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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 16757
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin derzeit in Elternzeit

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin derzeit in Elternzeit und soll nach einem Jahr Elternzeit in meiner Firma wieder anfangen zu arbeiten, dass wäre am 28.03.2010.
Ich habe einen Antrag auf Teilzeit zu 25 Stunden die Woche gestellt (vorher habe ich in vollzeit gearbeitet). Das hat mir meine Firma aber mündlich abgesagt.
Ich bin damit jedoch nicht einverstanden, denn es arbeiten bereits 2 Mitarbeiter in Teilzeit, wir sind insgesamt rund 30 Mitarbeiter. Es gibt noch 4 weitere Mitarbeiter, die in Elternzeit sind und eine davon hat ihren Teilzeitwunsch bestätigt bekommen.
Ist das überhaupt so rechtens, was meine Firma macht ?
Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Weigand
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Sie können einen Antrag auf Teilzeitarbeit stellen, § 15 Absatz 5 BEEG.

Der Arbeitgeber muss grundsätzlich zustimmen und darf nur ablehnen, wenn es betriebliche Gründe gibt.

Wenn in Ihrem Unternehmen bereits Mitarbeiter Teilzeit arbeiten, kann man davon ausgehen, dass es Ihrem Arbeitgeber möglich ist, Sie auch auf Teilzeit zu beschäftigen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Guten Tag Herr Schwerin,
aber wie gehe ich denn da nun vor ? Mein Arbeitgeber hat es ja nun abgelehnt und verlang, dass ich in vollzeit wieder anfange.
Ich bin im Mai 2011 10 Jahre in dieser Firma tätig, hab ich sonst auch die Möglichkeit von meiner Firma eine Kündigung/Aufhebungsvertrag + Abfindung zu verlangen oder auszuhandeln ?
Desweiteren habe ich erfahren, dass meine Firma ganz offiziell meinen Posten in der Firma neu vergeben hat. Ich bin dort seit 2004 offiziell die Abteilungsleiterin der Buchhaltung. Das dürfen sie doch nicht oder ? Ich dachte immer, dass sie mir meinen alten Arbeitsplatz zurück geben müssen. Und in erster Linie müssen sie ja davon ausgehen, dass ich so wieder komme, wie sie es verlangen.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sie haben zum einen einen Anspruch auf eine Teilzeitstelle, die sich nach der Elternzeit aus § 8 TzBfG ergibt.

Weiterhin haben Sie auch das Recht, an die alte Stelle zurückzukehren.

Weigert sich der Arbeitgeber sollten Sie um einen Aufhebungsvertrag ersuchen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Es ist aber richtig, dass wenn ich in Teilzeit anfangen sollte, ich keinen Anspruch mehr auf meine alte Stelle habe oder ?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sie haben einen Anspruch auf Teilzeit auf der alten Stelle.

Der Arbeitgeber kann den Teilzeitanspruch nichtt ablehnen, aber ggf. die alte Stelle. Er muss Ihnen dann aber eine gleichwertige Ersatzstelle anbieten.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das ist schon mal gut zu wissen, da ich immer anders dachte.
Muss ich meinen Arbeitgeber eigentlich eine Begründung dazu liefern, warum ich in Teilzeit wieder anfangen möchte ?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Der Arbeitnehmer muss die Verringerung seiner Arbeitszeit und den Umfang der Verringerung spätestens drei Monate vor deren Beginn geltend machen. Er soll dabei die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben. Eine kleien Begründung ist erforderlich.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich habe meinem Arbeitgeber bereits kurz nach der Geburt meines Sohnes meinen Teilzeitwunsch schriftlich mitgeteilt, auch an welchen Tagen ich wieder arbeiten wollte.
Meine Firma hat jedoch bislang nur eine mündliche Absage erteilt, müssen die mir das nicht wenigstens schriftlich geben ?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ja, es muss eine schriftliche und fundiert begründete Ablehnung erfolgen.

Da dies nicht gegeben ist, besteht derzeit der Anspruch auf Teilzeit.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sollte ich jedoch keine schriftliche Absage bekommen, gehe ich dann einfach zu den von mir vorgeschlagenen Zeiten zur Arbeit oder wie läuft das dann weiter ?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Dann können Sie vor dem Arbeitsgericht klagen, um Ihren Anspruch durchzusetzen.
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 16757
Erfahrung: Rechtsanwalt
raschwerin und weitere Experten für Arbeitsrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Nun nochmal zu dem Aufhebungsvertrag.
Sollte meine Firma und ich uns dann doch so einig werden, dass ein Aufhebungsvertrag besser wäre, habe ich denn dann einen Anspruch auf eine Abfindung ? Wie hoch darf ich dann eine Abfindung geltend machen ?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ja, Sie können dann eine Abfindung fordern.

Dies ist etwa wie folgt hoch:

Man rechnet die Anzahl der Jahre, die man schon in der Firma abeitet mal 50 % des Bruttomonatslohnes.

Wenn Sie dann also 10 Jahre dort arbeiten und sagen wir 1000 verdienen, rechnet man 10 x 500 = 5.000.

Dann ist Ihr Anspruch etwa bei 5000 €.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Und habe ich die Möglichkeit das auch vorm Arbeitsgericht durch zu boxen, falls meine Firma das ebenfalls ablehnen sollte ?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Durchboxen ist der falsche Begriff, aber es läuft vor dem Arbeitsgericht fast immer auf einen Vergleich hinaus.

Daher hat man gute Möglichkeiten, eine solche Abfindung zu bekommen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich habe meiner Firma nun nochmal die Bitte (schriftlich) geäußert in Teilzeit wieder anfangen zu dürfen. Sollten sie das wieder ablehnen, kann ich dann auch gleich vorm Arbeitsgericht den Aufhebungsvertrag mit Abfindung versuchen zu erwirken oder muss ich generell erstmal meinen Teilzeitwunsch versuchen durch zu bringen ?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sie können dann direkt gerichtlich vorgehen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Nochmal dazu, dass meine Firma vor etwa 2 Wochen meinen Posten in der Firma neu vergeben hat, mit Email an alle Mitarbeiter (außer mir). Ich habe nur nebenbei von einer Kollegin davon erfahren.
Das kann die Firma doch eigentlich nicht machen oder ? Zumal sie mich doch darüber informieren müssen. Vorrübergehend schon, aber ganz offiziell doch eigentlich nicht.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sie haben Recht, man hätte Sie informieren müssen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Muss meine Firma hierzu nicht auch eine Begründung geben, warum sie meinen Posten einfach weitergeben?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Nein, das muss der AG nicht. Es bleibt auch sanktionslos, dass er das gemacht hat. Sie haben hier nur das Recht, auf den Posten zurückzukehren oder alternativ eine gleichwertige Stelle zu bekommen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ok, dann weiß ich bescheid.
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Gern, alles Gute.

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