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jut1967
jut1967, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 103
Erfahrung:  Fachanwalt für Arbeitsrecht
69342875
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jut1967 ist jetzt online.

Guten Tag, ich bin Auszubildender 2. Lehrjahr zum Kaufmann

Kundenfrage

Guten Tag,

ich bin Auszubildender 2. Lehrjahr zum Kaufmann für Verkehrsservice in Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin seit dem 06.09.2012 arbeitsunfähig erkrankt.

Mein Unternehmen hat mir mit Wirkung vom 29.10.2012 (Erhalt der schriftlichen Kündigung am 30.10.2012) außerordentlich fristlos gekündigt. Daraufhin informierte ich IHK, Arbeitsagentur und meine Gewerkschaft wegen dem Rechtsbeistand. Am Montag, 05.11.2012 hatte ich einen Termin bei meinem zuständigen Rechtssekretär. Die Kündigung ist aufgrund Formmangels nichtig (Es sind keine Gründe angegeben!). Wir haben daraufhin den Schlichtungsausschuss gemäß §111 Abs. 2 ArbGG angerufen und eine Schlichtungssitzung beantragt, da die Kündigung Rechtsunwirksam ist.

Heute (07.11.) erhielt ich ein zweites Kündigungsschreiben, diesmal mit exakter Begründung, aber selben Anhörungsbogen des Betriebsrates.

Ist die zweite, nachgebesserte Kündigung rechtswirksam? Von den maßgeblichn Tatsachen, die zur Kündigung führten erhielten meine Vorgesetzten erstmals Anfang Oktober, meine Stellungnahme zum angeblichen Delikt am 18.10.2012 Kenntnis. Ist die Frist von zwei Wochen abgelaufen??

Ich wäre Ihnen sehr dankbar für eine Antwort. Vielen Dank XXXXX XXXXX!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Hat man bei der neuen Kündigung nur die Gründe nachgeschoben oder auch die Frist entsprechend angepasst?

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Man hat nur die Gründe nachgeschoben, da es sich ja um eine fristlose Kündigung handelt.

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.

Welche Gründe sind das, warum fristlos?

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Naja als Azubi kann mich das Unternehmen laut BBiG §22 nur fristlos aus wichtigem Grund kündigen.


 


Ich bin bei einer Privatbahn tätig. Bei Eintritt in das Unternehmen hat meine Ausbilderin gesagt, dass ich via Dienstweg Fahrkarten zur privaten Nutzung bestellen kann und dann eine Rechnung vom Unternehmen erhalte. Ich habe nie Rechnungen erhalten. Jetzt fiel ihr bei einer Fahrkartenprüfung das ganze auf. Sie hat daraufhin meine Fahrkartenkäufe seit April kontrolliert (inzwischen gab es mehrere Abrechnungen seitens unseres Kundenservices) und hat mir unterstellt, ich hätte mich auf Firmenkosten bereichert. Auf meine Stellungnahme (ich bot an sofort nach Rechnungsstellung zu zahlen) kam dann die schriftliche fristlose Kündigung.

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ja, genau.

Aber wie lautet der wichtige Grund?

Der Abrechnungsfehler liegt doch ganz klar bei der Firma.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Der wichtige Grund ist laut Unternehmen ein enormer Vertrauensbruch, weil ich angeblich das ganze vertuscht hätte (stimmt ja nicht, habe immer über meinen Namen bestellt und meine persönliche Bestellnummer genutzt) und das ganze nicht angesprochen.


 


Aber mal ehrlich: Wer schreit schon nach einer Rechnung??


 


Das Unternehmen hat es versäumt mir Rechnungen zu stellen. Ich weiß, dass ich hätte fragen können, aber ich bin ja nicht durchgehend im Büro, sondern auch im Zugbegleitdienst.


 


Aber mir geht es ja vorwiegend darum, ob die erneute Kündigung aus gleichem Grund allerdings jetzt mit nachgeschobenen Grund zu werten ist. Oder die erste erhaltene Kündigung, wo ich das unterschriebene Duplikat bereits zurückgesendet habe.

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.

Deswegen ja.

