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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 17060
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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Um meine Frage verständlich zu machen, muß ich leider die ganze

Kundenfrage

Um meine Frage verständlich zu machen, muß ich leider die ganze Vorgeschichte dazu erzählen.
Meine Lebenspartnerin hat nach 22 Jahren Firmenzugehörigkeit als Salonleiterin beim größten Friseursalon-Betreiber in Deutschland zum 1. Juli 2012 gekündigt, um bei Ihrem "Traumfriseur" die Anstellung als Salonleiter zu übernehmen. Sie übersah dabei, dass es sich um einen Franchising-Nehmer ihres "Traumfriseurs" handelte. Und nun begann das Elend.
Von ihren neuen Mitarbeitern (14 Stück) wurde sie gleich aufgeklärt, dass Gehälter unregelmäßig, oft mit 3 Monaten Verspätung gezahlt werden. Trotz bester Umsätze (bis zu 52.000 € monatlich) besserte sich die Zahlungsmoral des Arbeitgebers nicht. Der Warenbestand zum vernünftigen Arbeiten war von Anfang an nicht vorhanden und wurde immer katastrophaler. Die Pleite des Unternehmens war aus meiner Sicht unausweichlich,
meine Lebenspartnerin war aber überzeugt bei den Umsätzen den Laden zu sanieren. Bis zum 25.Juni 2013 hatte sie bei Ihrem Engagement in einem Jahr 225 Überstunden angehäuft, die es irgendwann abzufeiern galt. Am 5.7.2013 um 18 Uhr erschien ein Ehepaar und stellte sich bei der Salonleitung (meine Lebenspartnerin) und den anwesenden Mitarbeitern als neue Salonbesitzer vor. Der Salon wurde also vom Besitzer in einer Nacht- und Nebelaktion zum 15.Juli 2013 verkauft. Die Firmenübernahme wurde durchgeführt, ohne schriftliche Mitteilung an die Mitarbeiter mit der 4 Wochenfrist wie im § 613a BGB verlangt. Auch sonst wurde § 613a nicht beachtet. Bis heute hat meine Lebenspartnerin keine schriftliche Mitteilung betreffs der Übernahme erhalten. In einem ersten Treffen mit den neuen Besitzern wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, daß die geleisteten Überstunden aus der Vergangenheit nicht anerkannt werden. Darauf hat meine Lebenspartnerin gegen die Übernahme Widerspruch eingelegt und blieb somit die Angestellte des alten Besitzers. Der hat ihr aus betriebsbedingten Gründen am 26.Juli 2013 zum 31. August gekündigt, obwohl sie seit 12. Juli im Krankenstand ist. Am 27.Juli wurde meine Lebenspartnerin an der rechten Hand operiert und wie lange der Krankenstand dauert ist momentan nicht absehbar. Sie hatte seit Weihnachten nur mit Schmerzmitteln arbeiten können und hat die angeratene Operation verweigert, weil sie
sich im Friseur-Salon für unabkömmlich gehalten hat.
Ihre Gehaltsabrechnung für den Monat Juni, fällig lt. Arbeitsvertrag bis zum 5. Juli, sowie die Gehaltsabrechnung Juli fällig bis zum 5. August hat sie bis zum heutigen Tag nicht erhalten und natürlich für die 2 Monate auch keine Geldüberweisung.
Frage 1: Ist die Kündigung zum 31. August 2013 in Ordnung?
Frage 2: Was ist gesetzlich zu tun um die 2 Monatsgehälter einzufordern?
Von den geleisteten Überstunden und der Lohnfortzahlung im Krankenstand für den Monat August gar nicht zu sprechen. Der RA den meine Lebenspartnerin zu Rate zog, hat den Arbeitgeber zur Zahlung aufgefordert. Der hat im Rückschreiben Ratenzahlung vorgeschlagen und der Anwalt ist der Meinung zu akzeptieren, da eine Klage mindestens 3 Monate dauert. Es kann doch nicht sein, daß ein Arbeitnehmer eine bereits geleistete Arbeit dem Arbeitgeber noch kreditieren soll. Dabei ist das Angebot auf Ratenzahlung eine durchsichtige Hinhaltetaktik, denn der "Arbeitgeber" hätte doch schon lange die erste Rate zahlen können. Darüber hinaus ist er Betreiber von 3 weiteren Friseursalons, wo die dortigen Mitarbeiter über unregelmäßige Gahaltszahlungen klagen.
Bitte um Beantwortung meiner 2 Fragen und Zusendung einer Beratungsrechnung.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Da die Firma offenbar mehr als 10 Mitarbeiter hat, gilt das Kündigungsschutzgesetz.

Dann kann aus betriebsbedingten Gründen gekündigt werden.

Der Arbeitgeber muss dies aber auch nachweisen können.

Daher kann nicht zu 100 % bewertet werden, ob die Kündigung in Ordnung ist oder nicht.

Man sollte erwägen, dagegen zu klagen - zu beachten ist die Frist von 3 Wochen.

Das offene Gehalt sollte schriftlich angemahnt werden und mit kurzer Fristsetzung eingefordert werden.

Notfalls muss dann Klage erhoben werden.