So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Rechtsanwalt Kr...
Rechtsanwalt Krüger
Rechtsanwalt Krüger, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3660
Erfahrung:  Langjährige Praxis als Rechtsanwalt
36252690
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Rechtsanwalt Krüger ist jetzt online.

Sehr geehrte Rechtsanwältin/Sehr geehrter Rechtsanwalt, wir

Kundenfrage

Sehr geehrte Rechtsanwältin/Sehr geehrter Rechtsanwalt,
wir bezogen bis vor ein paar Wochen eine Mietwohnung in einer ehemaligen Burg. Im Mietvertrag war, aufgrund fehlenden Zählers, eine jährlich zu verbrauchende Heizölmenge von 2.500 Litern vereinbart, welche mtl. über die Nebenkosten bereits beglichen wurde.
Vor zwei Jahren wurde ein sogenannter Partyraum, welcher sich im EG befinden (unsere Whg. befand sich im 1. + 2. OG) ebenfalls vermietet. Uns wurde daraufhin entgegnet, dass sich bzgl. der Heizkosten nichts für uns ändert, da der Partyraum bereits vorher mitgeheizt wurde und somit sich kein Unterschied im Verbrauch ergibt. Es wurde schließlich doch ein Jahr später, ohne unseres Zutun, ein Zähler eingebaut und wir darüber in Kenntnis gesetzt. Bei der vor Kurzem stattfindenden Übergabe wurde uns nun mitgeteilt, dass ein Ablesen nicht möglich und ein somit tatsächlicher Verbrauch nicht ermittelt werden kann, da es sich um einen einfachen "Energiezähler" handeln soll. Anzumerken ist, dass die Heizung mehrere Male ausgefallen ist und mein Lebensgefährte selbst, unter telefonischer Anleitung des Heizungsbauern, Hand anlegen musste, um diese wieder in Gang zu bringen. Die Vermieterin betrachtete es ganz normal, dass wir uns in diesem Fall selber helfen.
Wie beurteilen Sie dieses Vorgehen?
Zudem hatte ich bislang, um das zwischenmenschliche Verhältnis nicht zu zerrütten, auf eine etwaige Übernahme von Reparaturkosten verzichtet. Ein zum Anwesen befindlicher Außenstellplatz befindet sich direkt unter einem Kastanienbaum, welcher im Spätherbst zu etlichen Dellen im Fahrzeugdach führte. Während eines Unwetters brach meine Frontscheibe wegen eines herabgefallenen morschen Astes. Diese Reparatur habe ich meiner Vollkasskoversicherung zahlen lassen.
Zu guterletzt sollen wir unserer Haftpflichtversicherung nun einen kleinen Keramikschaden am Waschbecken melden. Bei der Wohnungsabnahme wurde vermerkt, dass dieser kleiner Mangel durch uns selbst behoben werden kann. Es war ausdrücklich von einem Reparaturset die Rede. Bei der anschließenden Inaugenscheinnahme gefiel es unserer Vermieterin aufgrund des zu erkennenden Farbunterschieds (etwas heller weiß, als die 20 Jahre alte Waschbeckenkeramik) nicht, sodass nun die Versicherung zahlen soll.
Vielen Dank vorab.
Nadine S.
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r)!

Besten Dank für Ihre Frage, zu der ich Ihnen gerne Auskunft gebe wie folgt.

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich Ihre Frage richtig verstanden haben. Die Vereinbarung zum Heizöl kann als Pauschalvereinbarung verstanden werden, sodass nur 2.500 Liter bezahlt werden müssten. Die Vermieterin könnte dann für das Heizöl keine Nachforderung stellen, wenn das Ihre Frage ist, da die Heizkostenpauschale bereits über die Nebenkostenvorauszahlung beglichen wäre. So könnte jedenfalls gut argumentiert werden. Denn wenn es bei Einzug keinen Zähler gab, konnte nur pauschal abgerechnet werden mangels konreter Verbrauchswerte.

Hinsichtlich der Mithilfe bei der Repartur der Heizung sehe ich keinen Anspruch für Sie. Ihr Mann hätte nicht mihelfen müssen. Wenn er es aber getan hat, kann er hierfür nichts fordern. Es wäre eine rückwirkende Mietminderung denkbar, wenn eine Nutzung der Wohnung aufgrund des Heizungsausfalles nur eingeschränkt möglich war.

Möglicherweise könnten Sie jetzt noch für den Schaden am Wagen einen Schadenersatzanspruch stellen, falls Sie diesen Anspruch nicht an Ihren Vollkaskoversicherer abgetreten haben. Dann hätte der Versicherer einen Anspruch. Außerdem darf noch keine Verjährung eingetreten sein. Es gilt die Regelverjährung von drei Jahren.

Um einen Anspruch zu haben, müsste der Vermieterin eine Pflichtverletzung hinsichtlich des Baumes nachgewiesen werden. Ob diese heute noch möglich ist, kann zumindest zweifelhaft sein. Die Beweismittel, hier der abgebrochene Ast, dürften mittlerweile nicht mehr vorhanden sein.

Beim Waschbecken hat die Vermieterin sich an die Zusage zu halten, dass der Schaden mit einem Reparaturset durchgeführt werden kann. Außerdem kann die Vermieterin allenfalls den Zeitwert des Waschbeckens ersetzt verlangen. Es müsste geprüft, welchen Wert ein Waschbecken nach 20 Jahren noch hat. Wenn Sie Ihrer Versicherung den Schaden melden, wird diese genau prüfen, wie hoch dieser Wert ist. Aber wie gesagt, Sie könnten sich auch darauf berufen, dass vereinbart war, die Reparatur selbst mit einem Set durchzüführen, sodass die Vermieterin keinen Anspruch mehr hätte.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Sehr gerne helfe ich weiter.