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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 6568
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
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S. Grass ist jetzt online.

Ich habe ein Pferd gekauft über Ebay-Kleinanzeigen. Laut der

Beantwortete Frage:

Ich habe im September ein Pferd gekauft über Ebay-Kleinanzeigen. Laut der Anzeige bei eine Appaloosa Stute mit Papieren. Das Alter war nicht genanntauf Nachfrage sagte die Verkäuferin,die Stute sei 14. Ich fragte an, ob die Stute als Wanderreitpferd geeignet wäre, denn dazu sollte sie bei mir eingesetzt werden. Dies wurde bejaht.
Ich schaute mjir die Sute an, zum Proberitt stand lediglich ein kleiner Reitplatz mit ungeeignetem Boden zur Verfügung, sodass ich letztlich die Stute nur ca. 15-20min ritt, in allen 3 Gangarten, aber ohne Lektionen pp da dies auf dem unebenen Platz nicht anzuraten gewesen wäre. Von diesem Proberitt existiert auch ein Video, die Stute lief hier unauffällig.
Ich sagte mündlich den Kauf der Stute zu, wobei es ein erneutes Treffen geben sollte für die Klärung der Details, (Ankaufsuntersuchung,Kaufvertra). Es wurde ein Kaufpreis von 3500€ inkl. Zubehör vereinbart.
Dann verloren wir überraschend ein Pferd, sodass unser Wallach plötzlich alleine stand. Aufgrund des Zeitdrucks fragte ich, ob ich die Stute sofort zu mir holen könne, ein Kaufvertrag sollte per Email erledigt werden. Ich bezahlte die Stute bar und bekam zu diesem Zeitpunkt keinerlei Papiere, weder Equidenpass noch Papiere noch Impfpass. Die Vorbesitzerin gab an, diese suchen zu müssen und nachzureichen.
Bereits beim ersten Ritt stolperte die Stute auffallend oft und so stark, dass sie einmal fast gestürzt wäre. Ich schob dies zunächst auf den sehr schlechten Hufbeschlag und ließ die Stute von einem rennomierten orthopädischen Hufschmied neu beschlagen. Das Stolpern wurde leicht besser, es war nicht mehr ganz so häufig und nicht ganz so stark, jedoch nach wie vor deutlich vorhanden. Ich kontaktierte die Verkäuferin, die mir bestätigte, dass die Stute auch bei ihr gestolpert sei. Dies sei Unachtsamkeit, wenn man die Stute "richtig" reite, stolpere sie nicht. Dies erschien mir bereits unschlüssigund ich entschied, dies abklären zu lassen, wollte jedoch eine ohnehin anstehenden Tierarzttermin Ende November abwarten.
Ich vereinbarte kurz darauf mit einem mir bekannten Trainer eine Reitstunde und fuhr mit der Stute zu dessen Hof. Die Stunde musste bereits nach 10min abgebrochen werden, da die Stute vorne recht, auf dem gleichen Bein mit dem sie stolperte, einen deutlichen Wendeschmerz zeigte. Mein sehr erfahrener Trainer führt eine Beugeprobe durch, welche einen deutlichen Lahmheitsbefund auf dem rechten Vorderbein zeigte. Er vermutete sofort ernstere gesundheitliche Probleme und riet mir, das Pferd zurück zu geben, da die Stute mit diesen Symptomen nur eingeschränkt reitbar sei. Ich kontaktierte erneut die Vorbesitzerin, welche darauf bestand, dass das Pferd gesund sei, und jegliches Entgegenkommen ablehnte. In diesem per Whatsapp geführten Gespräch erwähnte sie zweimal, dass die Stute 14 Jahre alt sei.
Zunächst scheute ich den Zeit- und Kostenaufwand eines Klageverfahrens, da ich keinen schriftlichen Kaufvertrag und keine Ankaufsuntersuchung hatte. Ich wollte die Stute daher als bedingt reitbar verkaufen und wurde durch einen Züchter kontaktiert. Die Verkäuferin hatte mir zwischenzeitlich (3 Wochen nach dem Kauf) die Papiere der Stute sowie den Impfpass gebracht, wobei sich bereits herausstelle, dass die Stute nicht mehr geimpft war, was ich beim Kauf nicht wusste. Ich habe sie grundimmunisieren lassen, für ca. 120€. Auf die Anfrage des Züchters hin schaute ich mir erstmals die Papiere der Stute genauer an und stellte fest, dass diese im Mai 2002 geboren war, sprich zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht, wie mir mehrfach, auch schriftlich, gesagt wurde, 14 Jahre, sondern vielmehr 15,5 Jahre alt war. Recherchen im Netz ergaben, dass die Stute in anderen Anzeigen als 15 Jahre und für 4000€ angeboten wurde, sprich das richtige Alter war der Verkäuferin definitv bekannt.
Eine erste Lahmheitsuntersuchung durch meinen TA ergab einen Lahmheitsbefund vorne rechts. Weitere Untersuchungen wurden bisher nicht durchgeführt.
Aufgrund der zahlreichen Unstimmigkeiten möchte ich das Pferd zurück geben.
Die Aussage mit den 14 Jahren kann ich via gespeichertem Chatverlauf nachweisen, auch die Bestätigung des Stolperns.
Habe ich die Möglichkeit vom Kauf zurück zu treten, und was muss ich dafür tun, eine Rücknahme wurde bereits abgelehnt, ebenso ein Wertausgleich.
Gepostet: vor 28 Tagen.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 28 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

war der Verkäuferin die "Lahmheit" bekannt ? Sie wird dies vermutlich nicht eingestehen, es fragt sich jedoch, ob sich aus den Gesamtumständen egibt, dass es ihr bekannt gewesen sein muss.

