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RHGAnwalt
RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 422
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
98035192
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wir haben bei dem Bau unseres Einfamilienhauses

Beantwortete Frage:

wir haben bei dem Bau unseres Einfamilienhauses eine Gewährleistungsversicherung abgeschlossen. Jetzt ist die Baufirma tatsächlich insolvent und wir haben einige Schäden, die wir jetzt beseitigen lassen wollen.
Der größte Schaden sind Risse im Putz, über deren Beseitigung unterschiedliche Ansichten bestehen. Der Gutachter der Gewährleistungsversicherung sagt, dass es mit 3000 Euro zu korrigieren wäre, alle Verputzer, die wir bisher angefragt haben, sagten, dass sie deutlich mehr veranschlagen würden, wenn sie wirklich sicherstellen sollen, dass keine neuen Schäden entstehen und dass die Ausbesserungen nicht deutlich sichtbar sind.

Jetzt meine Fragen:
Sind WIR in der Pflicht einen Handwerker zu finden, der uns für die vorgegebene Summe den Schaden behebt? Bisher waren wir, unter anderem auch mit 2 Anfragen über myHammer, erfolglos und haben mit ca. 5 Firmen gesprochen.
Wer übernimmt die erneute Gewährleistung für die Verputzerarbeiten? Muss diese dann die Gewährleistungsfirma übernehmen? Und somit auch die Abnahme?
Kann die Versicherung auf Zeit spielen und nach Ablauf der 5 Jahre sich weigern, den Schaden zu übernehmen? Bisher sind wir schon seit einem halben Jahr am Diskutieren mit der Versicherung.
Wäre es nicht eigentlich "logischer", wenn die Versicherung die Suche nach einem Handwerker übernimmt?
Vielen Dank für Ihre Antworten.

Gepostet: vor 6 Monaten.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  daniela-mod hat geantwortet vor 6 Monaten.
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
aufgrund einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Ihre o.a. Frage bisher leider noch nicht beantwortet wurde.
Wir haben Ihre Frage kostenlos unter einer erhöhten Priorität eingestuft, und unsere Experten erneut informiert, sich mit Ihrem Problem zu beschäftigen.
Sollten Sie in den nächsten Tagen keine Antwort erhalten, bitten wir Sie, sich mit uns über
***@******.*** oder telefonisch von Montags-Freitags von 10:00-18:00 unter
Deutschland: 0800(###) ###-####
Österreich: 0800 802136
Schweiz: 0800 820064
in Verbindung zu setzen.
Vielen Dank ***** ***** Geduld.
Ihr JustAnswer Moderatoren-Team
Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 6 Monaten.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage:

Es muss hier differnziert werden zwischen Ihrem Anspruch auf Mängelbeseitigung einerseits und der Versicherungsleistung andererseits.

Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch auf die Herstellung eines mangelfreien Werkes. Diesen Anspruch haben Sie gegen Ihre Baufirma. Für Sie ist nun der Versicherungsfall eingetreten. Das bedeutet, dass die Versicherung die Kosten, die auf die Baufirma zugefallen wären, übernehmen muss.

Weil Sie Ihre ungeschmälerten Gewährleistungsrechte haben, haben Sie einen Anspruch darauf, dass Ihr Haus nun mangelfrei ist. Wie dies im Einzelnen zu bewerkstelligen ist, darüber kann man trefflich streiten.

Wenn hierüber keine Einigung erzielt werden kann - weil die Versicherung eben meint, es ginge auch billiger - dann sieht das Gesetz unter Anderem vor, dass hier in einem so genannten selbständigen Beweisverfahren diese Frage, wie teuer die Mängelbeseitigung kommt, geklärt wird.

Sie müssen sich um einen entsprechenden Handwerker kümmern, zuvor würde ich Ihnen aber empfehlen, tatsächlich festzustellen, was alles in den Gewährleistungsrahmen fällt. Sinnvolle und notwendige Verbesserungen an der Bausubstanz gehören hier nicht dazu. (Das könnte das sein, was die weiteren Verputzer hier damit meinen, dass höhere Kosten anfallen könnten)

Sie müssen auf alle Fälle die 5-Jahres-Frist beachten, ansonsten wird es schwierig, die Verjährungshemmung, die das Gesetz durchaus vorsieht, auch einzuhalten. Hier könnte schon ein gewisser Zeitablauf, in dem nicht aktiv verhandelt wird, sich gegen Sie richten.

