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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 26190
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit im Zivilrecht
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Ich habe heute meine Kündigung zum 30.11.2011 erhalten. Mit

Kundenfrage

Ich habe heute meine Kündigung zum 30.11.2011 erhalten. Mit einer Begründung die ich eigentlich nicht akzeptieren kann, da in meinen Augen dieser Kündigung erst einmal eine Abmahnung hätte vorab gehen müssen.

Erklärung: Ich war in einem Hotel an der Rezeption im Nachtdienst tätig. In diesem Hotel, war bis vor kurzem neben dem Housekeeping auch eine Reinigungsfirma für den Bereich, Frühstücksraum, Schwimmbad, Eingang und Rezeption beschäftigt. Diese Firma ist vor 2 Monaten ausgeschieden und das Housekeeping hat diese Bereiche aus zeitlichen Gründen nicht reinlich genug mit betreuen können. Daher hatte ich einer Bekannte - die eine Reinigungsfirma leitet- erzählt das hier eigentlich handlungsbedarf bestehe und wenn sie Interesse und Kapazitäten frei hätte, ob Sie nicht einfach mal ein Angebot an das Hotel schicken möchte. Sie hat sich dann während meiner Schicht diese Räumlichkeiten einmal angesehen und darauf hin ein Angebot erstellt, da sie mir Recht gegeben hat, das es gerade im Schwimmbad nicht so sauber ist, wie es hätte sein sollen.

Nun ist dieses Angebot gestern im Hotel eingegangen und heute habe ich die Kündigung erhalten, da ich Vertrauensbruch begangen hätte und mich es nichts anginge ob das Hotel reinlich sei oder nicht. Das wäre Sache der Direktion, es hätte gereicht wenn ich einfach einen Hinweis an die Direktion gegeben hätte und daher wäre ich nun nicht mehr tragbar, da kein Vertrauen mehr vorhanden sei. Das ich es aber nur gut gemeint habe, da wir ein 3 Sterne Hotel sind und kurz vor der Prüfung stehen ob die Sterne bleiben, das hat keinen interessiert.

Meine Frage ist das ein berechtigter Kündigungsgrund? Hätte man nicht erst abmahnen müssen? Ich habe auch mein Oktobergehalt noch nicht erhalten und wie ist das mit dem Novembergehalt - muss mir das Hotel das noch bezahlen? Da ich jetzt bis zum Monatsende freigestellt wurde, da ich noch Urlaubsanspruch habe. Kann ich gegen die Kündigung angehen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Der Arbeitgeber nimmt in Ihrem Falle einen verhaltensbedingten Kündigungsgrund an.

Eine verhaltensbedingte Kündigung ist gerechtfertigt, wenn ein Verhalten des Arbeitnehmers vorliegt, das Verhalten an sich also objektiv geeignet ist, eine Kündigung zu rechtfertigen.

Das ist bei allen Verstößen gegen Haupt- oder Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag der Fall. Außerdem muss die Pflichtverletzung so gravierend sein, dass unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes die Kündigung unter Berücksichtigung der Dauer der bisherigen Betriebszugehörigkeit gerechtfertigt ist, d. h. es muss eine umfassende Interessenabwägung im Einzelfall stattfinden.

Und wie Sie richtig feststellen, muss vor Ausspruch einer Kündigung eine Abmahnung erfolgen. Eine Abmahnung ist nur in ganz wenigen Fällen entbehrlich, so etwa bei begangenen Straftaten.

In Ihrem Falle bestand Ihr Fehlverhalten in der Äußerung zur Sauberkeit im Hotel.

Da Sie diese Äußerung taten um dem Arbeitgeber zu nützen fällt es mir hier schon schwer eine Pflichtverletzung zu erkennen. Ein Kündigungsgrund liegt hier sicherlich nicht vor, zumal es an einer Abmahnung fehlt.

Sie sollten sich daher sofort zum Arbeitsgericht (Ausschlussfrist von 3 Wochen ab Zugang der Kündigung) und Kündigungsschutzklage erheben. Diese Klage können Sie zu Protokoll der Geschäftsstelle selbst erheben. Ein Urkundsbeamter hilft Ihnen bei der Formulierung. Ein Kostenrisiko haben Sie in der ersten Instanz nicht, da jede Partei grundsätzlich ihre eigenen Kosten trägt. Also auch wenn Sie verlieren sollten müssen Sie nicht die Anwaltskosten des Gegners tragen.

Sie können dann beim Arbeitsgericht auch den ausstehenden Lohn für Oktober einklagen. Da Sie nicht wirksam gekündigt wurden, muss Ihnen auch noch das Novembergehalt gezahlt werden.



Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren. Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren und angemessen zu vergüten. Beachten Sie bitte, dass eine kostenlose Rechtsberatung in der Bundesrepublik Deutschland nicht gestattet ist.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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