selbst sehr gut getan hat. Wenn Sie hieran Interesse haben melden Sie sich einfach, da ich hier sehr günstige Konditionen kriege.

Herzliche Grüße,

S Beutelspacher