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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 6382
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, am 9.12.17 habe ich bei einem

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 9.12.17 habe ich bei einem Reisebüro fernmündlich eine Flusskreuzfahrt in Russland (vom. 6.5. bis 19.5.18) gebucht (Gesamtkosten 3.380 €). Mit Schreiben vom 11.12.17 wurde mir die Buchung schriftlich bestätigt. Die AGB des Kreuzfahrt-Unternehmens enthalten unter "Rücktritt seitens des Reiseteilnehmers" die Regelung, dass bei einem Rücktritt bis 120 Tage vor Reisebeginn 25% des Gesamtpreises berechnet werden Eine Reiserücktrittversicherung wurde von uns noch nicht abgeschlossen.
Zwischenzeitlich haben sich für uns wichtige Gründe ergeben, die eine Absage der Reise sinnvoll erscheinen lassen.
Mit Blick auf die erst vor wenigen Tagen erfolgte Buchung bitte ich Sie um Auskunft, ob schon jetzt vom Reiseunternehmen tatsächlich 25% des Reisepreises von uns verlangt werden können.
Mit freundlichen Grüßen
Renate F.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Ja, die Stornogebühr in Höhe von 25% ist auch bereits wenige Tage nach der Reisebuchung und einem eintretenden Stornofall zulässig.

Prinzipiell gilt auch im Reisevertragsrecht der Grundsatz, dass sich die Parteien frei vereinbaren können und die vertraglich getroffenen Vereinbarungen auch einzuhalten sind.

Allerdings hat der BGH mit Urteil vom 09.12.2014 (Az. X ZR 13/14) eine Vereinbarung einer pauschalen Stornogebühr für unwirksam erklärt. Hiervon dürfte auch Ihr Reisevertrag betroffen sein.

Demnach ist es zulässig, eine pauschale Entschädigung im Falle des Rücktritts vor Reisebeginn zu vereinbaren. Die Pauschale muss dem typischen Schaden, der des Reiseveranstalters durch den Rücktritt des Kunden entsteht, entsprechen. Der Nachweis, dass dies der Fall ist, obliegt dem Veranstalter. Der muss hinreichend darlegen, dass die verlangten Rücktrittspauschalen unter Berücksichtigung der gewöhnlich ersparten Aufwendungen und anderweitigen Verwertung berechnet wurden.

Durch Unwirksamkeit der Klausel tritt an deren Stelle § 651i Absatz 2 BGB. Dort heißt es:

Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, so verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Er kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen. Die Höhe der Entschädigung bestimmt sich nach dem Reisepreis unter Abzug des Wertes der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwerben kann.

Dies heißt für Sie:

Der Reiseveranstalter kann eine Entschädigung verlangen, hat die genaue Höhe jedoch darzulegen und zu begründen. Eine pauschale Geltendmachung von 25% ist nicht zulässig.

Dies können Sie dem Veranstalter so mitteilen.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Eine Zusatzfrage habe ich noch: Als ich die Buchung fernmündlich vorgenommen habe, kannte ich die AGB ja noch nicht. Die habe ich erst anschließend per E-Mail bzw. mit Schr. vom 11.12.17 erhalten. Spielt dies eine Rolle?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

sofern Sie nichts unterschrieben haben, können Sie bestreiten, dass das übermittelte Angebot so im Detail abgesprochen war (wenn sich eine Abweichung findet).

Der Reiseveranstalter wird dann nicht das Gegenteil nachweisen können.

Weiter könnten Sie vorsorglich den Widerruf erklären, wodurch Sie vollumfänglich frei werden.

Sofern Sie etwas unterschrieben haben, gelten die Ausführungen wie gemacht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

waren meine Ausführungen informativ bzw. haben diese Ihnen weitergeholfen? Haben Sie noch Rückfragen bzw. kann ich Ihnen sonst noch irgendwie weiter helfen?

Sofern ich Ihre Frage beantworten konnte bitte ich freundlichst um die Abgabe einer positiven Bewertung Ihrerseits (anklicken von mind. 3 Bewertungssternen).

Hierdurch entstehen Ihnen keine Zusatzkosten. Insbesondere hat dies keinen Einfluss auf die bereits an das Portal geleistete Zahlung.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Dr. Holger Traub und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.