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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 26415
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit im Zivilrecht
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Hallo Ich bin 62 und noch beschäftigt. Ich habe bei einer

Kundenfrage

Hallo
Ich bin 62 und noch beschäftigt.
Ich habe bei einer Bestellung des Kunden einen Fehler gemacht. Muß ich das bezahlen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Das kommt darauf an:

Für Ihre Haftung im Rahmen Ihrer Arbeit gelten grundsätzlich die allgemeinen zivilrechtlichen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB).

Im Laufe der Zeit hat allerdings eine Anpassung der zivilrechtlichen Haftungsgrundsätze an die besonderen Verhältnisse und Bedürfnisse des Arbeitsverhältnisses stattgefunden. Die Rechtsprechung hat zu gunsten der Arbeitnehmer Haftungserleichterungen entwickelt.

Das bedeutet:

Je nach Verschuldensgrad haften Sie unterschiedlich:

Vorsatz und grob fahrlässiges Handeln führen zu voller Haftung,

mittlere Fahrlässigkeit zu einer Haftungsteilung und leichte Fahrlässigkeit entbindet Sie von der Haftung.

Leichteste Fahrlässigkeit liegt vor, wenn es sich unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls um eine völlig geringfügige und leicht entschuldbare Pflichtwidrigkeit handelt, die jedem Arbeitnehmer im Laufe der Zeit unterlaufen könnte.

Beispiel: Sie haben sich bei der Aufnahme der Bestellung vertippt

Mit der sog. mittleren Fahrlässigkeit ist das weite Feld zwischen leichtester und grober Fahrlässigkeit angesprochen. In diesem Bereich erfolgt eine Schadensaufteilung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber durch Bildung einer Haftungsquote. Die Bestimmung dieser Haftungsquote hat unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls zu erfolgen, denen wiederum je nach Fall ein unterschiedliches Gewicht untereinander beizumessen ist. Generelle Aussagen lassen sich nicht treffen.

Beispiel: Aufgrund jahrelanger Routine überprüfen Sie die Bestellungen nach Eingabe oder Aufnahme niemals auf Richtigkeit. Durch diese Routine kam es zum Fehler

Grobe Fahrlässigkeit ist anzunehmen, wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in solch schwerem Maße verletzt worden ist, dass sich der Arbeitnehmer - auch unter Berücksichtigung seiner persönlichen Umstände und Fähigkeiten - den Vorwurf gefallen lassen muss, selbst einfachste, ganz naheliegende Überlegungen nicht angestellt und selbst das nicht beachtet zu haben, was im gegebenen Fall jedem ohne Weiteres hätte einleuchten müssen.

Beispiel: Sie nehmen die Bestellung gar nicht auf und rechnen damit, dass der Besteller nochmals anrufen und Sie an die Bestellung erinnern wird.

Sie sehen also, ob Sie zahlen müssen hängt vom Ausmaß Ihres Fehlverhaltens ab. Bei einem leichten Versehen müssen Sie als Arbeitnehmer grundsätzlich nicht bezahlen.




Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren. Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren und angemessen zu vergüten. Beachten Sie bitte, dass eine kostenlose Rechtsberatung in der Bundesrepublik Deutschland nicht gestattet ist.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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