So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an raschwerin.
raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 17101
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
raschwerin ist jetzt online.

Schmerzensgeld / Schadenersatz Anfang Januar stürzte ich im

Diese Antwort wurde bewertet:

Schmerzensgeld / Schadenersatz
Anfang Januar stürzte ich im Gebäude der Motorworld in Böblingen. Ich verließ das Treppenhaus durch eine öffentlich zugängige Tür im ersten Stock. Unmittelbar hinter der Tür war eine Stufe von 10 cm Höhe, die aber nicht zu vermuten war. Auf der Stufe war zwar ein (beschädigtes) Warnband angebracht, aber an der Tür (die nicht durchsichtig war) hätte ein Warnschild mit ACHTUNG STUFE angebracht sein müssen, was nicht der Fall war.
Ich zog mir eine Knieverletzung zu, die immer noch in Behandlung ist und für die eine OP vorgesehen ist.
Die Versicherung der Motorworld hat mir eine Entschädigung von 500 € zugebilligt inklusive der Auslagen für Medikamente, Hilfsmittel usw. (Ich mußte wochenlang mit Krückstock gehen)
Warnschilder wurden inzwischen angebracht.
Die Versicherung moniert allerdings, dass ich erst ca. 14 Tage nach dem Sturz einen Arzt aufgesucht habe. Es ist so, dass der Sturz zwar weh tat, der Schmerz aber nach kurzer Zeit verging, somit kein Arztbesuch erforderlich war.
Abgesehen davon hätte man zu diesem Zeitpunkt nichts machen können.
Gut 14 Tage später schwoll das Knie an (das kann bei solchen Stürzen einige Wochen später auftreten). Ich bekam einen schmerzhaften Erguss im Knie, der zweimal punktiert wurde und nun operiert werden soll. Natürlich suchte ich sofort ärztliche Behandlung auf.
Die 500 € Schmerzensgeld (inklusive aller Kosten) habe ich nicht akzeptiert. Zumal ich den Ausgang gar nicht kenne, ein MRT war erfolgt, weil Lähmungen im Bein auftraten (die inzwischen wieder weg sind).
Nun wirft mir die Versicherung eigenes Verschulden vor und, dass ich mich sofort nach dem Sturz in ärztliche Behandlung hätte begeben müssen (nur, der Arzt hätte nichts machen können, weil nichts zu sehen war, keine Schmerzen da waren und auch kein Bruch der Kniescheibe war, wie die spätere Röntgenaufnahme gezeigt hat). Man beruft sich auch auf die Banderole.
Es besteht die Gefahr, dass ein bleibender Schaden besteht. Der Erguß ist immer noch da und kann sich wieder entzünden. GEgenwärtig kann wegen einer Entzündung auf dem Knie keine OP durchgeführt werden.
Die Versicherung wirft mir plötzlich, 20 Tage nach dem Angebot, vor "ein Nachweis über einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Sturz und der nun vorliegenden Beeinträchtigung ist daher nicht erbracht."
Sollte ich mich auf eine Einigung (deren Einigung) nicht einlassen "so werden wir die Haftung dem Grunde nach bestreiten. Der Unfall wäre durch entsprechende Aufmerksamkeit Ihrerseits durchaus vermeidbar gewesen."
Wie verhalte ich mich also?
Wenn die Versicherung mir gut zwei Monate nach dem Sturz eine Entschädigung anbietet, ist das ein Schuldankenntnis?
Da der Ausgang ungewiß ist, wollte ich Ihnen eine Entschädigung von 1000 € anbieten. Halten Sie das für akzeptabel?
P.S. Sie haben zwar bei meinen Orthopäden angeschrieben, aber bisher überhaupt keine Antwort von diesem erhalten, sagen aber, ihre Ermittlungen seien abgeschlossen.
Die Versicherung weiß genau, dass sie leisten muss. Daher bietet man Ihnen eine geringe Abfindung an. Man muss hier wohl ein ärztliches Gutachten besorgen, woraus sich auch der Zusammenhang zu dem Sturz ergibt.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Mit welchen Argumenten kann ich der Versicherung kommen, damit sie "wissen, dass sie leisten müssen"?
Ärztliche Gutachten (hier müssen vier Ärzte, Hausarzt, Orthopäde, Krankenhaus Notarzt, MRT) angeschrieben werden, das kann Monate dauern, bis das bearbeitet ist.
Ich habe mal in Schmerzensgeldtabellen gegoogelt und bin der Auffassung, dass 1000 € bis 2000 € "drin" sein sollten.
WEnn ich den ganzen Prozess abkürze und ein Gegenangebot mache, auf welchen Paragraphen kann ich mich beziehen insofern, dass sie leisten müssen?
Und sollte ich mein Angebot zur Leistung eher moderat ansetzen oder besser mehr verlangen, um sich dann vllt in der Mitte zu einigen?
Geht es nur um Schmerzensgeld oder auch um Schadensersatz insbesondere unter Berücksichtigung von künftigen Schäden?
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Es geht primär um Schmerzensgeld. Schadenersatz sind Medikamente, orthopädische Hilfsmittel, Fahrten zum Arzt.
Künftige Schäden sind dabei nicht berücksichtigt. Ich kann diese nicht absehen, gehe aber davon aus, dass sie nicht gravierend sein werden. Das Risiko künftiger Schäden würde ich also in dem Falle auf mich nehmen.
