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Schiessl Claudia
Schiessl Claudia, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 15721
Erfahrung:  Fachanwältin für Arbeitsrecht seit 2007, Korrespondenzsprachen deutsch und englisch,Vertretung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Betriebsräten, Betriebsratschulungen ,20 Jahre Anwaltserfahrung
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Schiessl Claudia ist jetzt online.

Guten Tag. Meine Fragen richten sich an einen Fachanwalt

Kundenfrage

Guten Tag.

Meine Fragen richten sich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht und Steuerrecht.

Folgender Sachverhalt:
Als Selbständiger habe ich , 59 Jahre - männlich , jahrzehntelang kaum Beiträge
in eine Altersvorsorge investiert ; eine Kapital-Lebensversicherung mit hohem
Rückkaufwert hatte ich seinerzeit als Altersvorsorge aufgebaut - diese war an eine
Bank als Sicherheit verpfändet und wurde im Zuge der Regulierung von Bankkrediten
von der Bank beansprucht.
Nun bin ich seit geraumer Zeit in einem Angestelltenverhältnis als Verkäufer im
Aussendienst tätig und erhalte ein ausreichendes Grundeinkommen sowie erfolgsbezogene
Verkaufprovisionen.
Nun meine Überlegung:
Ich würde gerne alle meine zukünftigen Verkaufsprovisionen mir erst mit dem Erreichen meines Endalters von 65 Jahren , also mit dem Eintritt in das Rentenalter , dann
in einer Summe vom Arbeitgeber auszahlen lassen - mein Arbeitgeber wäre dazu bereit.
Hinsichtlich meiner Absicherung gegenüber dem Arbeitgeber für eine eventuelle
Firmeninsolvenz gewährt mir der Arbeitgeber ein Personaldarlehen mit Verzinsung welches
dann mit dem Eintritt in das Rentenalter von mir , auch mit Verrechnung meiner
dann fälligen Provisionsansprüche , wieder an den Arbeitgeber zurück zu leisten wäre.
Nun meine Fragen:
Kann mein Arbeitgeber diese Provisionsverbindlichkeiten steuerrechtlich bis zur Auszahlung in ca. 6 Jahren als Rückstellungen buchen ?
Ist dies für mich bis zur Auszahlung in ca. 6 Jahren sowohl Lohnsteuerrechtlich als auch
Sozialversicherungsrechtlich bis dahin nicht zu berücksichtigen ?
Kann das gewährte Arbeitgeberdarlehen als verdeckte Gewinnreduzierung oder als
verdeckte Lohnzahlung (Gehaltszahlung) angesehen werden ?
Gibt es rechtskräftige Urteile über solch einen Sachverhalt sowohl zugunsten des Finanzamtes und der Rentenversicherung als auch zugunsten des Arbeitgebers und
des Arbeitnehmers ?
Für eine rechtlich sichere Recherche meines Anliegens der von mir gewünschten Verfahrensweise mit anschliessender Erstellung des geeigneten Vertragwerkes
wird gerne von mir ein angemessenes Honorar geleistet.

Vielen Grüsse aus Thüringen
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre arbeitsrechtliche Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte.


Ich bin Fachanwältin für Arbeitsrecht, zwar nicht zugleich auch Fachanwältin für Steuerrecht, ist das für Sie in Ordnung ?

Ich bin hier in der Kategorie Steuern ebenfalls tätig, da wir in Bayern eine umfangreiche Ausbildung im Steuerrecht haben


Ist das o.k für Sie ?
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Morgen Frau Schiessl.

Zunächst vielen Dank für Ihre Stellungnahme.

Sehr gerne sollen Sie mir eine fundierte Stellungnahme auf meine Fragen mitteilen ; es ist völlig in Ordnung wenn Sie mir sagen , dass Sie als Fachanwältin für Arbeitsrecht auch über eine umfangreiche Ausbildung im Steuerrecht verfügen - gerne können Sie auch einen Kollegen des Steuerrechtes hierzu befragen.

Bitte informieren Sie mich kurzfristig.
Viele Grüsse aus Thüringen
Peter Schreiner - 99867 Gotha - Hansenstrasse 4
Telefon: 0171 - 993 75 22 , Email: [email protected]
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ich bitte um etwas Geduld
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Guten Tag Frau Schiessl.

