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RAScholz
RAScholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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RAScholz ist jetzt online.

Guten Abend. Ich bin Zahnärztin, es geht um eine Auszubildende

Kundenfrage

Guten Abend.
Ich bin Zahnärztin, es geht um eine Auszubildende in meiner Praxis die nicht mehr in der Probezeit ist.
Sie kam im letzten Monat ca. 2 Mal eine halbe bis 3/4 Std. zu spät.
Desweiteren erschien sie letzte Woche Donnerstag nicht zur Arbeit ohne sich zu melden, auch Freitag erschien sie nicht. Auch auf mehrmaliges kontaktieren durch eine Angestellte von mir und auch durch mich meldete sie sich erst als ich ihr eine SMS schickte, ich würde mich nun bei der Polizei melden und sie vermisst melden da ihr wohl etwas zugestossen sein müsste da sie sich nicht meldete, ca 5 Min später meldete sich eine Freundin und meinte sie wäre wegen einer Darmspiegelung im Krankenhaus. Am 3. Arbeitstag lag die Krankmeldung vor. Vor ca 4 Monaten war sie wohl auch erkrankt und hat sich am 1. Fehltag nicht krank gemeldet erst am 3. Tag lag eine Krankmeldung vor.

Ich habe nun 2 Abmahnungen verfasst-eine wegen des Zu spät Kommens und eine wegen der nicht Krankmeldung.
Diese werde ich ihr beide am kommenden Montag überreichen. Habe ich das Recht ihr zugleich die Kündigung auszusprechen, obwohl die Abmahnungen am selben Tag überreicht werden.

Vielen Dank
Dr. Birgit Heberle
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr verehrte Fragestellerin,



Was Ihr Recht zur Kündigung nach der Probezeit angeht, gilt § 22 BBiG. Sie können nur außerordentlich fristlos bei Vorliegen eines wichtigen Grundes kündigen, ansonsten nicht.

Von daher ist für Sie die Frage: Liegen nun Gründe vor, die Sie zur außerordentlich fristlosen Kündigung berechtigen?

Die Auszubildende kam zweimal zu spät. Dies allein stellt sicher noch keinen ausreichenden Grund für eine fristlose Kündigung dar, wohl aber ein Grund für eine Abmahnung.

Zweimal lag bei einer Krankheit eine entsprechende AU-Bescheinigung erst am dritten Tage vor. Damit liegt Ihre Azubi noch innerhalb der Frist des § 5 EntFG. Von daher dürfte dies weder zur Abmahnung berechtigen, erst Recht nicht zur außerordentlich fristlosen Kündigung.

Nach §5 EntFG hat der Azubi sein krankheitsbedingtes Fernbleiben unverzüglich, also i. d. R. gleich am ersten Tage, anzuzeigen. Dies ist jedenfalls zweimal nicht geschehen. Zur Abmahnung berechtigt dieser Umstand, zur außerordentlichen Kündigung dürfte dies allerdings noch nicht ausreichen.

Zusammenfassend kam die Azubi zweimal zu spät und hat sich zweimal nicht unverzüglich krank gemeldet. Abmahnungen sollten Sie deshalb jedenfalls verfassen. Insgesamt drängt sich aber nicht der Eindruck auf, als es schlichtweg unzumutbar, die Auszubildende weiter zu beschäftigen, und genau darauf würde ein Gericht im Streitfalle bei einer Kündigung abstellen.

Im Übrigen gilt folgendes: Nach § 22 Abs. 4 BBiG können Sie nur solche Gründe für die Kündigung anführen, die Ihnen nicht länger als zwei Wochen bekannt sind. Wissen Sie schon länger von Misslichkeiten, sind diese also für eine Kündigungsbegründung verfristet.

Falls Sie doch kündigen wollen, haben Sie zu beachten, dass die Kündigung schriftlich unter Angabe der Gründe zu erfolgen hat. Im Weiteren wird Ihre ZÄK eine Schiedsstelle eingerichtet haben. Mit der hätten Sie sich im Falle einer Kündigung dann auseinander zu setzen, wenn die Azubi nicht mit der Kündigung einverstanden ist. Der Schiedsspruch ist für die Azubi vonnöten, damit Sie ggf. hernach klagen kann, § 111 ArbGG.

Ich hoffe, weitergeholfen zu haben, bei Unklarheiten fragen Sie nach. Wenn Ihre Frage beantwortet ist, bitte ich, die Antwort gemäß den Vorgaben dieser Plattform zu akzeptieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt





Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Ihnen die Antwort weitergeholfen hat, bitte ich, durch Anklicken des Buttons "Antwort akzeptieren" meine Antwort zu akzeptieren, denn nur so kann der von Ihnen für die Beantwortung Ihrer Frage versprochene Betrag auch abgerechnet werden. Vielen Dank und

freundlichen Grüße

Scholz
Rechtsanwalt