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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 16973
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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Sehr geehrte Damen und Herren, mein Partner hat im Juli

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Partner hat im Juli seinen Urlaub angetreten und hatte zuvor ein Gespräch mit seinem direkten Vorgesetzten und der Bezirksleitung. Dort hatte er bereits angekündigt, dass er möglicherweise aus dem Urlaub nicht zurück kommt. (Er ist Türke und hatte das Angebot, in der Türkei, im Familienunternehmen einsteigen zu können.) Er und seine Vorgesetzten verabredeten, dass er sich rechtzeitig melden würde, um Bescheid zu geben, ob er wieder kommt, oder ggf. kündigt. Er verabsäumte, sich, nachdem er seinen Urlaub "aufgebraucht" hatte (12.08.), zurückzumelden und erhielt eine schriftliche Aufforderung, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt (14.09.) zu melden und seine Arbeit anzutreten. Inzwischen war er zurückgekehrt und meldete sich telefonisch, zum angegeben Zeitpunkt, beim Arbeitgeber zurück. Er erhielt beim Arbeitgeber, auch nach mehrmaliger telefonischer Anfrage, weder eine Aussage, wann er wieder arbeiten sollte (er arbeitet im Schichtdienst und erhält normalerweise einen Dienstplan), noch einen Termin beim Vorgesetzten, um zu erfahren, wie nun weiter verfahren werden sollte. Mein Partner erhielt dann eine Abmahnung wegen unentschuldigten Fehlens. Am 21.09. hatte er dann ein Gespräch mit der Bezirksleitung und ihm wurde mitgeteilt, dass er gekündigt wird. Die Kündigung erhielt er am 25.09. per Post. In der Kündigung steht, "...fristlos gekündigt zum 24.09., hilfsweise zum 31.10.2013." Außerdem erhielt er einen Brief, indem er aufgefordert wird, das zuviel erhaltene Gehalt vom August zurückzuzahlen. Für den Monat September hat er gar keinen Lohn erhalten.

Jetzt meine Fragen hierzu:
Kann er fristlos gekündigt werden, wenn er doch am 13.08. seinen Urlaub voll in Anspruch genommen hatte und soviel Zeit seitdem vergangen ist? Hätte der Arbeitgeber da nicht viel eher reagieren müssen?
Hätte der Arbeitgeber hier nicht sofort abmahnen müssen?
Kann man überhaupt fristlos, hilfsweise gekündigt werden?
Kann der Arbeitgeber den Lohn zurück verlangen, oder gar nicht zahlen, obwohl hier ja die Bereitschaft die Arbeit wieder aufzunehmen gegeben war?
Macht es Sinn mit diesem Sachverhalt vors Arbeitsgericht zu gehen, oder stehen die Chancen auf Erfolg, vor allem was den einbehaltenen Lohn angeht, schlecht?
Mein Partner hat sich zwar bereits arbeitslos gemeldet, jedoch zählt dies erst ab 31.10., laut vorgelegter Kündigung. Er erhält also zwei Monate kein Geld. Ist das korrekt vom Arbeitgeber?

Vielen Dank!

Viele Grüße
Stefanie U.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Kann er fristlos gekündigt werden, wenn er doch am 13.08. seinen Urlaub voll in Anspruch genommen hatte und soviel Zeit seitdem vergangen ist? Hätte der Arbeitgeber da nicht viel eher reagieren müssen?

- Er darf nicht einfach fern bleiben. Er sollte sich ja auch rechtzeitig melden. Insoweit durfte er seinen Urlaub nicht eigenmächtig verlängern. Die Kündigung erfolgte durchaus zu Recht.

Hätte der Arbeitgeber hier nicht sofort abmahnen müssen?

- Er ist einen nicht unerheblichen Zeitraum weggeblieben.Daher war eine Abmahnung entbehrlich.

Kann man überhaupt fristlos, hilfsweise gekündigt werden?

- Ja, nach § 626 BGB kann er fristlos gekündigt werden.

Kann der Arbeitgeber den Lohn zurück verlangen, oder gar nicht zahlen, obwohl hier ja die Bereitschaft die Arbeit wieder aufzunehmen gegeben war?

- Er hat sich ja im August auch nicht zurückgemeldet. Also steht ihm auch kein Lohn zu.

Macht es Sinn mit diesem Sachverhalt vors Arbeitsgericht zu gehen, oder stehen die Chancen auf Erfolg, vor allem was den einbehaltenen Lohn angeht, schlecht?

- Nein, das macht wenig Sinn. Man kann nur versuchen, die fristlose Kündigung zum Kippen zu bringen.

Mein Partner hat sich zwar bereits arbeitslos gemeldet, jedoch zählt dies erst ab 31.10., laut vorgelegter Kündigung. Er erhält also zwei Monate kein Geld. Ist das korrekt vom Arbeitgeber?

- Wenn das Gericht sagt, die fristlose Kündigung ist unwirksam, gilt die ordentliche Kündigung zum 31.10. dann bekommt er aber noch Geld bis dahin.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Seien Sie bitte so freundlich, und geben Sie kurz eine positive Bewertung ab, wenn Sie keine Nachfragen ("Dem Experten antworten") haben, denn nur so erhalte ich den für die Rechtsberatung vorgesehenen Anteil Ihrer Anzahlung.

Ich danke Ihnen vielmals und stehe für Rückfragen und eine weitergehende Beauftragung natürlich jederzeit gern zur Verfügung.

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