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ragrass
ragrass, Rechtsanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 5109
Erfahrung:  langjährige Erfahrung als Rechtsanwältin
52374836
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ragrass ist jetzt online.

Guten Abend, Ich habe folgende Fragen und bitte um realistische

Kundenfrage

Guten Abend,

Ich habe folgende Fragen und bitte um realistische Einschätzung meiner Chancen.

Ich arbeitete bis heute bei einer EDV Firma der mittleren Größe (ca. 170 Mitarbeiter) ohne Betriebsrat oder sonstige Arbeitnehmer Vertretungen.

Am 12.11.2012 wurde ich Operiert und war daraufhin bis auf weiteres bis einschließlich zum 26.11.2012 Krankgeschrieben. Am 26.11.2012 fand dann meine 2te Nachuntersuchung statt wobei der behandelnde Facharzt festgestellt hat das der Heilungsprozess suboptimal verläuft. Eine weitere Krankschreibung bis einschließlich 30.11.2012 folgte. Am Wochenende wird nicht gearbeitet. Ich hatte die Fehlzeit ca. 8 Wochen vorher angekündigt.

Am 03.12.2012 kam ich also wieder pünktlich zur Arbeit und nahm diese sofort auf. Noch am selben Tag bat mein Abteilungsleiter mich zu sich. Die sehr gereizte Art von meinem Abteilungsleiter bemerkte ich sofort.
Ich wurde gefragt ob ich mich während der Krankschreibung mit verschiedenen Arbeitsthemen befasst habe. Dies verneinte ich. Mein Abteilungsleiter gab mir deutlich zu verstehen das er diese Tatsache nicht in Ordnung fand. Danach wurde die Arbeit bis zum Feierabend weiter aufgenommen.

Heute am 04.12.2012 fand ich mich wieder pünktlich bei der Arbeit ein (8 Uhr). Um 15 Uhr wurde ich zum Firmeninhaber/Geschäftsführer gebeten.

In dem Gespräch wurde mir in sehr offensiver Art und Weise gesagt das die Krankschreibung unnötig Lange gedauert habe, angeblich habe der Geschäftsführer eine solche Operation auch schon hinter sich gehabt und er hätte "nach 2 Tagen wieder im Büro gestanden".
Des Weiteren wurde mir nochmal klargemacht das es nicht in Ordnung sei das ich mich während der Krankschreibung nicht um die Arbeit gekümmert hatte.
Aufgrund dieser "Tatsachen" habe man sich entschieden sich von mir zu trennen. Ich war seit 2,5 Jahren in dieser Firma tätig. Keine Abmahnungen, keine Abmahnenden Gespräche oder dergleichen.

Der Geschäftsführer legte mir nun eine Kündigung mit folgendem Inhalt vor:

Datiert auf den 03.12.2012
"Kündigung fristgerecht zum 31.12.2012, die Gründe wurden persönlich besprochen.

Völlig perplex sah ich mir das Schreiben kurz an. Ich sollte Unterschreiben, ich würde ja lediglich unterschreiben das ich die Kündigung erhalten habe.
Ich versuchte nochmal einzulenken und bat um eine Überdenkung seinerseits. Er sah keine Möglichkeit.

Originalton: "Zumal die Krankschreibung während einer 6 monatigen Betriebsweiten Urlaubssperre stattfand wollte ich mir lediglich einen Urlaub verschaffen! Ich solle nun Unterschreiben oder er würde mich sofort vor die Tür begleiten lassen, so das die Kollegen es mitbekommen. Ob ich das wolle?"

Noch immer geschockt Unterschrieb ich ohne das mir das falsche Datum aufgefallen war. Trotzdessen wurde ich umgehend zur Tür begleitet. Ich sollte morgen nicht wiederkommen.

Nun meine Fragen:

1. Gibt es noch Möglichkeiten trotz der Unterschrift von mir?
( Am 03.12.2012 wäre die Kündigung ja tatsächlich fristgerecht gewesen. Aber heute am 04.12.2012 nicht.)
2. Ist dieser Kündigungsgrund überhaupt rechtens?
3. Wie sollte ich vorgehen / mich verhalten?

Ich bedanke XXXXX XXXXX Vorfeld für Ihre Antworten.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  ragrass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie lediglich den Erhalt der Kündigung mit der Unterschrift bestätigt oder wozu diente die Unterschrift sonst ? Sind die Gründe in der Kündigung genannt ?

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ich habe die Kündigung unterschrieben. In der Kündigung steht das die Gründe persönlich besprochen worden sind also würde ich sagen nein.

MfG
Experte:  ragrass hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

die Kündigung stellt eine einseitige Erklärung des Arbeitgebers dar und Ihre Unterschrift bestätigt nur den Erhalt.

Die Kündigung ist nach Ihren Schilderungen nicht gerechtfertigt, da ein Kündigungsgrnd nicht vorhanden ist. Ihre Erkrankung wurde durch ärztliches Attest nachgewiesen. Bei Zweifeln hat der Arbeitgeber die Möglichkeit , über den medizinischen Dienst überprüfen zu lassen, ob tatsächlich eine Erkrankung vorliegt. Erfolgt diese Überprüfung nicht, muss die AU vom AG als Bestätigung der Erkrankung hingenommen werden.

Auch die Kündigungsfrist wurde nicht eingehalten. Diese beträgt nach § 622 Abs. 2 Nr.1 BGB einen Monat zum Ende des Kalendermonats.

Sofern Sie die Kündigung nicht akzeptieren möchten, besteht die Möglichkeit innerhalb von 3 Wochen die Kündigung mittels Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht überprüfen zu lassen. Einen Antrag beim Arbeitsgericht können Sie selber oder mithilfe eines Rechtsanwaltes stellen. Wichtig ist, dass Sie die 3 wöchige Frist beachten. Sie sollten zudem Ihrem AG schriftlich per Einschreiben mitteilen, dass Sie bereit sind, Ihre Arbeit sofort wieder aufzunehmen und dass der AG Ihnen mitteilen soll, wann und wo Sie wieder arbeiten können. Setzen Sie dem AG eine Frist von max.7 Tagen. Dieses Schreiben ist wichtig, um Ihnen die Lohnansprüche zu erhalten.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Bei Unklarheiten stellen Sie bitte beliebig oft Nachfragen. Stellen Sie Ihre Rückfragen bitte nicht über die Smileys, sondern „dem Experten“ antworten. Halten Sie die Frage für nicht beantwortet, fragen Sie bitte beliebig oft nach.

Bestehen keine Nachfragen, bewerten Sie bitte die erteilte Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass



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