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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 17086
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
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raschwerin ist jetzt online.

Sehr geehrter Herr Raschwerin, in der schon von Ihnen beantwortete

Kundenfrage

Sehr geehrter Herr Raschwerin,

in der schon von Ihnen beantwortete Problematik bezüglich des von mir erhaltenen Aufhebungsvertrages, habe ich jetzt mein Zeugniss bekommen, welches ich mir gerne von Ihnen gegen lesen lassen würde. Leider habe ich es momentan nur als PDF Datei. Besteht ggf. die Möglichkeit Ihnen diese PDF Version des Zeugnisses zum Gegenlesen zu kommen zu lassen...???

Mit freundlichen Grüßen
Michael Stein
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Ja, sehr gern. Am besten per Mail [email protected]

raschwerin und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Schwerin,

ich habe Ihnen das Zeugniss per mail zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Stein
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Für den Zeugnisaufbau gibt es einen Standard. Danach ist wie folgt vorzugehen:

Überschrift - Bezeichnung der Zeugnisart: Zwischenzeugnis, Praktikantenzeugnis etc.

Einleitungssatz - Personalien des Mitarbeiters sowie die Dauer des Arbeitsverhältnisses

Aufgabenbeschreibung - Position des Mitarbeiters und Beschreibung seiner Kompetenzen in der Firma

Leistungsbeurteilung - Arbeitsweise, Arbeitsleistung und Arbeitserfolge des Mitarbeiters

Verhaltensbeurteilung - Verhalten zu Vorgesetzten, Kollegen gegebenenfalls zu Kunden und weiteren Personen

Schlussabsatz - Wenn vom Arbeitnehmer gewünscht, ist der Grund für das Ende des Arbeitsverhältnisses anzugeben. Am Ende: Dankesformel mit Zukunftswünschen.

Negative Beobachtungen und Bemerkungen sind im Arbeitszeugnis unzulässig. Ebenso wenig ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, dem Scheidenden gute Wünsche für seine berufliche und private Zukunft mitzugeben. Zu beiden Fällen gibt es verschiedene Gerichtsurteile, anhand derer auch die "Bestimmungen für Arbeitszeugnisse in der Wirtschaft" modifiziert werden.

Diese legen unter anderem die thematischen Tabus bei der abschließenden Beurteilung eines Mitarbeiters fest:

Gehalt, Kündigungsgründe, Vorstrafen, Abmahnungen, Krankheiten/Fehlzeiten, Leistungsabfall, Alkoholabhängigkeit, Behinderungen, Betriebsratstätigkeit, Gewerkschaftsengagement, Parteizugehörigkeit, Religiöses Engagement, Nebentätigkeiten/Ehrenämter, Urlaubs- und Fortbildungszeiten.

Darüber hinaus darf im Text nichts unterstrichen, kursiv gedruckt oder gefettet werden. Ausrufe-, Frage- und Anführungszeichen sind ebenfalls unzulässig.

Vom äußeren Erscheinungsbild ist das Zeugnis nicht zu bestanden. Auch wenn mir nur ein Scan vorliegt, gehe ich davon aus, dass das Original entsprechend „gute“ aussieht.

Lediglich ein Firmenstempel wäre noch zu ergänzen – was aber nicht zwingend ist.

Das Arbeitszeugnis spielt bei der Bewerbung des Arbeitnehmers eine erste wesentliche Rolle. Es stellt einen wichtigen Faktor im Arbeitsleben dar. Einerseits muss es wahr sein - andererseits darf es das weitere Fortkommen des früheren Mitarbeiters nicht ungerechtfertigt erschweren.

Das Bundesarbeitsgericht hat seine äußere Form bestimmt (5AZR 182/92 ):

Es sei haltbares Papier von guter Qualität zu benutzen. Das Zeugnis müsse sauber und ordentlich geschrieben sein und dürfe keine Flecken, Radierungen, Verbesserungen, Durchstreichungen oder ähnliches enthalten.

Die äußere Form des Zeugnisses müsse außerdem so gestaltet sein, dass es nicht einen seinem Wortlaut nach sinnentstellenden Inhalt gewinne. Durch die äußere Form dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, der ausstellende Arbeitgeber distanziere sich vom buchstäblichen Wortlaut seiner Erklärung.

Es müsse mit einem ordnungsgemäßen Briefkopf ausgestattet sein, aus dem der Name und die Anschrift des Ausstellers erkennbar seien. Der Unterschrift sei ein Firmenstempel beizufügen.

Ferner könne der Mitarbeiter auch beanspruchen, dass das Zeugnis in einheitlicher Maschinenschrift abgefasst werde.

Das vorliegende Arbeitszeugnis ist im ersten Teil nicht zu bestanden.

Hier findet man einen typischen Zeugnisaufbau mit den relevanten Angaben zur Arbeitnehmerin und zum Unternehmen.

Soweit sich hier keine tatsächlichen Fehler finden – etwas nicht korrekte Angaben zu Ihrer Person oder dem Unternehmen – kann der erste Teil anstandslos akzeptiert werden.

Auch im 2. Teil Seite des Zeugnisses findet man die Bewertung. Dieser Teil ist maßgeblich und kann wie folgt beurteilt werden:

Im Vergleich mit einer Schulnote ist das Zeugnis als eine „1“ einzustufen.

Die Rechtsgrundlage für die Erteilung des Arbeitszeugnisses stellen § 630 BGB, § 109 GewO und § 16 BBiG dar. Nach § 630 BGB können Mitarbeiter, die nicht als Arbeitnehmer beschäftigt werden, bei der Beendigung eines dauernden Dienstverhältnisses ein schriftliches Zeugnis über das Dienstverhältnis und dessen Dauer fordern. Das Zeugnis ist auf Verlangen auf die Leistungen und die Führung zu erstrecken. Die Erteilung des Zeugnisses in elektronischer Form ist ausgeschlossen. Zeugnisse müssen klar und verständlich formuliert sein und dürfen keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.