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a.merkel
a.merkel, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 2154
Erfahrung:  LL.M. Eur
35164805
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Arbeitsrecht hier ein
a.merkel ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, Ich habe heute in der KFZ

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe heute in der KFZ Werkstatt, in der ich angestellt bin ein Fahrzeug bearbeitet, bei dem ich ein Teil ausgebaut habe das in den meisten Fällen nur durch Erschwernis (Ausbohren) auszubauen ist.
Ich habe das Teil jedoch ohne Erschwernis ausgebaut bekommen und wollte auf dem Auftrag trotzdem die Erschwernis berechnen (Wir bekommen AW's, sogenannte Arbeitswerte auf ein Konto gut geschrieben und wenn dieses durch eine schlechte Arbeitslage im Minus ist, wird man sozusagen gezwungen irgendwie an mehr AW's zu kommen).
Um das ausgebaute Teil (Falls der Kunde es sehen möchte) zu bearbeiten, habe ich den Bohrer genommen und wollte ein Loch an der Stelle setzen, an der das Teil im erschwerten Fall des Ausbaus aufgebohrt werden würde. Dabei habe ich versehentlich das Neuteil gegriffen und angebohrt. Ich habe das meinem Gruppenführer gesagt, der das dann dem Team Meister mitteilte, welcher dies dann dem stellvertretenden Leiter des Betriebes gesagt hat. Der Gruppenführer ist dann zum stellvertretenden Leiter gegangen und hat ihm den Vorfall geschildert.

Ich habe eine solche Reparatur vorher noch nie gemacht und mir wurde gesagt, das falls ich das Teil herausbekomme ohne aufbohren zu müssen, ich doch trotzdem die Zeit für das Ausbohren mit aufschreiben könne (wir arbeiten alle in einen Gesamt-Team-AW-Pool).
Daraufhin habe ich beim Schreiben des Auftrages den Mitarbeiter der mir das gesagt hat gefragt wie ich das genau schreiben könne, welcher mir dann auch geholfen hat, und den Gruppenführer gefragt ob ich denn auch ein Loch in das alte Teil bohren müsste (zum vorgetäuschten Beweis für den Kunden), woraufhin der Gruppenführer gefragt hat ob ich das Teil ohne Erschwernis ausgebaut habe, ich zustimmte und er daraufhin ''ja, selbstverständlich'' gesagt hat.
Der Auftrag wurde dann ausgedruckt, aber noch nicht von mir abgestempelt (als Nachweis der erbrachten Leistung) und kann auch wieder storniert werden im System.


Ich habe mit meinen Teamkollegen natürlich über das Thema gesprochen und diese wissen (weil sie mich ja auch dazu angestiftet haben) über die Wahrheit bescheid. Ich bin dann zum stellvertretenden Leiter gegangen und habe diesem ohne weitere Zeugen den Vorfall so geschildert wie er war(er war bereits durch den Gruppenführer informiert), jedoch ohne die Teamkollegen mit einzubeziehen (wovon ich aber im Streitfall nicht abgeneigt wäre).

Nun warte ich auf das Gespräch mit dem Leiter des Betriebes, der heute nicht da war, und mich morgen erwarten wird.


Ist eine fristlose Kündigung wegen versuchten Betruges gerechtfertigt? Bzw. was für Konsequenzen erwarten mich morgen?
Wäre es hilfreich mich morgen Krank zu melden um der fristlosen Kündigung vorerst zu entgehen?
Ich habe ein unbefristetes Arbeitsverhältnis seit ca 9 -10 Monaten und habe vorher meine Ausbildung im selben Betrieb absolviert.


Es liegt zur Zeit nichts gegen mich vor, bis auf eine Abmahnung von vor ca 2 Monaten, in der ich wegen einer unberechtigt langen Probefahrt und fehlender Dokumentation abgemahnt wurde.

MfG.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  a.merkel hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sehr geehrte Ratsuchende,


ich beantworte Ihre Frage aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben folgendermaßen.

1.Ist eine fristlose Kündigung wegen versuchten Betruges gerechtfertigt?

Ein solches Verhalten stellt regelmäßig einen krassen Vertrauensbruch dar und würde eine fristlose Kündigung rechtfertigen.

