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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 26586
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Guten Abend. Ich bin Gebrauchtwagenhändler und habe aktuell

Kundenfrage

Guten Abend.
Ich bin Gebrauchtwagenhändler und habe aktuell einen Fall bei dem ich gerne wissen will wie meine Chancen stehen. Im März 16 habe ich ein Auto an eine Privatperson verkauft. Der Kaufpreis war ca. 11000€. Kilometerstand ca. 120000. Der Zustand des Wagens war nicht besonders gut, besser gesagt schlecht, da einige Mängel vorhanden waren, es keinen TÜV hatte und Inspektion fällig war. Der Käufer hat alles akzeptiert. Ihn hat es nicht interessiert dass ich ihm von dem Kauf des Wagens abgeraten hatte. Er sagte er verzichtet auch auf die Gewährleistung, was natürlich nicht geht. Stattdessen habe ich im Kaufvertrag alle mir bekannten Mängel aufgeschrieben, den Zustand des Wagens mit Note 4-5 bezeichnet und einen Übergabeprotokoll erstellt. Habe ihn auch vor weiteren Mängeln gewarnt von den mir noch nichts bekannt war. Er bekam auch eine Preisminderung wg. dem schlechtem Zustand. Jetzt nach 3 Monaten und ca. 8000 Km die Meldung von seinem Anwalt, Motorschaden, ich soll nachbessern. Nach Untersuchung habe ich festgestellt dass es sich um kapitalen Motorschaden handelt der in der Art öffters bei den Motoren vorkommt. Die Ölpumpe versagt und wenn man nicht sofort den Motor abstellt geht alles kaputt. Angeblich hat er sofort den Motor abgestellt und das Auto abschleppen lassen, aber dort in der Werkstatt sagte man mir er sei mit dem Auto selber reingefahren. Gestern habe ich mit dem Käufer telefoniert, der Lautsprecher war an damit mein Kollege mithören kann und es wurde alles aufgenommen. Er sagt er hätte das Auto nach dem er es gekauft hatte zur Vertragswerkstatt zur Inspektion und Reparatur gebracht. Dort hat man ihm nach der Rep. gesagt dass das Auto in technisch gutem Zustand ist. Für mich kommt nur Rückabwicklung in Frage da die Reparatur viel teuerer wäre. Jetzt die Fragen: habe ich überhaupt eine Chance vor Gericht und wenn ja wie hoch ist die ? Ich weiß dass ich es beweisen muss dass der Mangel bei der Übergabe nicht vorhanden war aber mit diesem Mangel kann man keine 8000Km fahren. Es kann doch nicht sein wenn jemand bewusst ein Risiko eingeht dass im das Gesetz trotzdem Recht gibt. Ich finde dass ich nichts falsch gemacht habe außer dass ich so ein Auto trotz schlechtem Zustand an Privat verkauft habe. Wie sehen Sie die Sachlagen? Da es sich hier für mich um viel Geld handelt würde ich Sie bitten die Antworten so genau wie möglich zu nennen und zu beschreiben. Danke ***** *****
Gepostet: vor 1 Jahr.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrter Ratsuchender,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Da der Mangel innerhalb der ersten 6 Monate nach Kauf aufgetreten ist, sind Sie nach § 476 BGB beweispflichtig für die Tatsache, dass das Fahrzeug keinerlei Motorschaden bei Übergabe hatte.

Das bedeutet für Sie, dass die 8000 km und die Tatsache dass der Käufer aus eigener Kraft in die Werkstatt gefahren ist, nicht von großer Bedeutung sind.

Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, so müssen Sie ein Sachverständigengutachten beantragen zum Beweis für die Tatsache, dass das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Übergabe keinen Motorschaden hatte.

Dass Sie im Kaufvertrag Mängel aufgelistet haben oder auch geschrieben haben, dass das Fahrzeug in einem schlechten Zustand ist, hat nur dann Auswirkung wenn Sie im Kaufvertrag selbst auf das bestehen eines Motorschadens hingewiesen hätten. Ohne einem solchen Hinweis trifft Sie die Beweislast beziehungsweise die Haftung.

Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Danke für die zügige Antwort. Wenn ich den Wagen zurück nehme, muss der volle Kaufpreis inkl. aller Ausgaben zurückgezahlt werden oder kann was abgezogen werden? Wenn Sie an meiner Stelle wären, was würden Sie tun ( natürlich unverbindlich)?
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie müssen an sich den vollen Preis zurückzahlen. Allerdings hat der Käufer das Fahrzeug 8000 km gefahren. Die Wertminderung die dar Fahrzeug dadurch erfahren hat, können Sie dabei in Abzug bringen.

An Ihrer Stelle würde ich ein Beweisicherungsverfahren einleiten. Das bedeutet, ich würde einen Antrag bei Gericht stellen durch einen Gutachter verbindlich (!) klären zu lassen ob der behauptete Mangel bereits bei Übergabe vorhanden war. Je nach Ergebnis würde ich dann reagieren (Rückabwicklung oder Zurückweisung).

Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Danke. Wie lange dauert so ein Verfahren und was kann mich das kosten? Ist es möglich dass man zum Schluss davon ausgeht dass der Motorschaden nicht vorlag aber es bei der Übergabe bereits eingeleitet war?
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie müssen etwa von einer Verfahrensdauer von 6 Monaten rechnen. Die Kosten schätze ich auf etwa 2000 EUR.

Möglich ist auch dass der Schaden bei Übergabe bereits vorhanden war. sich aber erst 8000 EUR später gezeigt hat. Zu diesem Ergebnis kann ein Gutachter kommen.

Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Danke. Heute habe ich erfahren dass der Käufer mit dem Defekt am Motor zwischen 6 - 10 Km noch gefahren ist und nicht so wie von ihm angegeben, abgeschleppt wurde. Fahren mit leuchtender Öllampe macht jeden Motor kaputt, aber wahrscheinlich hilft das auch nicht weiter. Gibt es bezahlbare Rechtschutzversicherung für Autohändlern für solche Fälle?
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 1 Jahr.

Sehr geehrter Ratsuchender,

das Verhalten des Käufers nach dem Defekteintritt müsste ebenso durch einen Gutachter geklärt werden.

Eine bezahlbare Rechtsschutzversicherung für Autohändler gibt es nicht.

Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt