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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 19814
Erfahrung:  Erfahrung in der Bearbeitung arbeitsrechtlicher Mandate
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ra-huettemann ist jetzt online.

wir wurde gerstern betriebsbedingt gekündigt. ich bin mir aber

Kundenfrage

wir wurde gerstern betriebsbedingt gekündigt. ich bin mir aber sicher das mein Arbeitsgeber mich nur loshaben weil. weil es ist weder mein Arbeitsplatz weggefallen noch ist der Umsatz zurück gegangen. was kann ich tun?
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Teilen Sie mir zur abschließenden Bearbeitung Ihrer Anfrage bitte noch mit: Wie hat Ihr Arbeitgeber die Kündigung denn begründet?

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Betriebsbedingte Kündigung

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Vielen Dank für die Klarstellung.

Sie sollten die Kündigung zurückweisen und gerichtlicher Überprüfung zuführen. Erheben Sie innerhalb von drei Wochen seit Zugang der Kündigung bei Ihnen die Kündigungsschutzklage zum Arbeitsgericht mit dem Antrag die Unwirksamkeit der Kündigung festzustellen.

Die betriebsbedingte Kündigung muss ein Arbeitgeber zum einen begründen, und zum anderen muss er eine Sozialauswahl vornehmen: Der Arbeitgeber hat zunächst die betriebsbedingten Gründe anzuführen, die die Kündigung rechtfertigen sollen. Er muss also angeben, dass der Arbeitsplatz etwa wegen Auftragsmangels oder Umsatzrückgang wegfällt. Schon daran fehlt es hier.

Sodann muss der Arbeitgeber eine nachvollziehbare Sozialauswahl vornehmen.

Sozialauswahl bedeutet, dass im Rahmen einer betriebsbedingten Kündigung der Arbeitgeber die Verpflichtung hat, bei seiner Entscheidung, welchem Arbeitnehmer gekündigt werden soll, bestimmte soziale Aspekte maßgeblich zu berücksichtigen.

Der Begriff Sozialauswahl nimmt dabei solche sozialen Kriterien in Bezug, die innerhalb der Vergleichsgruppe der Belegschaft und in der konkreten Auswahlsituation bestimmend sind. Das KSchG selbst nennt in § 1 Absatz 3 die maßgeblichen Kriterien der sozialen Auswahl, die der Arbeitgeber zu beachten hat. Bei der Auswahl des Arbeitnehmers ist dabei insbesondere zu berücksichtigen
  • die Dauer der Betriebszugehörigkeit
  • das Lebensalter
  • bestehende Unterhaltspflichten
  • das Vorliegen einer Schwerbehinderung
Verstößt der Arbeitgeber bei seiner konkreten Auswahlentscheidung gegen diese Grundsätze der Sozialauswahl, so ist die Kündigung sozial ungerechtfertigt und damit unwirksam.

Auch diese Sozialauswahl kann von dem Arbeitsgericht im Rahmen Ihrer Kündigungsschutzklage überprüft werden.

Ich rate Ihnen daher an, Klage zum Arbeitsgericht zu erheben.


Fragen Sie bei Unklarheiten bitte nach: Um mir zu antworten, nutzen Sie bitte ausschließlich die Nachfragefunktion "Antworten Sie dem Experten".


Geben Sie bitte kurz eine positive Bewertung ab, wenn Sie keine Nachfragen ("Antworten Sie dem Experten") haben, denn nur so erhalte ich die für die Rechtsberatung vorgesehene Vergütung.

Vielen Dank!


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 19814
Erfahrung: Erfahrung in der Bearbeitung arbeitsrechtlicher Mandate
ra-huettemann und 2 weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

muss ich mir unbedingt einen anwalt nehmen?


wenn was würden dann noch für kosten auf mich zukommen sollte ich verlieren?

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Nein, dies ist nicht erforderlich, und zur Meidung von Anwaltskosten sollten Sie dies auch nicht tun.

Die Klage können Sie selbst ohne Probleme erheben: Begeben Sie sich hierzu bitte zu Ihrem örtlichen Arbeitsgericht. Dort suchen Sie die Geschäftsstelle auf. Geben Sie dort dann unter Vorlage Ihres Arbeitsvertrages und des Kündigungsschreibens Ihre Klage zu Protokoll. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle werden Ihnen bei der Formulierung Ihrer Klage behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

wenn mir betriebsbedingt gekündigt wird dann dann vor Gericht gesagt werden wann ich wegen Unfreundlichkeit zu kunden oder solchen gründen gekündigt wurde.. zählt das auch zu betrieblichen Gründen??

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 3 Jahren.
Grundsätzlich kann ein AG bestimmte Gründe auch noch im Kündigungsschutzprozess nachschieben: Ist Ihnen daher betriebsbedingt gekündigt worden, so kann der AG im Verfahren noch andere Gründe nennen, wenn diese Kündigungsgründe auch schon vor Ausspruch der Kündigung vorlagen.

Das wären in Ihrem Fall verhaltensbedingte Kündigungsgründe (Unfreundlichkeit gegenüber Kunden), die auch schon vor der Kündigung vorlagen.

Ihr AG wäre daher berechtigt, solche verhaltensbedingte Kündigungsgründe später im Prozess noch anzuführen.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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