Sie schreiben jedoch, dass es gängige Praxis in Ihrer Werkstatt ist, dass immer die Zeit für das Aufbohren aufgeschrieben wird, auch wenn sich das Teil ohne aufbohren entfernen lässt. Insoweit ist nicht damit zu rechnen, dass Sie fristlos gekündigt werden, da der Chef dieses Verhalten möglicherweise billigt.

Die Abmahnung wegen der Probefahrt spielt keine Rolle, da es ein anderer Sachverhalt ist.

2. Bzw. was für Konsequenzen erwarten mich morgen?

Mindestens mit einer Abmahnung und Sie werden das Neuteil ersetzen müssen.

3.Wäre es hilfreich mich morgen Krank zu melden um der fristlosen Kündigung vorerst zu entgehen?

Nein. Eine Kündigung ist nur wirksam wenn diese schriftich erfolgt, insoweit hilft es Ihnen nicht weiter morgen nicht auf auf Arbeit zu erscheinen. Im Gegenteil haben Sie dann keine Gelegenheit sich zu dem Vorfall zu äußern, Ihr Bedauern auszudrücken und Ihr Verhalten zu entschuldigen.


Aufgrund berufsrechtlicher Regelungen muss ich Sie noch darauf hinweisen, dass eine kostenlose Rechtsberatung in Deutschland nicht erlaubt ist. Ich gehe davon aus, dass Sie die AGB's des Portalbetreibers gelesen haben und die Antwort durch akzeptieren entsprechend vergüten.

Sie akzeptieren einfach durch klicken auf den grünen AKZEPTIEREN Button.


Mit besten Grüssen

Anja Merkel, LL.M.

Rechtsanwältin

Experte:  a.merkel hat geantwortet vor 4 Jahren.
Haben Sie noch eine Verständnisfrage?

Ansonsten bitte ich die gelesene Antwort zu akzeptieren.

Beste Grüße

Anja Merkel, LL.M.
Rechtsanwältin
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Hallo, danke für die schnelle Antwort.

Wie sieht es denn aus wenn der Chef mich generell nicht leiden kann und mir vorwerfen wird das er davon nichts weiß, dass dies Gang und Gebe ist, Arbeiten aufzuschreiben die gar nicht erbracht wurden?

Ich befürchte das er mir sagen wird das das nicht tolerierbar ist in seiner Werkstatt (obwohl es ja trotzdem jeder macht, was ich aber nicht beweisen kann). Ich werde ja dann nicht sagen können das machen doch alle so... Der einzige Weg wäre ja das ich sage ich wurde dazu angestiftet. Diese Personen werden dann aber ganz sicher das Gegenteil behaupten und der Chef wird sagen das ich das immer noch selber entscheiden konnte.
Und sollte ich doch nicht gekündigt werden, kann ich davon ausgehen das die zukünftige Team-Arbeit nicht besonders rosig für mich aussehen wird.

Sollte ich eine Kündigung noch am selben Tag schriftlich bekommen. Bringt es dann etwas, diese dann nicht zu akzeptieren / zu unterschreiben?

MfG.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Keine Sorge,

ich akzeptiere die Antwort schon, ich möchte nur sicher gehen auch eine Antwort zu bekommen auf meine zuletzt gestellte Frage. Bitte verstehen Sie das.

MfG
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Erneut posten: Unvollständige Antwort.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Erneut posten: Antwort kam zu spät.
Experte:  a.merkel hat geantwortet vor 4 Jahren.
Erhalten Sie eine Kündigung, dann müssen Sie innerhalb von 3 Wochen eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben.

Die Kündigung nicht zu unterschreiben oder anzunehmen, bringt hier nichts, da die eine Kündigung auch ohne Ihre Unterschrift wirksam wird.

Viel Erfolg!
Experte:  a.merkel hat geantwortet vor 4 Jahren.
Bitte akzeptieren Sie die gelesenen Antworten.
Eine kostenlose Rechtsberatung ist auf diesem Portal nicht erlaubt.
Experte:  a.merkel hat geantwortet vor 4 Jahren.
Was gibt es nun für Ihr ein Problem?
Das Sie die Antwort gerade gelesen haben, wird mir angezeigt. Bitte holen Sie dies nunmher dringend nach. Gerade weil Sie nun ja sogar noch auf Ihre zusätzliche Frage die Antwort erhalten und auch schon gelsenen haben.

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