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Beutelspacher
Beutelspacher, apl. Prof. Dr.med.
Kategorie: Augenheilkunde
Zufriedene Kunden: 726
Erfahrung:  Facharzt für Augenheilkunde
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Beutelspacher ist jetzt online.

Hallo, meine Schwiegermutter ist in Behandlung einer Lucentis-Therapie

Kundenfrage

Hallo,
meine Schwiegermutter ist in Behandlung einer Lucentis-Therapie und im Basistarif einer priv. KK.
Die KK schreibt nun, dass sie
" letztmalig entgegenkommend eine Zusage der Kostenübernahme für maximal 3 weitere Anwendungen der Lucentis-Therapie am linken Auge geben.
Diese Kostenzusage verstehe sich auf Grundlage der Übergangsvereinbarung zur Vergütung der intravitrealen Injektion zwischen der KV Westfahlen-Lippe und der AOK Westfahlen-Lippe, des BKK-Landesverbands NRW, der Vereinigten IKK etc."

Der Augenarzt ist jedoch der Meinung, dass unbedingt noch weitere 3x3 Behandlungen durchgeführt werden sollten.

Muss die Krankenkasse nicht die Kosten übernehmen?
MfG Hans Wanninger
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Augenheilkunde
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Abend, gerne beantworte ich Ihre Frage. Ich bin seit mehreren Jahren Facharzt für Augenheilkunde (Oberarzt an einer Universitätsklinik) and auch für dieses Fach habilitiert.
Ihre Schwiegermutter hat offensichtlich eine altersabhängige Makuladegeneration und wurde bereits mit Lucentis behandelt. In der Regel erfolgt die intravitreale Eingabe von Lucentis in einer "3-er Serie" als Aufsättigungsmaßnahme. Anschließend wird individuell entschieden, ob weitere Injektionen erfolgen müssen oder nicht. Es ist meiner Ansicht nach nicht nachvollziehbar wie Ihr Augenarzt auf eine weitere Anwendung von 3x3 Lucentis Injektionen am linken Auge kommen kann. Da man 4 wöchentliche Injektionen in der Aufsättigungsphase vorsieht wäre das ja eine Planung über ein ganzes Jahr und zwar nach der Aufsättigungsphase. Es ist richtig, dass die Krankenversicherung bei den recht hohen Kosten einen Nachweis über den Therapieerfolg einfordern kann. Sollte dieser nicht gegeben sein, kann von einer Kostenübernahme abgesehen werden. Es handelt sich nachdem "Schema F" abgelaufen ist tatsächlich um Einzelfallentscheidungen. Insbesondere bei der gesetzlichen KV oder bei PKV im Basistarif.
Eine Alternative wäre die Umstellung auf Avastin, was deutlich billiger wäre und auch bei Ablehnung der PKV privat finanzierbar. (Materialkosten ca. 50 Euro + Behandlungskosten).
Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Ausführung helfen und würde mich freuen, wenn Sie meine Antwort AKZEPTIEREN würden. Wenn Sie weitere Fragen haben dürfen Sie diese gerne stellen. Mit freundlichen Grüßen, PD Dr. Beutelspacher
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Dr. Beutelspacher,
können Sie mir das mit der 3-er Serie versus 4-wöchige Injektionen nochmals erklären?
Meines Wissens bekommt man die Injektionen 1x pro Woche, das wären dann 3 Wochen für die 3-er Serie?
Wie oft und in welchen Abstand sollte man diese Behandlung wiederholen, wenn keine Besserung, ein Stillstand oder eine Besserung eintritt?
Mit freundlichen Grüßen, Hans Wanninger
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag. Bei Lucentis wurde bei der Zulassungsstudie eine Aufsättigungsphase (=3 Injektionen im Abstand von 4 Wo) und der Erhaltungsphase (= in der Regel individuelle Intervalle) unterschieden. Es ist nicht üblich (mal vorsichtig ausgedrückt) wöchentliche Lucentis Injektionen durchzuführen! Nach dem ersten Dreierblock werden wie gesagt unter Kontrolle mit dem OCT die Verläufe dokumentiert. Wenn es wieder zu einem Ödem kommt, injiziert man nach. 2 Monats Intervalle wären hier denkbar. Abbruchkriterien für die Behandlung sind: Therapieerfolg (kein Ödem mehr), Narbe in der Netzhautmitte. Nu Ihre konkrete Frage: Wie oft und in welchen Abstand sollte man diese Behandlung wiederholen, wenn keine Besserung(-> 4 wöchentliche Injektionen gehen erst mal weiter, insgesamt ca. 6), ein Stillstand (Erhaltungsinjektionen ca. alle 2-3 Monate) oder eine Besserung (Abbruch bei Abklingen des ÖDems) eintritt?

Mit freundlichen Grüßen, PD Dr. Beutelspacher
Beutelspacher und weitere Experten für Augenheilkunde sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Beutelspacher hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX Akzeptieren der Antwort. Ergänzend möchte ich noch sagen, dass man bei hohen Kosten, die ggf. von Lucentis auf Avastin umstellen könnte. Die Intervalle wären hier ähnlich. MfG Beutelspacher