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Beutelspacher
Beutelspacher, apl. Prof. Dr.med.
Kategorie: Augenheilkunde
Zufriedene Kunden: 726
Erfahrung:  Facharzt für Augenheilkunde
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Beutelspacher ist jetzt online.

Guten Tag, erschrocken habe ich festgestellt, dass nicht

Kundenfrage

Guten Tag,

erschrocken habe ich festgestellt, dass nicht nur meine Sehkraft in den letzten Jahren nachgelassen hat (geschätzte +1,0 hatte ich bisher als reversibel auf Stress geschoben), sondern dass mein linkes Auge offenbar weniger hell sieht, als das rechte - irgendwie "grauer". Auch scheint das Bild des linken Auges verwischt zu sein. Fast wie ein Doppelbild... Aber wie sollte das möglich sein?

Bereits vor Jahren sagte mir ein Kinesiologe, dass mein linker Sehnerv nicht in Ordnung sei. Vermutlich bakteriell bedingt. Aber das hatte ich gedanklich als Unfug abgetan. Ob da womöglich doch etwas dran ist?

Bis vor ca. 2 Jahren hatte ich auf dem linken Auge häufig leichte Bindehautentzündungen, die allerdings seit einer Ernährungsumstellung verschwunden sind.

Erwähnenswert scheint mir noch, dass ich im Lauf des letzten Jahres zweimal eine unheimliche "Erscheinung" hatte: Als ich im Dunkeln vor meinem Laptop saß, sah ich plötzlich eine strahlend helle, neonbunte, wie "Las Vegas-Leuchtreklame" blinkende Stelle an einer Ecke des Screens. Diese Fläche/Figur/Erscheinung veränderte sich von der Farbe und Größe her kaum, fing aber an, sich langsam um den Monitor herum zu bewegen.
Als ich den Blick abwandte, musste ich feststellen, dass die schrill schillernde farbige Erscheinung nicht verschwand, sondern meinem Blick folgte. In meiner Panik konnte ich aber nicht ausmachen, ob davon evtl. nur das linke Auge betroffen war. Dieser Zustand dauerte ca. 1 Stunde an. Dann zwang ich mich, zu schlafen, und am nächsten Morgen war "es" weg.

Jetzt, wo mein linkes Auge so deutlich lädiert scheint, frage ich mich, ob ich von vornherein einen Augenspezialisten aufsuchen sollte, und nicht eine "normale" Augenarztpraxis.

Ich leide weder an Diabetes, noch MS, Bluthochdruck oder Epilepsie.

Über einen Rat würde ich mich sehr freuen.
Herzlichen Dank im voraus
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Augenheilkunde
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag, gerne beantworte ich Ihre Frage. Ich bin seit mehreren Jahren Facharzt für Augenheilkunde (Oberarzt an einer Universitätsklinik) and auch für dieses Fach habilitiert.
Meiner Ansicht nach beschreiben Sie 2 unterschiedliche Dinge. Zunächst das blassere und dunklere Sehen, das würde in der Tat zu einer Erkrankung des Sehnerven passen - ich lese bei Ihnen zwischen den Zeilen, dass Sie sich hier schon mit Ursachen wie MS / Epilepsie etc. beschäftigt haben. Hier ist meiner Meinung nach Diagnostik erforderlich, um das näher einzugrenzen. Sie sollten einen Augenarzt aufsuchen, der Ihnen einen Farbsinntest, eine Gesichtsfeldmessung und ein VEP macht. Dann kann man gezielt Aussagen über den Sehnerven treffen.
Die Lichterscheinungen sehe ich abgekoppelt von diesem Teil, wobei auch die Lichterscheinungen abzuklären sind. Zunächst möchte ich mich bei Ihnen vergewissern, ob die Lichterscheinungen nur ein einem Auge waren, oder ggf. doch beide Augen - bitter versuchen Sie sich so genau wie möglich zu erinnern, denn das hat enorme diagnostische Bedeutung. Wenn beide Augen betroffen waren könnte es eine Migräne gewesen sein (hatten Sie anschließend Kopfschmerzen?). Die Dauer von ca. 1 Stunde passt nicht so recht zur Migräne. Ich muss hier leider das Wort Epilepsie nennen - diese kann im Bereich der Sehrinde auftreten und als "visuelle Aura" manifest werden. Wenn nur ein Auge betroffen war, kommen beide gerade genannten Erkrankungen nicht in Frage und man müsste nach einer Netzhauterkrankung suchen. Ich erwarte dann nochmals Ihre kurze Rückmeldung ob Sie ggf. noch mehr Details haben?
Mit freundlichen Grüßen, PD Dr. Beutelspacher
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo Dr. Beutelspacher,

danke für die schnelle Antwort.

