So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an rebuero24.
rebuero24
rebuero24, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 3138
Erfahrung:  Tätigkeit als Rechtsanwalt und Mediator
30639152
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Arbeitsrecht hier ein
rebuero24 ist jetzt online.

Ich arbeite in einem großen Unternehmen

Beantwortete Frage:

Ich arbeite in einem großen Unternehmen (ca. 4000 Beschäftigte). Ich erhalte eine jährliche Gratifikation in Höhe von 7500 Euro bei Erfüllung der Zielstellungen des Unternehmens. 2011 war ich ganzjährig krank. Ich erhielt eine nicht nachvollziehbare Gratifikation in Höhe von 660 Euro. 2011 hat das Unternehmen die Zielstellungen voll erfüllt. Meine Nachfrage zur Berechnung meiner Gratifikation bei Betriebsrat und Personalreferenten blieb ergebnislos. Trotz mehrfacher Nachfragen erhielt ich keine Antwort.

Welche Rechtsgrundlagen sind hier anzuwenden und was kann ich selbst noch tun.

Mit freundlichen Grüßen

xx xxxxxx xxxxxx
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

erlauben Sie mir vorab eine Frage. Gibt es eine arbeitsvertragliche Vereinbarung über die Gratifikation oder stellt die Zahlung eine Art betriebliche Übung dar?

Vielen Dank.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
In meinem Anstellungsvertrag ist die jährliche Gratifikation vereinbart. Die Gratifikation habe ich bisher jedes Jahr bekommen. Auch wenn ich länger als 6 Wochen krank war. Die Gratifikation ist mit 7500 Euro bei Erfüllung der Unternehmensziele festgeschrieben. Bisher lag die Gratifikation zwischen 6500 und 8500 Euro. Mit freundlichen Grüßen XXXXX XXXXX xxxxx
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank für ihre Ergänzung.

sofern vertraglich festgelegt ist, dass eine Kürzung der Gratifikation aufgrund von Fehltagen möglich ist, kann theoretisch eine solche Kürzungsmöglichkeit durch den Arbeitgeber im vorliegenden Fall vorgenommen werden. Dagegen spricht allerdings zunächst, dass eine Kürzung bei vorherigen Krankheitszeiträumen, die nicht unerheblich lang waren, eine Kürzung nicht vorgenommen worden ist.

Daher wäre zu schauen, ob die Gratifikation einen ausschließlichem Entgeltcharakter hat, dann sind anteilige Kürzungen zulässig oder ob die Betriebstreue mit der Gratifikation honoriert wird, dann sind Kürzungen nicht zulässig.

Dabei kann auch ein Leistungscharakter bezüglich der Unternehmensziele die Betriebstreue entsprechend darstellen.

Hier dürfte es auch auf die genaue Formulierung im Arbeitsvertrag ankommen, sowie auch gegebenenfalls auf die Behandlung anderer Arbeitnehmer bei entsprechenden längeren Krankheitszeiträumen.

Bezüglich einer ersten Einschätzung, ohne Einsicht in die arbeitsvertragliche Regelung würde ich dazu tendieren, dass die Gratifikation auch weiterhin zu zahlen wäre, wobei allerdings eben hier der Schwerpunkt darauf gesetzt werden müsste, dass es sich insbesondere um eine Art Treuezahlung handelt und nicht um die eigentliche Leistung des Arbeitnehmers geht, da auch zu berücksichtigen ist, dass Sie aufgrund Ihrer Krankheit zunächst überhaupt keine Leistung für das Unternehmen im streitigen Kalenderjahr erbracht haben.

Gerne können Sie sich weiter an mich wenden, wenn Sie noch weitere Fragen haben oder Erläuterungsbedarf besteht. Bis dahin hoffe ich, Ihnen hilfreich geantwortet zu haben und freue mich über ihre positive Bewertung.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Eine Kürzung der vertraglich vereinbarten Gratifikation erfolgt gemäß Anstellungsvertrag nur, wenn die Unternehmnensziele nicht erreicht wurden. Die Unternehmensziele würden voll erfüllt.Wird hier nicht gegen § 4a des Entgeltfortzahlungsgesetzes verstoßen? Mit freundlichen Grüßen XXXXX XXXXX xxxxx
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Würden Sie mir bitte meine Frage vom 17.05. noch beantworten.MfGxx xxxxxx xxxxx
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 4 Jahren.
Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage, entschuldigen Sie bitte die Verspätung über das Pfingstwochenende.

Grds. unterliegen auch Gratifikationen als Sondervergütung dem EntgfzG, vielen Dank für den Hinweis, auch und gerade auf § 4a.

Wenn die Gratifikation nur an die Unternehmensziele geknüpft ist, besteht zunächst kein direkter Zusammenhang zu Ihrer Leistung.
Eine Kürzung ist sodann nur in folgender Höhe zulässig:Is

Die Kürzung darf für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit ein Viertel des Arbeitsentgelts, das im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt, nicht überschreiten.

Insofern wäre zu kalkulieren, ob hier die Abzüge eine entsprechende Höhe erreichen. Ich würde mich hierzu am Di nocheinmal melden.

Viele Grüße
rebuero24 und 2 weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.

Ähnliche Fragen in der Kategorie Arbeitsrecht