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Advopro
Advopro, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Zweites Staatsexamen Diplom Jurist
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Ich werde gemobbt: Ich fürhre ein Mobbingtagebuch. Am vergangenen

Kundenfrage

Ich werde gemobbt:
Ich fürhre ein Mobbingtagebuch.
Am vergangenen Samstag erhielt ich eine Abmahnung, weil mich die Leitung mit unwahren Behauptungen denunziert hat.
Zu diesem Personalgespräch wurde ich ohne Vorwarnung ad hoc gebeten und sah mich alleine der Leitung und dem Chef gegenüber.
Es wurde in den letzten 2 Jahren mit dieser "Salamitaktik" schon 3 unliebsamen Kolliginnen auf diese Art und Weise gekündigt, bzw. der Vetrag nicht verlängert.
Wenn ich in den Raum komme verstummen die Gespräche zwischen Leitung und Chef.
Der Chef grüßt nur noch unmerklich und gezwungen, ansonsten spricht er nur noch das Notwendigste.
Ich konnte aus dienstlichen Gründen (Nachtschicht) eine am tagsdarauf stattfindende Fortbildung nicht besuchen und wurde im Nachgang auch nicht von der teilnehmenden Leitung darüber informiert.
Vereinbarte Termine zu einer Sonderaufgabe werden nicht an mich kommuniziert.
Ich werde gezwungen, entgegen dem im Dienstplan ausgewiesenen Dienstende die Arbeit schon eine halbe Stunde früher zu beenden und mir dann eine Minusstunde einzutragen.
Der Dienstplan wird max. 2Wochen vor Inkrafttreten bekanntgegeben.
Eine Rufbereitschaft von Montag bis Montag soll dadurch abgegolten sein, dass wir anstatt der vereinbarten 40Stundenwoche nur 39 Std arbeiten müssen. Mit diesem "Geschenk sind auch alle Dienstbesprechungen und Fortbildungen ausserhalb der Arbeitszeit abgegolten. Ein Transparenz wird nicht hergestellt.

Meine Frage:
Wie kann ich mich gegen das Mobbing zur Wehr setzen und wann läuft die Einspruchsfrist gegen die Abmahnung aus?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

 

Das sind natürlich schlimme Verhältnisse.

 

 

Wichtig ist, dass sie richtig reagieren. Sehr gut ist,dass sie bereits ein Mobbing-Tagebuch führen. Dieses hätte ich ihnen auch ganz dringend ans Herz gelegt.

 

 

Für den Fall, dass die Angelegenheit noch vor dem zuständigen Arbeitsgericht landet, ist dieses eine wichtige Grundlage für die Beweisführung.

 

 

Hier laufen nach ihrer Schilderung einige Sachen verkehrt.

 

 

Das mit dem Minusstunden ist nicht in Ordnung und auch die Rufbereitschaft ist sicherlich nicht damit abgegolten, indem sie lediglich 1 h weniger arbeiten müssen pro Woche.

 

 

Auch müssen sie die Rufbereitschaft überhaupt dem Grunde nach nur dann leisten, wenn dieses in ihrem Arbeitsvertrag oder in einem entsprechend auf sie anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.

 

 

Dienstbesprechungen und Fortbildungen außerhalb der Arbeitszeit gelten grundsätzlich als Arbeitszeit, und müssen daher entweder in ihre wöchentliche Arbeitszeit passen oder gesondert als Überstunden vergütet werden (es sei denn es handelt sich hierbei um etwas Freiwilliges, was ich nach ihrer Schilderung aber nicht erkennen kann).

 

 

Dieses aber nur vorab:

 

Eine Abmahnung ist grundsätzlich nur dann gerechtfertigt, wenn ein erheblicher Verstoß vorliegt, den sie als Arbeitnehmer zu vertreten haben und den der Arbeitgeber im Streitfall auch beweisen muss.

 

Dieses kann ich nach ihrer Schilderung nicht erkennen.

 

 

Beispielsweise kann man ihnen auch nicht das Versäumnis für Termine anlasten, wenn diese Termine ihnen überhaupt nicht kommuniziert worden sind.

 

 

Sie müssen immer bedenken, dass nicht sie als Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber hier in der Beweislast ist sowohl dafür, dass man ihnen die Termine mitgeteilt hat als auch dass sie diese versäumt haben beispielsweise.

 

 

Eine gesetzlich vorgeschriebene Frist für einen Widerspruch gegen eine ungerechtfertigte Abmahnung gibt es grundsätzlich nicht.

 

 

Dennoch sollten sie so schnell wie möglich nach Erhalt der Abmahnung nachweisbar (zum Beispiel per E-Mail/Fax und parallel per Einschreiben) schriftlich und unter Angabe der Gründe widersprechen und den Arbeitgeber gleichzeitig unter Setzung einer angemessenen Frist (etwa 7-10 Tage) zur Rücknahme der Abmahnung auffordern.

 

 

Sollte der Arbeitgeber nicht wie gewünscht reagieren, sollten Sie schnellstmöglich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht vor Ort mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen notfalls vor dem zuständigen Arbeitsgericht beauftragen.

 

 

 


Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren.

Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Advopro, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung: Zweites Staatsexamen Diplom Jurist
Advopro und 3 weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Zum Mobbing:
Wie kann ich das Mobbing zur Anzeige bringen?
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 4 Jahren.
vielen Dank für den Nachtrag.

Grundsätzlich haben sie zivilrechtliche Unterlassungsansprüche aus § 1004 BGB die zunächst außergerichtlich mithilfe eines Rechtsanwalts im Wege einer Abmahnung von Ihnen geltend zu machen wären.

In strafrechtlicher Hinsicht könnten sie eine Strafanzeige erstatten (grundsätzlich bei jeder Polizei/Staatsanwaltschaft), sofern strafbares Verhalten vorliegt.

Dieses wäre beispielsweise dann der Fall, wenn der Tatbestand der Nötigung aber beispielsweise auch der üblen Nachrede oder Beleidigung erfüllt ist.



Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt


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