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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Arbeitsrecht
Zufriedene Kunden: 17087
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

GUten Abend, ein Mitarbeiter, der vier Wochen Urlaub beantragt

Kundenfrage

GUten Abend,

ein Mitarbeiter, der vier Wochen Urlaub beantragt hat und nur drei Wochen bewilligt bekommen hat, meldet sich zwei Tage vor Urlaubsende mit der Mitteilung, dass er auf dem Rückweg in Spanien eine Autopanne hat und voraussichtlich drei bis vier Tage später zur Arbeit erscheinen wird. Kann es einem Arbeitnehmer zugemutet werden, sich vorher um seine Rückkehr (z.B. mit dem Zug) zu kümmern und sein Auto später abzuholen?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Arbeitsrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Das kommt alles auf die Umstände des Einzelfalls an. Der Mitarbeiter muss die Panne und die Umstände, dass er nicht rechtzeitig zur Arbeit erscheinen konnte, beweisen.

Aber eigentlich hätte er anderweitig zurückkommen müssen. Vielleicht hat er aber gute Gründe, das müsste man hinterfragen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Herr Schwerin,

vielen Dank für Ihre prompte Antwort. Leider hilft die Antwort mir nicht viel weiter. Der Beweis für die Panne wird direkt nach seiner Rückkehr angefragt, aber was gibt es für weitere Möglichkeiten: "hätte er anderweitig zurückkommen müssen" = Aussetzung Lohn für die zusätzlichen Tage, Abmahnung (siehe beigefügtes Beipiel), Kündigung o.Ä.?

Dank+Gruß

 

Einen Tag zu spät aus dem Urlaub - Abmahnung rechtens

Wer am Urlaubsort das Flugzeug versäumt und einen Tag zu spät zur Arbeitsstelle kommt, riskiert eine Abmahnung und entsprechende Lohnkürzung.

Im entschiedenen Fall hatte der Arbeitnehmer seinen Urlaub extrem knapp kalkuliert. Nachdem das zunächst vorgesehene Flugzeug überbucht war und er lediglich ein verbilligtes Personalticket erworben hatte, konnte er nicht wie geplant nach Deutschland zurückkommen, sondern kam erst einen Tag später an. Obwohl er sich telefonisch beim Arbeitgeber gemeldet hatte, erhielt er eine Abmahnung sowie Lohnkürzung.

In dem - vor dem ArbG Frankfurt geschlossenen Vergleich erklärte sich der Arbeitnehmer nun bereit, die Abmahnung noch weitere sechs Monate in der Personalakte hinzunehmen sowie die Lohnkürzung zu akzeptieren.

Das Gericht wies in der Verhandlung auf das "Wegerisiko" hin, das stets beim Arbeitnehmer liegt. Auch die telefonische Abmeldung ersetzt dies nicht. Eine Ausnahme gibt es nur bei "höherer Gewalt" wie Naturereignissen oder Pilotenstreiks. Im konkreten Falle aber wäre der Arbeitnehmer schon beim Kauf eines Vollpreistickets mit Beförderungsgarantie rechtzeitig zurück in Deutschland gewesen.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., vom 14.08.2007
Aktenzeichen:
dpa v. 14.08.2007

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Ja, wie gesagt, wenn der Arbeitnehmer nicht beweisen kann, dass er zwingend aufgehalten worden ist, ist dem Arbeitnehmer der Lohn zu kürzen. Eine Abmahnung kann, muss aber nicht erfolgen.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und darf Sie bitten, meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten.

Durch die Akzeptierung wird meine Tätigkeit Ihnen gegenüber bezahlt. Dies ist insbesondere unter Berücksichtigung berufsrechtlicher Aspekte erforderlich, da eine kostenlose Rechtsberatung in Deutschland nicht erlaubt ist.

Ich danke XXXXX XXXXX und stehe für Rückfragen und eine weitergehende Beauftragung natürlich jederzeit gern zur Verfügung.