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Beutelspacher
Beutelspacher, apl. Prof. Dr.med.
Kategorie: Augenheilkunde
Zufriedene Kunden: 726
Erfahrung:  Facharzt für Augenheilkunde
51078084
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Beutelspacher ist jetzt online.

Guten Abend, bin jetzt 44 und seit gut 2 Jahren werden meine

Kundenfrage

Guten Abend,
bin jetzt 44 und seit gut 2 Jahren werden meine Augen immer Schlechter...
war vor 6 Monaten beim Optiker -6,75 Dioptrien bds. jetzt wieder beim Optiker
neuer Stand - 7,75 Dioptrien so geht es seit 2 Jahren was kann ich dagegen tun...
meine Angst ist eigentlich das von meinem Vater die Mutter erblindet ist mit 55 aber wohl wegen zucker ( Bein usw.wurde auch amputiert wegen zucker ) mein Vater selbst auch schwer zucker Krank mittlerweile Zehen Amputiert...was kann ich machen ???
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Augenheilkunde
Experte:  drhippokrates hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend !

Hier muss man doch 2 grundlegend unterschiedliche Dinge unterscheiden :

1. "Altersbedingte Sehstörungen"
2. Diabetische Retinopathie

Fast jeder Mensch erlebt mit fortschreitendem "Alter" eine Verschlechterung der Sehfähigkeit, so dass man irgendwann zumindest eine Lesebrille benötigt. Das ist ein völlig normaler Prozess, der vielleicht lästig ist. Aber ganz sicher nicht gefährlich. Dies führt definitiv nicht zur Erblindung.

2. Bei Zucker = Diabetes liegt eine völlig andere Ursache vor. Hier kommt es zu Veränderungen der Netzhaut, also der Fläche auf der die Sehrwahrnehmungen im Auge wahrgenommen werden. Dies nennt man diabetische Retinopathie. Das ist fortschreitend, wenn man nicht rechtzeitig was dagegen macht (und den Zucker gut einstellt). Auch Beinamputationen können bei schlecht eingestelltem Zucker auftreten.

Nur : 1 und 2 haben nun so gut wie überhaupt keine Gemeinsamkeiten bzw Zusammenhänge. Sicherheitshalber können sie aber mal ihren Zuckerwert beim Hausarzt bzw. Apotheker überprüfen lassen, um bei ihnen eine beginnende Diabetes-Erkrankung auszuschliessen.
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend, gerne beantworte ich Ihre Frage.
Ich bin seit mehreren Jahren Facharzt für Augenheilkunde (Oberarzt an einer Universitätsklinik) and auch für dieses Fach habilitiert.
In der Tat beschreiben Sie derzeit 2 Probleme. Zum einen die Veränderung der Brechkraft der Augen. Das kann sehr wohl mit dem Diabetes zu tun haben. In Zeiten sehr hoher oder sehr niedriger Zuckerwerte kann die Augenlinse quellen und sich so verändern. Eine weiter Möglichkeit wäre auch die Entwicklung einer diabetes-unabhängigen Linsentrübung (grauer Star) - wobei Sie hierfür noch fast zu jung sind! Die Zunahme deR Kurzsichtigkeit um 1 dpt binnen 6 Monaten ist sicher ungewöhnlich.

Bezüglich des Diabetes sollten Sie eine Abklärung durchführen lassen. Ihr Augenarzt muss zunächst eine "normale" Augenuntersuchung durchführen ,dann aber die Pupille mit Tropfen erweitern und die Netzhaut beurteilen. Sollten sich hier Veränderungen bzgl. Diabetes (das ist alles klar erkennbar!) zeigen, dann muss weitergeschaut werden. Man würde zunächst eine Fluoreszenzangiografie und eine optische Kohärenztomografie durchführen. Beide Techniken würden gestatten Ihre Makula (Zentrum des schärfsten Sehens) genauestens zu untersuchen und festzustellen, ob der Diabetes bereits einen Schaden am Augenhintergrund verursacht hat. Bei Diabetesdauer mehr als 10 Jahre empfehle ich ohnehin eine Fluoreszenzangiografie. So wie ich verstehe, wurde bei Ihnen aber noch kein Diabetes festgestellt.
Heute muss niemand mehr am Diabetes erblinden - sofern man ihn regelmäßig und mit moderner Technik beim Augenarzt untersucht.

Praktisches Vorgehen: 1.) zum hausarzt -> Diabetes ausschließen lassen / bestätigen lassen 2.) auf jeden fall zum Augenarzt - Netzhaut mittels Pupillenerweiterung untersuchen lassen, ggf. weitere (s.o. Untersuchungen machen lassen).
Mit freundlichen Grüßen,

PD Dr. Beutelspacher
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend, haben Sie noch Fragen? Falls nein, wäre es sehr freundlich, wenn Sie meine Antwort akzeptieren würden. Schöne Weihnachten!!! PD Dr. Beutelspacher