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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 901
Erfahrung:  Steuerrecht, Zivilrecht
25551084
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K. Severin ist jetzt online.

Hallo! Ich arbeite für ein Startup in Berlin schon seit

Beantwortete Frage:

Hallo! Ich arbeite für ein Startup in Berlin schon seit Längerem als Freelancer und seit März festangestellt. Gestern wurde mir bei einer Gehaltsverhandlung eine Statistik als Beleg dafür gezeigt, weshalb ich in meinem neuen Vertrag ab Oktober nicht mehr verdienen kann.
In selber Statistik wird aber das Gehalt, das mir seit März zugestanden hätte als 2700€ brutto angegeben, ich habe dagegen 1600€ brutto erhalten. Kann ich einen solchen vergleichbaren Lohn nachträglich einklagen?
Oder war ich da jetzt einfach doof und habe "Pech gehabt"?
Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Recht & Justiz
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ich arbeite als "Programmierer" aber kümmere mich eigentlich um die gesamte IT, Softwareentwicklung, etc... bin also durchaus in einer verantwortungsvollen Position. Unser aktueller Praktikant erhält 250€ pro Monat, muss nebenbei noch jobben und trotzdem richtig mitarbeiten und ist eigentlich nicht in einem wirklichen Praktikum.Habe ich da irgendeine Chance, rückwirkend Ansprüche auf ein marktübliches Gehalt geltend zu machen?
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrter Kunde,

ihre Frage beantworte ich gerne wie folgt:

Die Differenz zwischen den martüblichen Gehalt und dem vertraglich vereinbarten Gehalt können Sie nur dann rückwirkend fordern, wenn ihr Arbeitsvertrag unter einen Tarifvertrag fällt und das Gehalt, das marktüblich ist, tariflich fixiert wäre.

Fällt ihr Arbeitsvertrag nicht unter einen Tarifvertrag, so können Sie nur dann rückwirkend die Dirfferenz zwischen dem martüblichen Gehalt und dem vereinbarten Gehalt fordern, wenn Sie arglistig getäuscht wurden beim Abchluss des Vertrages durch den Arbeitgeber oder wenn der Arbeitsvertrag Wucher darstellte. Wucher liegt vor, wenn Leistung und Gegenleistung in einem krasssen Mißverhältnis zueinander stehen und der Arbeitgeber sich subjektiv beim Abschluss des Arbeitsvertrages ihre Unerfahrenheit oder eine Wirtschaftliche Notlage zunutze machte.

Ein reiner Kalkulationsirrtum beim Abchluss des Vertrages geht hingegen zu ihren Lasten und begründet keinen Anspruch auf Gehaltsnachzahlung. Dieser liegt vor, wenn eine Vertragspartei einseitig beim Abschluss eines Vertrages den Wert der eigenen Leistung zu niedrig ansetzt, und diesen Irrtum erst nach Abschluss des Vertrages nachträglich erkennt.

Ich hoffe meine Antwort hilft Ihnen weiter. Nachfragen können SIe gerne an mich richten, wenn Sie das wünschen.

Zuletzt darf ich Sie höflich um eine poitive Bewertung meiner Antwort bitten, damit meine Leistung vergütet wird.

Mit freundlichen Grüßen

K. Severin

Rechtsanwalt

K. Severin und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Hallo Herr Severin!Vielen Dank ***** *****ür Ihre zügige Antwort.Mein Vertrag sieht keine tarifliche Regelung vor. Eher könnte man mit Wucher argumentieren. Mein Lohn beläuft sich auf 1160€ netto = 1600€ brutto bei einem marktüblichen Lohn von 2760€ brutto. Diesen marktüblichen Lohn beziehe ich aus der Statistik, den mir meine Arbeitgeber selbst vorgelegt haben.Da dies meine erste Festanstellung als Programmierer ist und ich mich im Vorfeld (leider!) nicht über die üblichen Löhne informiert habe, kann man durchaus sagen, dass man sich meine Unerfahrenheit zu Nutze gemacht hat. Zudem ist meinem Arbeitgeber bekannt, dass ich wenig Erspartes habe und ich hatte gerade mein Studium abgebrochen und war dementsprechend auch in einer finanziellen Notlage. Ganz genau weiß ich aber auch nicht, wie sich eine solche Notlage definiert, bei Fortsetzung meines Studiums hätte ich bspw. weiterhin Unterstützung durch meine Eltern erhalten, die aber selbst auch gering verdienen.Dass ich hätte mehr verlangen können habe ich jetzt erst verstanden aber ich hätte wie gesagt auch sicherlich Angst gehabt, sonst gar keinen Arbeitsvertrag zu erhalten. Ich finde schon, dass da ganz klar meine Unerfahrenheit ausgenutzt wurde.Denken Sie, das reicht, um entsprechende Ansprüche geltend zu machen? Das wären immerhin etwas mehr als 6600€, im September endet mein Verhältnis, das wären dann also insgesamt 7 Monate, ich würde dann etwas mehr als 7700€ zurück erhalten.Vielen Dank schonmal!
Beste Grüße,
Patrick Reinbold
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
P.S.: selbstverständlich 7700€ brutto, dennoch eine ganze Menge und sicherlich immernoch mehrere tasend Euro netto
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrter Kunde,

ich halte es schon vor dem Hintergrund der zusätzlichen Ausführungen, die Sie gemacht haben für überlegenswert, die Gehaltsdifferenz einzuklagen. Vor dem Arbeitsgericht besteht kein Anwaltszwang, so dass Sie ihre Ansprüche bei der Rechtsantragsstelle des zuständigen Arbeitsgrichts geltend machen können gegen ihren Arbeitgeber. Allerdings wäre es nätürlich besser, wenn Sie ein Kollege vor Ort vertreten würde, am Besten ein Fachanwalt für Arbeitsrecht. Dafür fallen aber Kosten an, die Sie unabhängig davon, ob Sie die Klage gewinnen, tragen müssten. Das sieht leider im Hinblick auf die Anwaltskosten das Arbeitsgerichtsgesetz vor.

Miit freundlichen Grüßen

K. Severin

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ok, ganz lieben Dank, das hilft mir sehr. Viel Spaß noch bei der Arbeit :)
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 1 Monat.

Gerne geschehen. Alles Gute für Sie.