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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 5871
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Ich bin vor 2 Jahren Mutter geworden, seit 1 Jahr Vollzeit

Beantwortete Frage:

Ich bin vor 2 Jahren Mutter geworden, seit 1 Jahr Vollzeit zurück im Beruf. Krankheitsbedingt bin ich in dieser Zeit öfter ausgefallen inkl. Kur. Mein AG will mich nun in die Teilzeit drängen, dies habe ich abgelehnt. Daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass ich mich somit auf mehr Druck durch meine Führungskraft einstellen soll und die HR Abteilung mich dann (O-Ton) schützen kann. Dies ist bis dato nur mündlich mitgeteilt worden. Wie kann ich mich schützen? Ich vermute, dass eine krankheitsbedingte Kündigung angedacht ist, man aber hofft, dass ich früher das Arbeitsverhältnis beende. Der AG ist ein renommiertes Unternehmen.
Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

es freut mich, dass Sie sich für die Nutzung von JustAnswer entschieden haben.

Ich bin Rechtsanwalt Dr. Traub und würde Ihnen gerne bei Ihrem Anliegen weiter helfen.

Bitte erlauben Sie mir zum mitgeteilten Sachverhalt folgende Nachfrage:

Wie viele Mitarbeiter führt das Unternehmen, wie lange sind Sie schon dort und sind Sie alleinerziehend?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Das Unternehmen hat ca. 500 MA (IT Dienstleister) ich bin im 7. Jahr dort tätig.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich lebe in einer Partnerschaft.
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Aufgrund Ihrer Dauer der Beschäftigung sowie der Anzahl der Mitarbeiter im Unternehmen findet im Falle einer Kündigung das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) Anwendung.

D. h. eine Kündigung Ihrer Person wäre nicht ohne weiteres möglich.

Wenn Ihr Ar­beits­verhält­nis un­ter das Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) fällt und Sie da­her all­ge­mei­nen Kündi­gungs­schutz ge­nießen, braucht Ihr Ar­beit­ge­ber nicht nur für ei­ne außer­or­dent­li­che, son­dern auch für ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung ei­nen vernünf­ti­gen Grund, da­mit die Kündi­gung wirk­sam ist.

Das KSchG bie­tet dem Ar­beit­ge­ber drei Gründe an, nämlich

Die krankheitsbedingte Kündigung wäre eine aus Gründen in der Person liegende Kündigung.

Nach der Recht­spre­chung müssen die fol­gen­den drei Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen, da­mit ei­ne krank­heits­be­ding­te Kündi­gung wirk­sam ist (fehlt auch nur ei­ne die­ser Vor­aus­set­zun­gen, ist die Kündi­gung un­wirk­sam):

  1. Es müssen zum Zeit­punkt der Kündi­gung Tat­sa­chen vor­lie­gen, die die Pro­gno­se wei­te­rer Er­kran­kun­gen des Ar­beit­neh­mers in dem bis­he­ri­gen Um­fang recht­fer­ti­gen. Die­se Vor­aus­set­zung heißt "ne­ga­ti­ve Ge­sund­heits­pro­gno­se".
  2. Es muß fest­ste­hen, daß die zu er­war­ten­den Fehl­zei­ten des Ar­beit­neh­mers zu ei­ner er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gung der be­trieb­li­chen oder wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers führen. Ei­ne sol­che In­ter­es­sen­be­ein­träch­ti­gung liegt vor al­lem dann vor, wenn es auf­grund der Fehl­zei­ten des Ar­beit­neh­mers zu Störun­gen des Be­triebs­ab­laufs oder zu er­heb­li­chen Be­las­tun­gen des Ar­beit­ge­bers mit Lohn­fort­zah­lungs­kos­ten kommt.
  3. Sch­ließlich muß ei­ne In­ter­es­sen­abwägung vor­ge­nom­men wer­den. Sie muß zu­guns­ten des Ar­beit­ge­bers aus­ge­hen, d.h. sie muß er­ge­ben, daß ihm bei ei­ner um­fas­sen­den Abwägung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen un­ter Berück­sich­ti­gung der Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses, der Krank­heits­ur­sa­chen, der Fehl­zei­ten ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer und des Le­bens­al­ter des Ar­beit­neh­mers die oben fest­ge­stell­te Be­ein­träch­ti­gung sei­ner In­ter­es­sen (sie­he Punkt 2.) nicht mehr wei­ter zu­ge­mu­tet wer­den kann.

Aufgrund dieser hohen Anforderungen dürfte eine Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses nicht ohne weiteres möglich sein, wenn Sie Ihre normalen AN-Pflichten einhalten.

Dass als junge Mutter höhere Krankheitszeiten vorliegen ist ganz normal und wird von einem Gericht nicht als Kündigungsgrund anerkannt.

Ihre Rechtsposition ggü. Ihrem AG ist stark. Sie müssen sich von diesem nicht unter Druck setzen lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich bedanke ***** *****ür die Antwort. Mittelfristig werde ich mir einen neuen Arbeitgeber suchen, da eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr gegeben ist.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen.
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

es freut mich, wenn ich Ihnen bei Ihrem Anliegen weiter helfen konnte und stehe Ihnen auch in Zukunft gerne über JustAnswer zur Verfügung.

Über die Abgabe einer positiven Bewertung (anklicken zwischen 3 - 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich freuen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Dr. Holger Traub und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.