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Schiessl Claudia
Schiessl Claudia, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 15721
Erfahrung:  Fachanwältin für Arbeitsrecht seit 2007, Korrespondenzsprachen deutsch und englisch,Vertretung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Betriebsräten, Betriebsratschulungen ,20 Jahre Anwaltserfahrung
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Schiessl Claudia ist jetzt online.

Teilzeitarbeit: Ich bin 62 Jahre alt und seit 7 Jahren als

Kundenfrage

Teilzeitarbeit:
Ich bin 62 Jahre alt und seit 7 Jahren als Export-Sachbearbeiterin Vollzeit in einem mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Ende Januar habe ich schriftlich und mündlich Teilzeit ab 1.6.2012 beantragt (bisher 40 Std/Woche - danach 28 Std verteilt auf 3 Tage). Wir sind in der Abteilung ein Team von 3 Mitarbeitern wobei ich die führende Fachkraft bin (jedoch keine Abt-Leitung und ohne Personalverantwortung). 2 von den 3 Leuten (ich eingeschl.) sind fast 63 ahre alt, eine 'Personalplanung' gibt es in der Firma nicht. Wir haben alle eine Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Monatsende.. Meine 'alte' Kollegin hat nun ebenfalls Teilzeit (4 Tage - ohne Freitag) beantragt. Dies wurde für den 1.10.2012 in Aussicht gestellt. Nachdem wir beide der Geschäftsleitung klargemacht haben, dass beide sicher im 2.Halbjahr 2013 aus Altersgründen ausscheiden werden, ist man aufgewacht und möchte jetzt noch 1 Person einstellen, die hauptsächlich von mir eingearbeitet werden muss.
Nun habe ich von der Firma eine schriftliche Mitteilung bekommen und möchte sehr gerne wissen, ob das formell und rechtlich so in Ordnung ist:

****************
''...Betr: Änderung der Arbeitszeit.
Sehr geehrte.... wir kommen auf die Unterredung vom 19.April 2012 (Anm: dies war die einzige Besprechung!) zurück und ändern Ihren Arbeitsvertrag wie folgt ab:
1. Die Wochenarbeitszeit beträgt mit Beginn ab 1.6.2012 insges. 28 Std, das entspricht bei 3 Arb.-Tagen von Di/Mi/Do je 9 St und 20 Min zwischen 7:00 und 18:00. Die gültigen Pausenzeiten laut unserer Gleitzeitordnung müssen eingehalten werden.

2. Das monatliche Bruttogehalt ändert sich von xxxx in xxxx (./. 30%!)

3. Der Anspruch auf Jahresurlaub 2012 entspricht 23 Arbeitstage. Ab dem Jahr 2013 ist der Anspruch 18 Arbeitstage pro Jahr.
(Anm: ist das so in Ordnung ? - ich hatte ursprünglich Urlaubstage 30 ./.30% kalkuliert)

4. Um einen reibungslosen Arbeitsablauf in der Exportabteilung zu gewährleisten, ist es unbedingt notwendig, die Vertretung von Frau H (Anm: die jüngste,unerfahrenere!) Fortbildung, Urlaubs- und Krankheitstagen in der Abteilung intern abzusprechen und von Ihnen oder Frau B. zu vertreten.

Diese Vereinbarung ist jederzeit widerrufbar, alle anderen Bedingungen des Arbeitsvertrags bleiben unverändert.

Unterschrift (Geschäftleitung)''
***************************

Können Sie mir bitte mitteilen, ob die Schlussklausel 'jederzeit widerrufbar' tatsächlich o.k. ist und auch die Formulierung in Punkt 4.

Ich möchte noch erwähnen, dass der Arbeitsaufwand seit einigen Monaten eher zurückging und die gesamte Arbeit meist sehr gut von 2 Personen bewältigt werden kann. Ich hatte mich selbstverständlich in dem Gespräch auch bereit erklärt, während des Urlaubs der jungen Kollegin im August die ganze Woche zu arbeiten. Kurzfristige Krankheitsausfälle kann man nicht planen und ich möchte nicht extrem kurzfristig auf Abruf bereitstehen, um dann evtl. nach Belieben der Geschäftsleitung die Teilzeitvereinbarung widerrufen zu sehen...
Ich rechne nun damit dass ab ca. 1.7. ein/e neue/r Mitarbeiter/in eingestellt wird. Die Einarbeitungszeit für eine erfahrene Kraft schätze ich auf 3-4 Monate.

