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Schiessl Claudia
Schiessl Claudia, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 15723
Erfahrung:  Fachanwältin für Arbeitsrecht seit 2007, Korrespondenzsprachen deutsch und englisch,Vertretung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Betriebsräten, Betriebsratschulungen ,20 Jahre Anwaltserfahrung
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Schiessl Claudia ist jetzt online.

Guten Tag, gestern am 16.07.2011 hat mir mein Arbeitsgeber

Kundenfrage

Guten Tag,

gestern am 16.07.2011 hat mir mein Arbeitsgeber einen Aufhebungsvertrag vorgelegt.
Damit habe ich nicht gerechnet und ich war total überrascht.
Ich war in der Funktion einer Teamleiterin in einem systemgastronomischen Betrieb eingestellt. Dieser Betrieb gehört zu einem Möbelhaus und ist ein sehr großes weltweites Unternehmen.

Man teilte mir mit, dass man mit mir nicht weiter arbeiten will.
Bei dieser Gelegenheit bekam ich drei Abmahnungen auf einmal.
1. Abmahnung:
Ich plante gegen den Rechtlinien bei der Einsatzplanung einer Mitarbeiterin
4 Schichten statt 5 in der Woche.
Diese Vorgehensweise ist bei uns in der Abteilung üblich und stilschweigend seit Jahren geduldet.
2 Abmahnung:
Ein Mitarbeiter blieb unentschuldigt der Arbeit fern.
Ich führte mit ihm nur ein Gespräch. Ich sollte ihm eine Abmahnung geben.
In so einer Situation befand ich mich zum ersten Mal.
3. Abmahnung:
Ich sollte meinen neuen Chef überreden wollen, einer Mitarbeiterin mehr Arbeitsstunden zu geben, obwohl ich eine Anweisung in einem Gespräch bekommen haben sollte, für diese Stunden einen neuen Mitarbeiter einzustellen. Es handelte sich um 39 Stunden.
Diese Abmahnung habe ich nur unter Vorbehalt unterschrieben, denn so ein Gespräch wurde mit mir nicht geführt. Ich sagte zwar dem neuen Chef, dass diese Mitarbeiterin mehr Stunden bekommen könnte. Ich wies ihm aber auch auf die Tatsache hin, dass sie sich in der Familienplanung befindet. Meine Informationen waren sachlich und neutral.

Zu allgemeinen Situation in der Abteilung.
Anfang Mai wurde mein alter Chef, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe, durch einen Aufhebungsvertrag aus dem Unternehmen entfernt.

Mein alter Chef hat mir auch Arbeiten zugewiesen, die für meine Position ungewöhnlich waren und zu seinem Aufgabenbereich gehörten.
Andere Aufgaben, die meine Position entsprachen, ließ er den Kollegen verrichten. Aus diesem Grund bin ich nicht in bestimmten Bereichen auf dem Laufende. Diese Tatsache wird mir zur Vorwurf gemacht. Um die Defizite nach zu holen, bräuchte ich nur 2 bis 3 Wochen Zeit.

Ich merke, dass der neue Chef mit mir nicht zusammen arbeiten will.
An diese Tatsache kann ich leider nichts ändern.
Ich bin bei diesem Unternehmen 4 Jahre und 4 Monate. Ich bin 55 Jahre alt und ich weiß, dass ich wahrscheinlich nicht gleichwertige Beschäftigung finde. Mein Bruttogehalt war 3150€, netto 2150€.
Der Aufhebungsvertrag gilt zum 31.07.2011. Ich bin sofort freigestellt. Man bietet mir eine Abfindung von 6200€ und ein gutes Arbeitszeugnis.

Ich neige dazu, diesen Aufhebungsvertrag zu akzeptieren.
Was ist Ihre Meinung dazu?
Ist die Höhe der Abfindung angemessen?
Wie kann ich sonst meine Rechte schütze?
Was muss ich sonst beachten?
Lohnt sich eventuell ein Streit mit einer sehr mächtigen Firma?
Ich habe weder eine Rechtschutzversicherung noch bin ich Gewerkschaftsmitglied .

Ich soll meine Entscheidung der Firma am Mittwoch, den 20.07.2011 mitteilen.

Ich bitte Sie um Antwort und bedanke XXXXX XXXXX voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Teresa Weiss
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre arbeitsrechtliche Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte.


Unterschreiben Sie nicht.

Man will Sie nur billig loswerden. Aufgrund Ihres Alters sind Sie schwer kündbar.


Nehmen Sie zu den Abmahnungen Stellung und verlangen deren Entfernung aus der Personalakte.

Setzen Sie das notfalls klageweise vor dem Arbeitsgericht durch. Sie können sich zur Rechtsantragsstelle begeben. Dort wird man Ihnen behilflich sein.

