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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechtsanwalt tätig.
37896974
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troesemeier ist jetzt online.

Hallo, ich hoffe auf eine aussagekr ftige Antwort. Nach dem

Kundenfrage

Hallo,
ich hoffe auf eine aussagekräftige Antwort.
Nach dem ich einen längeren Zeitraum krank war, rät mir mein Arzt auf eine Verkürzung der Stunden und Arbeitstage.
Die zuständige Führungskraft wird wohl (wurde mir so unterschwellig mitgeteilt) das nicht befürworten oder unterstützen.
Das Unternehmen in dem ich arbeite ist ein sehr großes Unternehmen mit vielen (weit mehr als 15 Arbeitnehmern) Teilzeitbeschäftigten in jeglicher Form.
Bei uns gibt es sogar die Probeteilzeit.
Diese wollte ich in Anspruch nehmen, zum einem gesundheitlich zum anderen mit evtl. in dieser Zeit einem Jobwechsel (evtl. intern) somit ich dann auch wieder in die Vollzeit könnte.
Welche Möglichkeiten habe ich dies durchzubekommen und welche Möglichkeiten hat der AG mir das zu verbauen???

Vielen dank.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Einschlägig ist das Teilzeitbeschäftigungsgesetz.

Seit einigen Jahren schon hat der Gesetzgeber im Teilzeit- und Befristungsgesetz (im Folgenden TzBfG) einen Anspruch auf Teilzeitarbeit unter bestimmten Voraussetzungen eingeführt.

Die Regelungen zur Durchsetzung des Anspruchs auf Teilzeit sind äußerst kompliziert. Vielleicht ist das der Grund, dass sie in der gerichtlichen Praxis vielleicht nicht die Rolle spielen, die der Gesetzgeber sich ursprünglich einmal vorgestellt hat.

Die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung sind folgende:

- Das Arbeitsverhältnis muss länger als sechs Monate bestanden haben (§ 8 Abs. 1. TzBfG)

- Bei dem Arbeitgeber müssen mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt sein (§ 8 Abs. 7 TzBfG).

- Der Arbeitnehmer muss einen Antrag fristgerecht, das heißt mit einer Vorlaufzeit von drei Monaten, stellen (§ 8 Abs. 2 TzBfG). Dabei ist es unschädlich, wenn der Arbeitnehmer keinen gewünschten Beginn der von ihm begehrten Vertragsänderung benennt.


Neben der Verringerung der Arbeitszeit auf eine niedrigere Wochenstundenzahl, kann (aber muss nicht) der Arbeitnehmer die Verteilung er Arbeitszeit im einzelnen beantragen. Gibt er keine Verteilung an, so überlässt er das dem Arbeitgeber.

Sie müssen also möglichst konkret beantragen, wie die künftige Gestaltung der Arbeitszeit geregelt sein soll.

Der Arbeitgeber hat danach mit dem Arbeitnehmer ein Gespräch mit dem Ziel zu führen, dass eine Vereinbarung gefunden wird. Wenn dieses Einvernehmen über Verringerung und Verteilung hergestellt werden kann, wird diese Vereinbarung dann zur neuen Grundlage des Arbeitsverhältnisses.

Gefährlich wird es für den Arbeitgeber dann, wenn auf das Teilzeitverlangen des Arbeitnehmers nicht reagiert, insbesondere es nicht schriftlich spätestens einen Monat vor der gewünschten Vertragsänderung ablehnt. Macht der Arbeitgeber das nicht, so wird seine Zustimmung zu der vom Arbeitnehmer begehrten Vertragsänderung kraft Fiktion ersetzt. Dann gilt der Vertrag mit den vom Arbeitnehmer gewünschten Änderungen.

 

Aus diesem Grund ist es wichtig den Antrag schriftlich zu stellen und den Zugang nachweisbar zu machen.

 

Lehnt der Arbeitgeber ab, so kann der Arbeitnehmer sein Teilzeitverlangen vor Gericht geltend machen. Dann wird geprüft, ob es entgegenstehende betriebliche Belange gibt.
Der Arbeitsgeber müsste also dann dezidiert nachweisen, welche betrieblichen Gründe gegen eine Teilzetbeschäftigung sprechen.



Ich hoffe ich konnte Ihnen die Rechtslage verständlich darlegen und Ihnen eine angemessene rechtliche Orientierung geben. Falls Sie Nachfragen haben, können Sie diese gern stellen.

Abschließend darf ich Sie um Akzeptanz meiner Antwort entsprechend den AGB´s des Seitenbetreibers bitten. Eine kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland nicht zulässig.


Mit freundlichen Grüßen





Verändert von troesemeier am 20.01.2011 um 08:53 Uhr EST
troesemeier und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Haben Sie noch Nachfragen oder ist etwas unklar geblieben ?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Das heisst also, die einzige Möglichkeit zur entsprechenden Bewilligung für die Teilzeit mit den von mir gewünschten Optionen kann also nur erfolgen wenn die Führungskraft damit einverstanden ist und wenn nicht einverstanden dann per Gericht??

 

Was ist mit dem Gleichbehandlungsgesetz?? Welches bedeutet doch wenn es z. B. in einem Unternehmen Teilzeit gibt (egal ob nach Elternzeit, Pflege Elternteil etc. etc.) das jeder andere Mitarbeiter auch ein Anrecht darauf hat bzw. es ermöglicht werden muss??

Experte:  troesemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

ob und inwiefern hier der Gleichbehandlungsgrundsatz greift dürfte leider letzendlich nicht maßgebend sein. Es hat im Ergebnis eine eingehende Abwägung der berechtigten Arbeitnehmerinteressen und den betrieblichen Interessen stattzufinden. Hier liegt die eigentliche Problemtik, die naturbedingt wenig fassbar ist.

In der Tat bleibt letztlich nur der Weg über die gerichtliche Klärung, falls seitens der Führungskraft kein Entgegenkommen zu verzeichnen ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage damit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen