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Schiessl Claudia
Schiessl Claudia, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 15712
Erfahrung:  Fachanwältin für Arbeitsrecht seit 2007, Korrespondenzsprachen deutsch und englisch,Vertretung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Betriebsräten, Betriebsratschulungen ,20 Jahre Anwaltserfahrung
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Schiessl Claudia ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe gerade meine verzweifelte Schwester

Kundenfrage

Guten Tag,

ich habe gerade meine verzweifelte Schwester am Telefon. Sie ist durch Epilepsie, Rheuma und Zölliakie zu 80 % schwerbehindert, arbeitet jedoch in einer international tätigen Spedition. Letzte Woche wollte sie ein Angebot mit einem besonderen "Kampfpreis" an einen neu zu gewinnenden Kunden per Mail verschicken. Bei diesem Vorgang ist es üblich eine zweite Mail mit dem Angebot an die Kollegen der betroffenen Abteilung (in diesem Fall Seefracht) zu schicken. Statt dem Verteiler der Kollegen erwischte Sie bei Erstellung der Mail aber versehentlich den Verteiler der für Infoschreiben an Kunden erstellt wurde. So erhielten versehentlich ca. 40 Kunden Kenntnis von diesem Angebot, was natürlich ihren Preis unterbietet. Als meine Schwester den Fehler bemerkte, schickte sie sofort eine Zweite Mail an diesen Verteiler mit der Bitte die erste Mail zu löschen. Da der Chef außer Haus war informierte sie ca. eine Stunde später eine Abteilungsleiterin. Nach ca. zwei - drei Stunden später war der Chef wieder da. Von sich aus informierte meine Schwester den Chef. Die zuerst versendete Mail hatte sie in ihrer Panik gelöscht. Hieraus wird jetzt versucht ihr einen Strick zu drehen. "Vertuschungsversuch" lautet der Vorwurf. Auch geistert das Wort „Schadensersatzforderung“ umher, da die Firma durch diesen Fahler angeblich ca. 15.000,-€ monatlich an Verlusten erleiden wird. Meine Schwester ist beurlaubt und soll jetzt der Integrationsstelle eine Stellungnahme abgeben. Sie hat zwei Möglichkeiten: 1. den Vorwurf anzuerkennen in dem ihr Absicht der Vertuschung unterstellt wird, oder 2. der drohenden Kündigung zu widersprechen aus Gründen die sie selbst nennen soll. Meine Schwester arbeitet seit 2007 in der Firma. Sie war finanziell durch ihre Gesundheit immer sehr schlecht gestellt, hat keine Rechtschutzversicherung und weiß nicht wie sie reagieren soll. Was kann sie tun?


Mit freundlichen Grüßen
David Müller
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre arbeitsrechtliche Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte.


Ihre Schwester soll sich beruhigen.

Ein Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung durch das Integrationsamt.

Ihre Schwester ist durch das SGB IX in besonderem Maße geschützt.

Die Integrationsämter sind sehr auf der Seite der Menschen mit Behinderung und befürworten nur in extremen Ausnahmefällen ( Arbeitnehmer bedroht seine Kollegen) eine Kündigung.


Ihre Schwester soll gegenüber dem Integrationsamt Stellung nehmen und mitteilen, dass dies ein Versehen war.

Wenn sie etwas hätte vertuschen wollen, hätte sie ja nicht umfassend den Chef, die Abteilungsleiterin etc. unterrichtet.


Sie sollte unbedingt versuchen, den Arbeitspatz zu behalten und sollte gegenüber dem Integrationsamt eine entsprechende Stellungnahme abgeben.( sollte halt ein bißchen auf die Tränendrüse drücken, am besten sie helfen ihr dabei).


Sie soll auf gar keinen Fall einen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Dann genießt sie nämlich den speziellen Schutz für Menschen mit Behinderung nicht mehr.


Selbst wenn, was ich nicht glaube, das Integrationsamt einer Kündigung zustimmt, sollte Ihre Schwester unbedingt gegen diese Kündigung rechtzeitig, d.h. binnen 3 Wochen ab Zugang vor dem Arbeitsgericht klagen.


Einen Schadensersatzanspruch sehe ich nicht so ohne weiteres gegeben.

Der Schaden tritt ja nicht zwangsläufig ein, sondern man kann den Kunden gegenüber ja auch erklären, dass das Angebot eine einmalige Sache war.




Ich hoffe, Ihnen und Ihrer Schwester geholfen zu haben und wünsche ihr alles Gute



Wenn noch Fragen bestehen, sehr gerne




Mit freundlichen Grüßen



Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht



Wenn Ihre Frage beantwortet ist, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten.

Sie akzeptieren meine Antwort durch Klicken auf das grüne Feld.


Vielen Dank

Schiessl Claudia, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Arbeitsrecht
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Erfahrung: Fachanwältin für Arbeitsrecht seit 2007, Korrespondenzsprachen deutsch und englisch,Vertretung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Betriebsräten, Betriebsratschulungen ,20 Jahre Anwaltserfahrung
Schiessl Claudia und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch Fragen ? Sehr gerne.

Mit freundlichen Grüßen


Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin


Wenn Ihre Fragen beantwortet sind, bitte ich höflichst um Akzeptierung


Vielen Dank
Experte:  Schiessl Claudia hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

danke für die Akzeptanz!

Ihre Schwester soll ja den Kopf nicht hängen lassen-

Jeder macht einmal einen Fehler !

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