Ein Aufhebungsvertrag hat erhebliche sozialrechtliche Folgen.

Da Sie Ihr Beschäftigungsverhältnis durch ihn gelöst haben, bekommen Sie eine Sperrzeit von 12 Wochen, während der Sie keine Leistungen der Agentur für Arbeit erhalten.

Sie müssen sich selbst krankenversichern.

Wenn Sie die Kündigungsfrist nicht einhalten, wird Ihnen anschließend auch noch gleich die Abfindung auf das Arbeitslosengeld angerechnet, so dass von dieser Ihnen nichts mehr übrig bleibt.


Die Regelabfindung ist ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr, so dass die Höhe in Ordnung ist.


Sie haben aber nichts davon.


Arbeiten Sie weiter und unterschreiben Sie den Vertrag nicht.

Sollte man Ihnen kündigen erheben Sie gegen diese Kündigung rechtzeitig binnen 3 Wochen Kündigungsschutzklage.

Das können Sie zu Protokoll der Rechtsantragsstelle selbst.



Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Sehr gerne können Sie bei Unklarheiten nachfragen.



Mit freundlichen Grüßen



Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Familienrecht




Wenn Ihre Frage beantwortet ist, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten.

Sie akzeptieren meine Antwort durch Klicken auf das grüne Feld.


Vielen Dank




Schiessl Claudia, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 15723
Erfahrung: Fachanwältin für Arbeitsrecht seit 2007, Korrespondenzsprachen deutsch und englisch,Vertretung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Betriebsräten, Betriebsratschulungen ,20 Jahre Anwaltserfahrung
Schiessl Claudia und 3 weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

hallo Frau Rechtsanwältin,

 

vielen Dank für Ihre schnelle und hilfsreiche Antwort.

 

ich verstehe nicht mit der Zahlung des Arbeitslosngeldes.

wenn ich die Kündigung annehmen sollte, bekomme ich Abfindung und gleichzeitig die Sperrung von A.amt. Hat die Abfindung Einfluss auf die Zahlung des Arbeitslosengeldes nach Ablauf der Sperre?

 

Wie soll das gehen. Ich soll dem Arbeitsgeber sagen, ich will weiter arbeiten. Ich habe doch erhebliche Ängste, wie mit mir umgegangen wird. Das ich meine alte Funktion nicht mehr ausübe, das wäre das wenigst. Ich müsste mich einem grossen psychischen Druck aussetzen. Ich frücht den Spot der Kollegen, für die ich eine Vorgesetzte war. Außerdem sie haben gesehen, dass ich weggegangen bin.

Wie verhält man sich in dieser Situation?

 

Ich bitte Sie um einen praktischen Rat.

 

Grüße

 

Teresa

 

Wo finde ich Arbeitsgericht? Was ist Rechtsantragstelle?

 

 

Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sie können dann den Aufhebungsvertrag ohne Sperrfrist unterschreiben, wenn Sie vor der Unterschrift sich auf einem speziellen Formular der Agentur für Arbeit von Ihrem Arzt bestätigen lassen, dass er Ihnen aus gesundheitlichen Gründen zur Arbeitsaufgabe rät.

Sie können Mobbing geltend machen, was ja auch zutrifft.


Achten Sie aber unbedingt auf die Reihenfolge : erst Attest dann Unterschrift.


Die Abfindung wird Ihnen aber auf jeden Fall wenigstens teilweise angerechnet, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird.





Mit freundlichen Grüßen



Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Familienrecht
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Habe ich Sie richtig verstanden.

am besten wäre, wenn ich den Aufhebungsvertrag ablehne und meine arbeit fortsetze.

Mein Arbeitgeber soll die Kündigung aussprechen. Dann bekomme ich volles A.geld.

Kann ich den Arbeitgeber zur Weiterbeschäftigung zwingen? Kann er mich dann in Tätigkeit und Vergütung auf niedriges Niveau setzen?

 

 

Sollte ich doch den Aufhebungvertrag akzeptiert, dann bekomme ich 12 Wochen kein A.geld. Dann bekomme ich das ALG in mir zustehenden Höhe.

Vor der unterschrift soll ich mir ein Formular von dem A.amt holen, mit dem ich belegen kann, dass auf ärztlichen Rat ich die kündigung annehmen soll.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Teresa Weiss

 

 

 

 

Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende,


ja genau so ist es.


Der Arbeitgeber muss Sie Ihrem Arbeitsvertrag entsprechend beschäftigen.Er kann Sie nicht, wenn in Ihrem Arbeitsvertrag eine bestimmte Tätigkeit vereinbart ist auf ein niedrigeres Niveau setzen.

Bekannt aus:

 
 
 
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