Na ja, ich habe vor drei Jahren eine Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht. Da gehören all diese Themen natürlich zum Lerninhalt. Natürlich weiß ich daher das Wichtigste über die Ätiologie und Klinik von MS, Epilepsie, Nervenschäden und diversen Augenerkrankungen.
Daher schließe ich Migräne aus, denn ich hatte weder vorher noch nachher Kopfschmerzen. Ebenso glaube ich nicht an Epilepsie, denn ich hatte nie ein Grand oder Petit Mal. Was MS angeht, so muss ich natürlich erst einmal hinnehmen, dass diese Sehstörungen durchaus ein Vorbote sein könnten...

So sehr ich mich auch zu erinnern versuche, ich kann nicht schwören, dass ich die Lichterscheinung nicht auch auf dem rechten Auge gesehen habe. Ich habe mir die Augen abwechselnd zugehalten und hatte zu keiner Zeit das erlösende Gefühl, dass das Bild verschwand. Ach du Schreck! Jetzt, wo ich das schreibe, fällt mir ein, dass ich die Lichterscheinung die ganze Zeit - auch bei geschlossenen Augen - gesehen habe. Genau das machte mir solche Angst. Darum kann ich auch nicht sagen, dass ich es nur auf einem Auge gesehen habe, denn es war auch dann zu sehen, wenn das linke Auge geschlossen war. Ziemlich "spooky", finde ich.

Wenn ich so darüber nachdenke, scheint demnach die Lichterscheinung wohl nichts mit dem Auge selbst zu tun zu haben und eher nervlich bedingt zu sein?...

Wenn ich auch sonst ganz gern mit meiner Gesundheit "schludere", so habe ich doch gerade das Gefühl, dass es sich hier um etwas ernst zu nehmendes handelt.

Ich lebe erst seit drei Jahren in Hamburg und kenne daher noch kaum Ärzte oder Leute, die ich um einen Tipp bitten könnte, zu wem ich am besten gehen könnte.
Haben Sie zufällig Kontakte, die Sie mir empfehlen könnten? Oder gehören die von Ihnen genannten Untersuchungen zum normalen Repertoir eines Augenarztes?

Hilft Ihnen meine Erinnerung an die Lichterscheinung bei geschlossenen Augen diagnostisch irgendwie weiter? Ich kann damit leider überhaupt nichts anfangen.

Beste Grüße
C. T.
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Patientin,

ich selbst habe in Hamburg studiert und dort auch mehrere Jahre gearbeitet, zuletzt im AK Barmbek (jetzt Asklepios Barmbek), bevor ich dann wieder an die Universität ging. Also, da ist sicher diagnostisch alles möglich.
So wie ich es jetzt einschätze, sehe ich hier doch ein zentralnervöses Problem - genau wie Sie auch. Vom Vorgehen: 1.) gründliche Untersuchung beim Augenarzt mit Netzhautuntersuchung bei erweiterten Pupillen 2.) Neurologische Untersuchung, VEP und MRT Schädel auch EEG.
Die Epilepsie kann einzig und alleine den visuellen Cortex treffen, so dass es keine Petit mal oder Grand Mal Anfälle gibt! Das Fehlen von Kopfschmerzen schließt eine Migräne nicht aus!
Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gerne innerhalb dieses Threads weiter an mich wenden.
Mit freundlichen Grüßen, PD Dr. Beutelspacher
Beutelspacher und weitere Experten für Augenheilkunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Dr. Beutelspacher,

danke für die wichtigen Hinweise bzgl. Migräne und Epilepsie. Ich werde die von Ihnen empfohlenen Untersuchungen möglichst zügig machen lassen.
Sollten sich weitere Fragen ergeben, werde ich mich gern wieder an Sie wenden.

Mit freundlichen Grüßen
C.T.