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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechtsanwalt tätig.
37896974
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troesemeier ist jetzt online.

Guten Tag, ich hoffe sehr Sie können mir helfen. Seit letzter

Kundenfrage

Guten Tag,
ich hoffe sehr Sie können mir helfen.
Seit letzter Woche werde ich offensiv von meiner Kollegin gemobbt: während ich krankgeschrieben war, schrieb sie mir persönlich beleidigende Emails, in denen sie meine Arbeitseinstellung kritisiert, meine Qualifikation und Erkrankung anzweifelt und mir zum Schluss "rät", mir doch am besten gleich einen neuen Job zu suchen.
Ich habe dies meinen Vorgesetzten mitgeteilt und um Hilfestellung und Unterstützung gebeten. Dies ist bisher in Form von Gesprächen mit der Kollegin geschehen; in diesen Gesprächen äußerte sie sich wieder negativ über mich. Meine Vorgesetzten glaubten ihr.
Sie fing auch an, versteckt sowie offenkundig über mich zu lästern, während ich im Büro war. Ich sitze ihr direkt gegenüber.
Nun hat dies bereits gesundheitliche Probleme bei mir hervorgerufen: unkontrolliertes Zittern, Herzrasen, Verlust der Konzentrationsfähigkeit, extreme Verunsicherung.
Ich sehe es für mich als unzumutbar an, weiterhin im selben Büro zu sitzen. Auch bin ich nicht in der Lage, mit ihr unter vier Augen zu sprechen, da ich richtiggehend Angst vor weiteren Anfeindungen auf dieser Ebene habe.
Am liebsten würde ich kündigen und eine Abfindung verlangen, da ich mir nicht vorstellen kann, wie daraus wieder eine vernünftige Kommunikation und Kooperation werden soll. Habe ich hier eine Chance?
Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

in der Tat haben Sie dann einen Anspruch auf Schadensersatz und Abfindung, wenn Sie mobbingbedingt kündigen.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Arbeitgeber nochmals unter Fristsetzung zur Intervention wegen der Kollegin aufgefordert worde ist. Es handelt sich also um eine arbeitnehmerseitige Abmahnung des Arbeitnehmers.

In dieser Abmahnung sollt nochmals konkret Art und Umfang des Mobbing dargestellt und umgehende Abhilfe gefordert werden.

Hierneben dürfte es ratsam sein auch direkt gegen die mobbende Mitarbeiterin vorzugehen und zwar strafrechtlich und zivilrechtliche.

Strafrechtlich könnte eine Anzeige wegen Verleumdung in Frage kommen. Zivilrechtlich eine Aufforderung zur Unterlasung.

Insgesamt ist anzuraten, umgehend einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzuziehen, der alles Notwendige in die Wege leiten und insbesondere die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber aufnehmen kann.


Bitte nutzen Sie die kostenlose Nachfragemöglichkeit, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Haben Sie noch eine Nachfrage oder besteht weiterer Klärungsbedarf ?

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank XXXXX XXXXX für Ihre Antwort.
Ich denke die Aufforderung zur Intervention muss schriftlich erfolgen; dies werde ich morgen meinem Arbeitgeber vorlegen. Kann ich hier auch Forderungen formulieren, z.B. Aufforderung zur Abmahnung der Kollegin, Wechsel des Büros meinerseits und Neuverteilung von Aufgaben?

Ich würde meinem Arbeitgeber auch gerne gleich vorschlagen, auf Zuziehung eines Anwalts zu verzichten, wenn er bereit ist, mir eine Abfindung zu zahlen und mich ggf. früher aus dem Arbeitsverhältnis entlässt.
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Auf jeden Fall muss die Abmahnung des Arbeitgeber schriftlich erfolgen und zwar auch so, dass der Zugang nachweisbar ist.

Selbstverständlich können Sie hier auch konkrete Forderungen erheben, wie nach Ihrer Meinung zu intervenieren ist.

Wenn Sie es für unvermeidlich erachten, ggf. einen Aufhebungsvertrag zu schließen, dann können Sie dies vorschlagen. Beachten Sie aber, dass Ihnen vom Arbeitsamt eine Sperrfrist droht.

Aus diesem Grunde sollte jedenfalls im Vorfeld eine Abstimmung mit dem AA erfolgen. Bei mobbingbedingter Kündigung kann von der Sperrfrist abgesehen werden.

troesemeier und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Haben Sie jetzt noch eine Nachfrage. Falls nicht, darf ich noch höflichst an das Akzeptieren erinnern.

Vielen Dank.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich habe doch noch eine Frage: wie sieht es hier mit der Kostenübernahme aus - muss der Arbeitgeber etwaige Anwaltskosten übernehmen, die mir entstanden sind?
Wie schätzen Sie insgesamt die Erfolgschancen ein?
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Zum Schadensersatz gehören auch die Anwaltskosten. Der Arbeitgeber muss diese also dann tragen.

Ihre Erfolgsaussichten sind dann gut, wenn die Kollegin hier unberechtigt und nachweislich Unwahrheiten in die Welt setzt und der Arbeitgeber nicht eingreift.