Mit freundlichen Grüßen

Ra Grass

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Sehr geehrte Frau Grass, die Verkäuferin besteht darauf, dass die Stute bei ihr nicht lahm gewesen sei. Nur das Stolpern sei bereits vorhanden gewesen. Allerdings tritt die Lahmheit aktuell auch nur bei bestimmten Bewegungen, z.B. in engeren Wendungen, auf, nicht beim normalen geradeausreiten im Gelände, was die Vorbesitzerin überwiegend getan hat. Ich kann daher schlecht einschätzen, ob sie davon wusste oder nicht. Auffallend ist allerdings, dass die Stute zuerst für 4000€ inseriert war und der Kaufpreis dann plötzlich auf 3000€ gesenkt wurde.
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 28 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

danke für die Nutzung von Justanswer und den Nachtrag

Ein Lösen vom Kaufvertrag wird nur möglich sein, wenn Sie der Verkäuferin nachweisen können, dass Sie von der Lahmheit wusste.

Im Kaufvertragsrecht gilt, dass ein vertrag bindend ist. Ein allgemeines Rücktritts- oder Widerrufsrecht ist nicht existent. Allerdings kann man einen Kaufvertrag anfechten hier wegen arglistiger Täuschung- wenn die Verkäuferin bei Vertragsschluss falsche Angaben gemacht hat.

Um dies zu prüfen und ggf. zu beweisen, sollten Sie den Tierarzt kontaktieren und erfragen, ob er einschätzen kann, ob die Verkäuferin von de Krankheiten des Pferdes wusste oder nicht. bejaht er dies, sollten Sie die Anfechtung per Einwurfeinschreiben erklären und Rückzahlung des Geldes Zug um ug gegen Rückgabe des Tieres foldern.

Ich hoffe , Ihnen behilflich gewesen zu sein und darf um Bewertung der Antwort bitten. Falls Rückfragen bestehen, nehmen Sie bitte Kontakt auf. Vielen Dank !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 28 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

haben Sie noch Fragen ?

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Sehr geehrte Frau Grass, vielen Dank ***** ***** Rückfragen hätte noch, es wäre sehr freundlich, wenn Sie mir diese noch beantworten könnten. Abgesehen von dem gesundheitlichen Aspekt, wurde ja ganz klar nachweisbar beim Alter des Pferdes mehrfach gelogen, was auch durchaus eine deutliche Wertminderung des Pferdes nach sich zieht, gerade in diesem Altersbereich sind 1,5 Jahre ein Unterschied der sich im Kaufpreis deutlich niederschlägt. Diese Täuschung ist ja problemlos nachweisbar, da mir zwei schriftliche Aussagen der Dame vorliegen, in denen das Pferd als 14jährig dargestellt wird, während sie selbst das Pferd auf anderen Portalen als 15jährig inserierte, sprich sie war sich dessen definitv bewusst. Handelt es sich hierbei nicht um einen Betrug, welcher zumindest eine Rückerstattung eines Teilbetrages des kaufpreises nach sich ziehen müsste? Und wenn mein Tierarzt durch Röntgenbilder etc nachweisen könnte, dass die Stute eine ERkrankung hat, die eindeutig bei der Vorbesitzerin schon bestand und die die Reitbarkeit der Stute einschränk, ist dann in diesem Falle für einen Rücktritt nicht unerheblich, ob die Verkäuferin von dem Mangel wusste oder nicht? Das Pferd wäre ja dann für den vereinbarten Nutzen, sprich Wanderreitpferd, definitv ungeeignet.
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 28 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

dasÂlter des Pferdes ist ein wertbildender faktor, auch dies würde zur Anfechtung wegen arglistigen Täuschung führen. Das Entscheidende ist dabei , dass Sie die tatsächlichen Gegebenheiten und die Angaben der Verkäuferin nachweisen können. Die Voraussetzung für die Anfechtung ist IMMER, dass die falschen Angaben der Verläuferin bekannt waren. Wenn die Verkäuferin nicht wusste, dass die Lahmheit gegegebn ist und sie vom Alter des Pferdes wusste, kann sie auch nicht (subjektiv) täuschen.

Eine Täuschung ist eine Angabe falscher Daten, dies ist beim Betrug auch der Fall, d.h. neben der zivilrechtlichen Anfechtung könnten Sie auch wegen Betrug anzeigen. Der Betrug führt NICHT zu einem Rückzahlungsanspruch, da es sich um eine rein STRAFRECHTLICHE Aktion handelt.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 28 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

kann ich noch etwas tun für Sie ? Ansonsten bitte ich um Bewertung der Antworten !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 27 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

bitte sind Sie nunmehr so freundlich und nehmen eine Bewertung der (für Sie positiven) Anwort vor. Ihnen entstehen hierdurch KEINE Extrakosten.

Ich danke für Ihre Fainess !

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

S. Grass und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.