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RAWeidmann
RAWeidmann, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 173
Erfahrung:  Mein Schwerpunkt liegt in der Vertretung von Arbeitnehmern.
78618188
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RAWeidmann ist jetzt online.

Ich bin vergangenen Freitag ohne Vorwarnung gekündigt wurden.

Kundenfrage

Hallo,
ich bin vergangenen Freitag ohne Vorwarnung gekündigt wurden. Die Kündigung wurde mir nach der Arbeit(Kurierfahrerin) bei Fahrzeugübergabe vorgelegt. In der Kündigung steht:
"... hiermit Kündigen wir den Arbeitsvertrag vom 07.01.2015 fristgerecht zum 30.09.2015. Ab 29.08.2015 sind Sie freigestellt. Ihr Urlaubsanspruch entfällt mit der Freistellung. Ihre Arbeitspapiere erhalten Sie nach erfolgter Abrechnung. "
Auf die Frage warum, erhielt ich die Antwort: " wir harmonieren nicht" . Es gab vorab keine Streitigkeiten oder Auseinandersetzungen. Es wurde auch nie ein Gespräch bezüglich Harmonie gesucht. Ich war also komplett überrascht vom Handeln meines Chefes.
Die Firma hat weniger wie 10 Mitarbeiter. Meine Stelle wurde zum 01.09.2015 neu besetzt.
Meine Frage
Ist diese Kündigung rechtens?
Besteht tatsächlich kein Urlaubsanspruch? (Bisher hatte ich nur 2 Einzeltage und den großen Urlaub von 14.09.-26.09.2015 beantragt.)
Lohnt es sich rechtlich zu Klagen?(Wenn dann auf Entschädigung .. ein zurück von meiner Seite wird nicht in Betracht gezogen)
Ist es tatsächlich so, dass ich während der Freistellung zurück beordert werden kann und dadurch meinen gebuchten Urlaub nicht antreten kann?
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  RAWeidmann hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank ***** ***** Anfrage auf dem Gebiet des Arbeitsrechts. Hierzu nehme ich wie folgt Stellung:
1. Soweit ich es beurteilen kann, dürfte die Kündigung rechtens sein. Dazu habe ich noch Rückfragen: Ist Sie eigenhändig unterschrieben und von wem?
2. Leider sehe ich bis jetzt keine Grundlage zur Klage. Das Kündigungsschutzgesetz ist nicht anwendbar, so dass eine Kündigung grundlos innerhalb der Kündigungsfrist erfolgen kann. Diese Einschätzung ändere ich gerne, falls noch ein Grund ersichtlich wird.
3. Ihr Urlaubsanspruch verfällt leider in der Freistellunsgzeit, das hat das BAG so entschieden. Der Arbeitgeber darf in dieser Zeit den restlichen Urlaub "anordnen". Falls Sie zur Arbeit zurück geholt werden, verfällt Ihr Urlaub nur in folgendem Fall nicht:
Angenommen Sie hätten noch 20 Urlaubstage und Sie würden bei 22 Arbeitstagen für 5 Tage zurück geholt. Dann wäre es so, dass 3 Urlaubstage nicht verfallen würden, weil Sie nicht durch eine Freistellung in den Genuss der drei Tage kämen, da Sie ja 5 Tage arbeiten mussten und drei davon in die Urlaubszeit fallen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

Als Grund wurde mir nur gesagt, dass "wir nicht harmonieren" würden.

Was wäre, wenn ich im Urlaub bin und dann vom Arbeitgeber zurück beordert werde. Im Ausland ist dies ja schlecht möglich und der Urlaub war ja vor Kündigungsauspruch geplant?

Unterschrieben wurde die Kündigung lediglich vom Arbeitgeber.

Experte:  RAWeidmann hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich möchte doch noch einmal nachfragen: hat der Arbeitgeber selbst unterschrieben oder evtl. ein Vertreter?

Ein Widerruf von Urlaub ist nur in ganz dringenden Fällen möglich, es ist Gefahr im Verzug erforderlich (das ist der absolute Ausnahmefall). Da Ihre Stelle von morgen an neu besetzt ist, dürfte diese Begründung ausfallen. Falls wider erwarten doch ein rechtmäßiger Widerruf erfolgen sollte, haben Sie einen Anspruch auf Erstattung der Stornierungskosten.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.

der Arbeitgeber hat selbst unterschrieben .... ich jedoch nicht

Experte:  RAWeidmann hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank ***** ***** Rückmeldung. Ich fasse meine Antwort zusammen:
1. Eine Klagemöglichkeit gegen die Kündigung sehe ich leider nicht. Das Kündigungsschutzgesetz ist nicht anwendbar, weshalb eine Abmahnung nicht erforderlich war (verhaltens- bzw. personenbedingte Kündigung in Bezug auf das "Nichtharmonieren"). Die Schriftform wurde eingehalten.
2. Der Urlaub kann von Arbeitgeber während der Freistellung angeordnet werden, er kann nur mit triftigem Grund widerrufen werden (Gefahr im Verzug, allerdings dürfte dieser Grund durch die Neubesetzung für die Stelle so gut wie weg fallen).
3. Falls doch, wider erwarten, ein Grund vorläge, können Sie die Stornierungskosten und sonstige Aufwendung in diesem Zusammenhang ersetzt verlangen. In diesem Fall verfällt der Urlaub nicht, der für die Arbeit aufgewendet werden müsste.
Experte:  RAWeidmann hat geantwortet vor 1 Jahr.
Sehr geehrter Ratsuchender,
falls Sie Nachfragen haben, bitte ich diese zu stellen. Anderenfalls freue ich mich über eine 3 (***) bis 5 (*****) Sterne-Bewertung.

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