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RASchroeter
RASchroeter, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 7690
Erfahrung:  Rechtsanwalt, Immobilienökonom, MBA, Bankkaufmann
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RASchroeter ist jetzt online.

Ich habe als Immobilienberater gearbeitet (mit guten

Kundenfrage

Ich habe als Immobilienberater gearbeitet (mit guten Erfolgen) und befand mich im Angestelltenverhältnis. Ich hatte wöchentlich eine fixe Arbeitszeit und habe dafür einen Lohn bekommen (800 Euro brutto). Zusätzlich sollte ich mit Prozenten an der Provision partizipieren. Beispielsweise bei einem Hausverkauf mit 25 %, bei Akquisition eines Hauses mit 10% etc. Mir wurde der Verkauf bis zum Schluss nie überlassen, sondern gesagt: "Du machst erstmal nur Akquise!" Was letztlich bedeutet, dass ich zu keinem Zeitpunkt beeinflussen konnte, ob es zum Verkauf des Hauses kommt und ob ich letzlich wirklich eine Provision erhalte (denn Auszahlung erst bei wirklichem Verkauf und Überweisung an die Firma). Zwischenzeitlich wurden jedoch mehrere Objekte verkauft, an denen ich tatsächlich hätte partizipieren müssen (die Akquise wurde durch mich übernommen). Eine Auszahlung an mich fand zu keinem Zeitpunkt statt, da mein Gehalt ein Provisionsvorschuss sei, der mit den erzielten Gewinnen in Verrechnung gebracht würde. Die Diskussionen über meinen Vertrag hielten bis zum Schluss an. Ich kündigte und bin nun im gleichen Unternehmen geblieben, jedoch als Leiter eines anderen Standorts tätig. Aber das nur am Rande (Firma ist top; Probleme eher im Arbeitsverhältnis mit dem Leiter des Standorts). Nun meine Fragen:

1. Ist es rechtlich in Ordnung mich eines Großteils meiner Provisionen zu "berauben" (d.h. mir den Verkauf nicht zu überlassen) ?

2. Können meine tatsächlich erzielten Provisionen in Verrechnung gebracht werden mit meinem Gehalt (dass sich auf die wöchtentliche Arbeitszeit bezieht)?

Das würde ja bedeuten : Ich hätte nicht mal einen Stundenlohn für meine wöchentliche Arbeitszeit gehabt.

3. Als freier Mitarbeiter würde ich eine Verrechnung ja durchaus verstehen. Es ist in der Branche durchaus üblich mit Provisionsvorschüssen zu arbeiten, die am Ende verrechnet werden. Auch denkbar ist die Lösung: kleiner Provisionsvorschuss plus kleines Fixum. Ich habe jedoch in all der Zeit meine Fahrtkosten selbst bezahlt, die Akquise übernommen und 3 mal wöchentlich den Shopdienst übernommen, um den Chef zu entlasten.

Ein Festgehalt war letztlich für mich Vorraussetzung um anzufangen und den alten Job als Marketingleiter aufzugeben (ich wurde abgeworben). Die Art und Weise nach meiner Kündigung hat mir gezeigt, dass bewusst Provisionen an mir "vorbeigeschleust" wurden. Verkäufe die danach getätigt wurden, wurden mir nicht mitgeteilt, obwohl meine Akquise der Objekte in meinen Aufgabenbereich und meinen Zeitraum fiel.

Ist mein Fall nicht mit dem folgenden vergleichbar? http://www.canzlei-cramer.de/2012/10/09/fixum-im-arbeitsvertrag-sichert-mindestgehalt/

Ich freue mich von Ihnen zu hören, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Verrechnung als Angestellter nun so möglich ist. Es würde ja bedeuten, dass ich für die 20 Stdn keinen Lohn erhalten habe, da das Geld mit den Gewinnen verrechnet wird. Von Fahrtkosten, Überstunden etc. mal ganz zu schweigen. Ich hoffe Sie können mir helfen.

Mit besten Grüßen ***

Gepostet: vor 2 Monaten.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  RASchroeter hat geantwortet vor 2 Monaten.

Sehrgeehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgtbeantworte:

1. Nein, dies ist nicht zulässig, wenn bei Abschluss des Arbeitsvertrages etwas anderes vereinbart wurde. Insoweit können Sie hier Schadensersatzansprüche aufgrund entgangener Provisionseinnahmen geltend machen.

2. Nein dies war anders vereinbart und ist dann auch so umzusetzen. Soweit der Arbeitgeber dieser Auffassung ist, ist dieser zunächst aufzufordern, eine Abrechnung der Provisionseinnahmen vorzunehmen. Dies erleichtert Ihnen die Beweisführung. Denn wenn der Standortleiter die Provisionsgeschäfte offenlegt, müssen Sie hieraus "nur" gegen die Verrechnung vorgehen und nicht die akquierierten Objekte nachweisen. Darüber hinaus ist dies auch Grundlage für die Berechnung der entgangenen Verkaufsprovision.

3. Im Zuge der Darlegung wäre dann auch zu prüfen, inwieweit das Fisum überhaupt den Mindestlohn abdeckt. Dies wird aufgrund einer Vollzeitanstellung sicherlich nicht der Fall sein, so dass dem Standortleiter, sollte er eine ordnungsgemäße Abrechnung der Provisionseinnahmen verweigern, ein Ordnungsgeldverfahren wegen Nichtzahlung des Mindestlohnes droht.

4. Problematisch könnte die Beweisbarkeit sein, wenn die geschilderte Vereinbarung nicht schriftlich fixiert wurde. Daher sollte der Standortleiter zunächst seine Abrechnung vornehmen, damit Sie den Provisionsanteil prüfen können. Wenn der Provisionsanspruch geklärt ist gehen Sie dann gegen die Verrechnung vor.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und Ihre Frage beantworten.

Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Antwort positiv bewerten (bitte einmal aufdie Sterne untermeiner Antwort klicken).

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