Für eine kurze Einschätzung im voraus besten Dank.

Mit freundlichen Grüssen aus München,
Erna Schmid
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre arbeitsrechtliche Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte.


Ich gehe davon aus, dass Sie ursprünglich eine 5 Tage Woche hatten.

Der gesetzliche Mindestunrlaub beträgt hier 20 Arbeitstage, da der Gesetzgeber haben möchte,dass der Arbeitnehmer 4 Wochen frei haben kann.

Bei einer drei Tage Woche ist der gesetzliche Mindesturlaub daher 12 Arbeitstage.

Der Ihnen angebotene Urlaub entspricht zwar dem gesetzlichen Mindesturlaub und auch dem was Sie vorher hatten ( 30 Arbeitstage bei einer 3 Tage Woche entspricht 18 Arbeitstagen bei einer 3 Tage Woche.



Krrankheitstage können Sie nicht absprechen, das ist nicht möglich.

Urlaub müssen Sie ohnehin absprechen.



Nach § 8 TzbFg ist eine Änderung der verringerten Arbeitszeit nicht so ohne weiteres möglich, sondern an gewisse Voraussetzungen geknüpft.


Nach dieser Vorschrift kann die Vereinbarung nicht ohne weiteres widerrufen werden, sondern das betriebliche Interesse des Arbeitgebers muss das Interesse des Arbeitnehmers überwiegen.


Alles in allem ist die neue Vereinbarung nur zum Teil in Ordnung.


Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte

Sehr gerne können Sie nachfragen



Mit freundlichen Grüßen


Claudia Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht



wenn ich Ihnen geholfen habe bitte ich um Akezptierung

danke

Text des § 8 TzbfG Auszug



Der Arbeitgeber kann die nach Satz 3 oder Absatz 3 Satz 2 festgelegte Verteilung der Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse daran das Interesse des Arbeitnehmers an der Beibehaltung erheblich überwiegt und der Arbeitgeber die Änderung spätestens einen Monat vorher angekündigt hat.





Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch Fragen ?

Ist etwas unklar geblieben ?


Sehr gerne !




Wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich höflich um Akzeptierung

danke
Schiessl Claudia, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 15721
Erfahrung: Fachanwältin für Arbeitsrecht seit 2007, Korrespondenzsprachen deutsch und englisch,Vertretung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Betriebsräten, Betriebsratschulungen ,20 Jahre Anwaltserfahrung
Schiessl Claudia und 5 weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Danke,XXXXX
leider möchte ich doch noch nachhaken und gerne wissen, ob der Arbeitgeber selbst entscheiden kann, ob seine Interessen erheblich überwiegen.
In jedem Fall ist ja dann der letzte Satz bzgl. 'widerrufbar' überflüssig.
Leider ist dann evtl. diese Vereinbarung für mich höchst unsicher. Ich möchte aber auf keinen Fall mehr eine 5-Tage-Woche arbeiten, auch um meine Gesundheit zu erhalten. Erfahrungsgemäss hat man bei der Auswahl von neuem Personal in dieser Firma kein gutes Händchen, Neue Leute gehen oft sehr bald wieder. Deshalb muss ich damit rechnen, dass auch meine Nachfolge sich recht lang hinziehen wird. Man hat auch nicht sehr ernsthaft Anzeigen geschaltet - nur in einem kleinen Regionalanzeiger, nicht mal in einer Jobbörse oder der Süddeutschen Zeitung..
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


das entscheidet der Arbeitgeber nicht selbst sondern das muss er schon objektiv begründen.


Sie haben einen Anspruch auf die Arbeitszeitreduzierung und müssen sich auch nicht darauf einlassen, dass das jederzeit widerruflich sein soll, wovon ich Ihnen auch abraten würde, da das zuviele Unsicherheiten birgt.


Wenn Sie einmal Teilzeit arbeiten sollte es auch dabei bleiben.







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