Hier haben Sie sich nichts vorzuwerfen.

Die Kündigung ist unwirksam, da der Grund nicht haltbar ist.

Auf diesem Weg muss man die Kündigung angreifen.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Bloß wie verfahre ich jetzt mit dem zweiten Kündigungsschreiben?


Soll ich das einfach ignorieren?

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.

Nein, auch dieses muss zum Gegenstand des Verfahrens über IHK, Arbeitsagentur und meine Gewerkschaft gemacht werden.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Also darf das Unternehmen die Kündigung einfach so nachbessern?

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Ist die zweite Kündigung aus selben Grund (gleicher Anhörungsbogen) zulässig?

Experte:  jut1967 hat geantwortet vor 4 Jahren.
1.)Mit Ausspruch der ersten Kündigung
ist der Grund verbraucht.
2.)Zudem reichen die Vorwürfe ohnehin nicht
für eine ausserordentliche Kündigung aus.
Rückfragen?Gerne!
Ansonsten erbitte ich Ihre positive Bewertung.
Herzliche Grüsse und viel Erfolg
Jens-Uwe Thümer
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Wie soll ich jetzt vorgehen? In der zweiten Kündigung wird verlangt, dass ich ein unterschriebenes Duplikat zurückschicke. Soll ich dies tun? Wie sollte ich mich jetzt gegenüber der IHK und dem Rechtssekretär äußern? In der ersten Kündigung ist der Grund ja nicht benannt. Zählt es als verbrauchter Grund, wenn es sich um den gleichen Anhörungsbogen handelt?

Experte:  jut1967 hat geantwortet vor 4 Jahren.
Zurückschicken müssen Sie nichts.Allerdings
müssen Sie gegen die Kündigung vorgehen ,
da diese sonst bestandskräftig wird.
Der Grund ist verbraucht und reicht ohnehin nicht aus.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Also schicke ich das Duplikat trotz expliziter Aufforderung nicht zurück? Die wollen da ja "nur" die Kenntnisnahme bestätigt haben.


 


Gilt bei Anrufung des Schlichtungsausschusses gem. §111 ArbGG die 3-Wochen-Frist wie in §4 KSchG? Läuft die Frist für eine Kündigungsschutzklage auch während der Dauer des Schlichtungsverfahrens?


 


Wie sieht es aus: ich wurde von meinen Ausbildern gemobbt und befürchte, dass meine Ausbildung jetzt Horror wird. Kann man in dem Schlichtungsverfahren auch auf eine gütliche Einigung gehen, in der das Unternehmen sich bereit erklärt, mich für die Ausbildung in einem anderen Betrieb freizugeben?

Experte:  jut1967 hat geantwortet vor 4 Jahren.
1.)Sie müssen nichts bestätigen.
2.)die 3- Wochenfrist gilt,ist aber
während der Schlichtung gehemmt,Sie
müssen erst nach Ende der Schlichtung
klagen.
3.)In der Schlichtung kann oft eine gütliche Einigung
erzielt werden.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank!


 


Wie würden Sie objektiv meine Chancen einschätzen nach Ihrem derzeitigen Kenntnisstand? Habe ich vor dem Arbeitsgericht Chancen, dass die Kündigung als rechtsunwirksam abgewiegelt wird?

Experte:  jut1967 hat geantwortet vor 4 Jahren.
Da bei Azubis die Anforderungen an Kündigungsgründe
sehr hoch sind,stehen Ihre Chancen vor Gericht gut!
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank für diese ausgiebige Antwort und Ihre Geduld.


 


Alles Gute Ihnen!

Experte:  jut1967 hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ihnen auch-und bitte positive Bewertung nicht
vergessen :-)
jut1967, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 103
Erfahrung: Fachanwalt für Arbeitsrecht
jut1967 und 2 weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  jut1967 hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ich danke für Ihre Bewertung und wünsche Ihnen viel Erfolg!
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe auf deren Basis ich jetzt nach Aufhebungsvertrag das Unternehmen wechseln kann! Vielen Dank!

Experte:  jut1967 hat geantwortet vor 4 Jahren.
Das freut mich!

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