Die Suche nach dem Handwerker ist leider nicht Aufgabe der Versicherung.

ich freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung und hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben.

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Vielen dank ***** *****
Was bedeutet genau dieses "selbständige Beweisverfahren"? Heißt das, dass wir einen Gegengutachter suchen müssen?
Was bedeutet sinnvolle und notwendige Verbesserungen an der Bausubstanz? Wenn der Gutachter der Versicherung die Risse im Putz schon als Mangel eingestuft hat, fällt es doch auch in den Zuständigkeitsbereich der Versicherung, oder? Ist die 5-Jahres Frist unwirksam, wenn der Schadenfall schon in Klärung mit der Versicherung ist?
Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 6 Monaten.

Selbständiges Beweisverfahren heißt: Das Gericht bestellt einen Gutachter, wenn Sie in aktiven Verhandlungen sind müsste dies reichen, in der Regel fordert man die Gegenseite auf, für eine bestimmte Zeit noch auf die Verjährungseinrede zu verzichten. Ich vermute, dass der Streit genau darum geht, wie weit der Mangel eigentlich reicht... Wenn die Versixherung nicht nachgibt, bleibt leider nur der Gang zum Gericht

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Vielen Dank für Ihre Antwort. Wir haben die Versicherung noch einmal angeschrieben und sie gebeten uns schriftlich zu bestätigen, dass für erneute Mängel nicht der Handwerker gerade stehen muss, sondern die Versicherung. Sie hat uns darauf hin folgenden Satz geschickt, der in ihren Augen dies bestätigt, für uns aber nicht verständlich ist:
"Des weiteren hatten wir bereits besprochen, dass der Versicherungsschutz hinsichtlich der Teilleistungen, die Gegenstand der Mängelbeseitigungsarbeiten waren, erneut mit deren Abnahme beginnt. Dies können Sie auch dem Ihnen vorliegenden Zertifikat entnehmen."Ist dies gleichbedeutend mit folgendem Satz, den wir nach einem Telefonat mit ihr folgendermaßen formuliert haben, den sie uns aber (bis jetzt) nicht schriftlich bestätigen will."Die von uns als Bauherr bestellte Firma bessert Mängel nach mit dem Geld, welches laut Gutachter zur Verfügung steht. Die Abnahme der Arbeiten erfolgt durch uns als Bauherr. Ab dem Datum der Rechnungsstellung beginnt erneut die 5-Jahresfrist. Wenn erneut Mängel auftreten, also z.b. wieder Risse innerhalb der 5 Jahre nach erneuter Abnahme, können wir dies bei der VHV anzeigen. Die VHV tritt erneut für einen evtl. enstandenen Schaden ein, unabhängig davon, ob die von uns bestellte Firma in Konkurs gegangen ist oder nicht. Die Firma ist nicht in der Gewährleistungspflicht."Mit dieser Bestätigung könnten wir noch einmal anders an Handwerker herantreten, die wahrscheinlich Angst haben, später für Mängelbehebungen herangezogen zu werden, die sie nicht verursacht haben.Den Gang zum Gericht würden wir uns gerne ersparen, aber auch die Vorrausetzungen haben, dass ein Handwerker sich bei uns rantraut.
Freundliche Grüße und vielen Dank für die erneute Bearbeitung.
Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 6 Monaten.

Dies können Sie im Prinzip schon so sehen, primär bleibt aber für Mängel in der Ausführung, die die neuem Firmen vornehmen, diese in der Gewährleistungspflicht, die VHV versichert nur das Risiko des Ausfalls. Das bedeutet, wie in Ihrem Falle, die Absicherung in der Insolvenz. Wenn die Firma, die jetzt arbeitet, pfuscht, dann muss sie auch dafür gerade stehen.

Wenn es hier Abgrenzungsschwierigkeiten geben sollte, müsste nach Ihrer Darstellung die VHV ohnehin eintreten.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Was meinen Sie mit Abgrenzungsschwierigkeiten?
Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 6 Monaten.

Man kann ja darüber streiten, ob der Mangel von der alten Firma verursacht wurde oder von der neuen....

Das ist zwar eine theoretische Frage, aber wir Juristen machen uns gerne auch Gedanken über ungelegte Eier.

Im Prinzip passt das, wie Sie es dargestellt haben, eben mit der Maßgabe, dass die Versicherung nicht die Gewährleistungspflicht entfallen lässt.

Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 6 Monaten.

bitte geben Sie noch Ihre Bewertung ab, dankeschön :)

RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
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