Danke für Ihre Zwischeninformation bezüglich der Geduldswahrung.

Mit freundlichen Grüssen
Peter Schreiner
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Geduld


Grundsätzlich ist es so, dass Sie die Einnahmen dann versteuern, wenn sie Ihnen zufließen


Das ist das sog. Zuflus- Abflussprinzip im deutschen Steuerecht

Solange Ihnen das Geld daher auch noch nicht tatsächlich zugeflossen ist müssen Sien es auch nicht versteuern


Zu den Rückstellungen:

Rückstellungen sind Passivpositionen in der Bilanz, die hinsichtlich ihres Bestehens oder der Höhe ungewiss sind , aber mit hinreichend großer Wahrscheinlichkeit erwartet werden

Das Gesetz unterscheidet in § 266 HGB

Steuerrückstellungen
Pensionsrückstellungen
sonstige Rückstellungen


In Betracht kommen in Ihrem Fall nur die sonstigen Rückstellungen


Das sind


Drohverlustrückstellungen
Rückstellungen für Garanteverpflichtungen( ZB bei Schadensersatz, Nacharbeiten)
Kulanzrückstellungen ( Schadensersatz ohne rechtliche Verpflichtung)
Prozessrückstellungen


und schließlich die Ihren Fall betreffenden Provisionsrückstellungen


Allerdings ist es in Ihrem Fall so, dass hier nicht eine ungewisse Forderung auf den Arbeitgeber zukommt, sondern Sie ja die Provision über die Jahre hinweg bereits erwirtschaftet haben.

Daher steht die Summe, die Sie bekommen fest und es kein Raum für eine Rückstellung,, die, wie Sie anhand der Beispiele sehe gerade zur Voraussetzung hat, dass die Forderung ungewiss sind



Aus diesem Grund scheidet hier die Bildung von Rückstellungen aus.




Was das Arbeitgeberdarlehen anbelangt, so gibt es hier ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums aus dem Jhr 2009


Das BMF nimmt danach ein Arbeitgeberdarlehen an, wenn der Arbeitgeber an den Arbeitnehmer Geld überlässt und dies auf einem Darlehensvertrag beruht.


Man muss den geldwerten Vorteil dieses Darlehens ermitelm

Dabei wird unterschieden zwischen der Bewertung nach § 8 II ESTG ( ZB Arbeitnehmer bei EDEKA bekommt ein günstiges Arbeitgeberdarlehen und der Bewertung nach III ( ZB Angestellter bei Commerzbank bekommt ein günstiges Arbeitgeberdarlehen


Es kommt immer darauf an, ob der Arbeitnehmer Zinsvorteile bekommt.

Ist das der Fall hat er einen geldwerten Vorteil, den er versteuern muss


Wird ihm hingegen das Arbeitnehmerdarlehen zum marktüblichen Zinssatz gewährt, hat er keinen geldwerten Vorteil und muss auch nichts versteuern


Mrktüblich ist der Zins dann, wenn man Darlehen mit vergleichbaren Bedingungen am Abgabeort vergleicht

Dabei muss man auch Internetangebote einbeziehen


Der zu versteuernde geldwerte Vorteil ist dann die Differnz zwischen dem marktüblichen und dem konkreten Zinssatz



Fazit:


Sie versteuern die Provisionen in dem Jahr wenn sie Ihnen zufließen

Rückstellung kann nciht gebildet werden, es sei denn man gestaltet das gamnze zur betrieblichen Altersvorsorge, die aber auf 4 Durchführungswege ( Direktversicherung, Direktzusage, Pensionskasse etc) beschränkt ist


Das Darlehen ist dann nicht als geldwerter Vorteil zu versteuern wenn Ihnen der marktübliche Zinssatz gewährt wird




Ich hoffe, dass ich Ihre Frage beantwortet habe

Gerne stehe ich Ihnen für Nachfragen zur Verfügung



Mit freundlichen Grüßen


Claudia Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht


wenn ich Ihnen helfen konnte bitte ich um Akzeptierung

dankesehr
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch Fragen ?



Sehr gerne



wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich um Akzeptierung
danke

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