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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechtsanwalt tätig.
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troesemeier ist jetzt online.

Hallo, nächstes Jahr bin ich 45 Jahre berufstätig und davon

Kundenfrage

Hallo,
nächstes Jahr bin ich 45 Jahre berufstätig und davon über 20 Jahre bei meinem jetzigen Arbeitgeber (Arztpraxis, 2 Angestellte). Nun möchte ich schnellstmöglich zu meiner Tochter ziehen, die Zwillinge bekommt und mich in ihrem Ort arbeitlos melden bis zur Rente, die ich frühestens in 2 Jahren mit 63 beziehen kann. Ich bitte um Info zu
1. Betriebsbedingte Kündigung ohne Einhaltung der Kündigungsschutzfrist (7 Monate?) möglich? Kriege ich Schwierigkeiten mit dem Arbeitsamt - Sperrung 12 Wochen?
2. Aufhebungsvertrag - welche Konsequenzen vom Arbeitsamt sind zu erwarten?
Was raten Sie mir, damit ich so wenig wie möglich Einkommensausfall habe?
Herzlichen Dank vorab!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragsteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

1. Die betriebsbedingte Kündigung ohne Einhaltung der Kündigungsfrist führt zu Problemen, da der Anspruch auf Arbeitslosengeld bis zum Auslaufen der korrekten Kündigungsfrist ruht. Sie sind in diesem Fall gezwungen, um den Einkommensverlust zu vermeiden, Kündigungsschutzklage zu erheben.

Bei 20 Jahren Betriebszugehörigkeit beträgt nach § 622 BGB die arbeitgeberseitige Kündigungsfrist in der Tat 7 Monate.

2. Für den Abschluss des Aufhebungsvertrages gilt grundsätzlich das gleiche. Dieser führt unweigerlich unter den gegebenen Umständen zudem zu einer Sperrfrist, die dann auch noch erst nach Ablauf der Kündigungsfrist zu laufen beginnt.

Eine kurzfristige Lösung des Arbeitsverhältnisses ohne Sperrfrist beim AA und die anderen beschriebenen Nachteile ist nur möglich, wenn Sie Gründe darlegen können, die Sie zur Kündigung oder Aufhebung des Arbeitsverhältnisses berechtigen. Hier greifen in der Regel nur gesundheitliche Gründe, die durch ärztliches Attest nachzuweisen sind.

Andernfalls führt die Eigenkündigung immer zu einer Sperrfrist beim AA.

Ich bedauere, Ihnen keine günstigere Lösung aufzeigen zu können.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Haben Sie noch eine Nachfrage oder besteht weiterer Klärungsbedarf ?

Gern helfe ich weiter.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank! Aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass eine Kündigung seitens des Arbeitgebers bzw. eine Auflösungsvereinbarung große Nachteile für mich hätte. Um meinen finanziellen Verlust so gering wie möglich zu halten, wäre es also am Besten, wenn ich selbst kündigen würde, oder? Das würde doch dazu führen, dass ich 3 Monate Sperrung vom Arbeitsamt hinnehmen müsste, aber dann Arbeitslosengeld bekommen würde, oder nicht? Wie lange würde mir denn dann noch Arbeitslosengeld zustehen?


Danke für kurze Info.


MfG


 

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Im Falle der Eigenkündigung hätten Sie mit einer maximalen Sperrzeit von 12 Wochen zu rechnen. Hierbei ist aber zu beachten, dass die Nachversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung lediglich für 4 Wochen Wirkung entfaltet und Sie sodann sich freiwillig versichern müssten.

Sie hätten dann Anspruch auf 48 Monate Arbeitslosengeld.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.
troesemeier und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Leider muss ich aber doch noch mal nachfragen: Wenn bei der Kündigung meinerseits eine Sperrzeit von 12 Wochen verhängt wird, verkürzt sich da nicht gleichzeitig mein Anspruch um die Dauer der verhängten Sperrzeit, hätte ich also statt 48 Monate nur noch 45 Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld? Kriege ich Arbeitslosengeld I und II oder dann nur I?


Danke

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

nach § 128 SGB III wird leider mit eine Kürzung der Bezugsdauer um die Dauer der Sperrfrist zu rechnen sein.

Sie werden dies in Anbetracht der Gesamtumstände in Kauf nehmen müssen.

Sie bekommen zunächst ALG I und nach Ablauf der Bezugsdauer ALG II.



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