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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 26429
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit im Zivilrecht
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Meine Mitarbeiterin ist nach einem Wegeunfall ber die BG versichert

Kundenfrage

Meine Mitarbeiterin ist nach einem Wegeunfall über die BG versichert und ist seit 6 Wochen krank. Weitere Wochen folgen. Sie macht seit kurzem eine ambulante REHA. Dort muss sie mit Wirbelbruch und Korsett hinfahren. Deweiteren nimmt sie auch an privaten Feiern, Veranstaltungen und Theaterkursen teil,mit entsprechenden Fahrwegen. Laut Aussage ihres behandelnden Arztes, ist sie aber nicht versichert auf dem Weg zu Arbeit. Also darf sie alles,nur nicht arbeiten. Das verstehe ich nicht. Wie sieht die gesetzliche Lage aus?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Ein krankgeschriebener Arbeitnehmer ist verpflichtet, sich so zu verhalten, dass er möglichst bald wieder gesund wird, und alles zu unterlassen, was seine Genesung verzögern könnte

Nur ein Verhalten, durch das der Heilungsprozess während einer Behandlung verzögert würde, ist insoweit relevant; u. U. ist dann auch eine Kündigung gerechtfertigt (als verhaltens-, nicht als krankheitsbedingt).

Also soweit Ihre Mitarbeiterin nicht bettlägrig ist, kann Sie durchaus an Feiern, Veranstaltungen und Theaterkursen teilnehmen. Eine Ausnahme besteht lediglich dann, wenn durch diese Teilnahme der Heilungserfolg gefährdet wird.

In diesem Falle ist eine Verhaltendbedingte Kündigung der Mitarbeiterin möglich (BAG Urteil vom 02.03.2006 - 2 AZR 53/05)

Verzögert Ihre Mitarbeiterin durch eigenes schuldhaftes Verhalten den Heilungsprozess, hängt es von den Umständen des Einzelfalls ab, ob der Arbeitgeber hierauf eine ordentliche oder gar eine außerordentliche Kündigung stützen kann. Leichtere Pflichtverletzungen mit nachteiligen Folgen für den Heilungsprozess rechtfertigen grundsätzlich nur eine ordentliche Kündigung (BAG Urteil vom 27.04.1994; 5 AZR 747/93).

Es ist also durchaus nicht so, dass Ihre Mitarbeiterin alles darf. Sie darf den Heilungserfolg durch nichts gefährden, da sie ansonsten eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses riskiert.



Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.


Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Verändert von RASchiessl am 10.02.2011 um 20:07 Uhr EST
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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