Sie haben selbst recherchiert, dass Schmerzensgeld in diesem Rahmen zwischen 1000 und 2000 Euro gezahlt wird. Insoweit sollten Sie 1500 Euro bei der Versicherung anfordern und anbieten, dass damit alle weiteren Ansprüche aus dem Vorgang erledigt sind.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ok soweit.
Aber wie kann ich einen Rechtsanspruch begründen ? Gibt es einen Paragraphen, auf den ich mich beziehen kann, weil sie ja immer damit kommen, dass sie "die Haftung dem Grunde nach bestreiten", wenn ich ihre 500 € nicht akzeptiere.
Der Anspruch besteht nach §§ 823, 249, 253 BGB.
raschwerin und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Danke, ***** ***** helfen.
Gern.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Hierzu ist eine neue Frage aufgetaucht.
Nachdem ich auch erheblich Auslagen hatte in Form von Hilfsmitteln, Medikamenten, Fahrtkosten usw., habe ich die angebotene Gesamtzahlung von 500 € abgelehnt und unter Bezug auf die von Ihnen genannten §§ eine Gesamtzahlung von 2000 € gefordert, die auch berücksichtigt das Schmerzensgeld, den Schadenersatz und habe, trotzdem die Behandlung nicht abgeschlossen ist, auf weitere Zahlungen bei Verschlimmerung meiner Unfallschäden verzichtet.
Nun kommt heute folgendes Schreiben von der Versicherung:Heute erhielt ich von der Versicherung folgendes Schreiben:
"wir kommen zurück auf Ihr Schreiben vom 13.4.2016. Wir möchten darauf hinweisen, dass zum Haftungsgrunde erhebliche Bedenken bestehen. Auch gibt es keinen Nachweis über den Unfallhergang. Augenzeugen konnten nicht benannt werden. Wir haben ein Regulierungsangebot unterbreitet. Sofern hierin eine Einigung nicht erzielt werden kann, weisen wir die Ansprüche als rechtlich unbegründet dem Grunde und der Höhe nach ausdrücklich zurück. Wir bitten um Ihr Verständnis."Wie verhalte ich mich? Nehme ich die angebotenen 500 € Schmerzensgeld und Schadenersatz oder klage ich?
Hatten Sie konkret die 1.500 Euro gefordert?
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ich hatte konkret 2000 € gefordert, (nicht 1500 €), wobei ich alle Kosten, die bis jetzt angefallen sind und die noch kommen werden, eingeschlossen habe. Und ich habe sie zukünftiger Leistungen entbunden. Soll ich auf 1500 € inklusive Schadenersatz runtergehen?Im übrigen kann ich meiner Tätigkeit beim Kinderschutzbund wegen des Knies nicht nachkommen. Zwar ist dort nur eine geringfügige Bezahlung, aber diese fällt auch weg, weil für mich ein Ersatz eingestellt wurde. Allein der Schadenersatz beträgt inzwischen einige hundert Euro. Eine Zahlung von nur 500 € würde in etwa den Schadenersatz ausgleichen.
Als letztes Angebot sollten Sie nochmal 1500 Euro einfordern.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
ok, danke.
Hat die Versicherung recht, dass meine Ansprüche rechtlich unbegründet sind?
Bzw was mache ich, wenn sie auf die 1500 € nicht eingehen sollten?
Nein, die Versicherung macht es sich damit viel zu einfach.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Gut, aber womit begründe ich das, dass sie es sich zu einfach machen? Ich muss eine passende Antwort auf ihr Schreiben haben. Ich kann nicht einfach schreiben, das sie es sich zu einfach machen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Hier noch einmal meine Frage vom 26.4.2016:Gut, aber womit begründe ich das, dass sie es sich zu einfach machen? Ich muss eine passende Antwort auf ihr Schreiben haben. Ich kann nicht einfach schreiben, das sie es sich zu einfach machen.
ja, schon klar. Im Rahmen der Erstberatung kann ich Ihnen aber kein Schreiben aufsetzen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ich möchte auch kein Schreiben aufgesetzt habe. Lediglich einen stichhaltigen Grund genannt bekommen, möglichst mit §§.
Der BGH und die heute ganz h.M. gehen hinsichtlich der Funktion des Schmerzensgeldes von einer Doppelfunktion aus: Der Schmerzensgeldanspruch dient dem Opfer sowohl zum Ausgleich der erlittenen Unbill als auch seiner Genugtuung. Dennoch handelt es sich um einen einheitlichen Anspruch, der nicht in einen Ausgleichs- und einen Genugtuungsanspruch aufgespaltet werden kann. Dabei steht die Ausgleichsfunktion im Vordergrund. Der Schädiger soll durch Zahlung des Schmerzensgeldes dem Geschädigten in erster Linie Ausgleich für die erlittene immaterielle Beeinträchtigung leisten. Daneben soll der Anspruch dem Geschädigten auch zur Genugtuung dienen. Daraus folgt, dass bei der Schadensbemessung nicht lediglich Umstände, die sich aus der Person des Verletzten ergeben, sondern auch solche, die in der Person des Schädigers ihren Ursprung haben, zu berücksichtigen sind. Die allgemein anerkannten Schmerzensgeldtabellen gehen insbesondere bei der vorliegenden Art und Weise des Vorgehens regelmäßig von Ansprüchen zwischen 1000,00 Euro und 2000,00 Euro aus, sodass die hier angesetzten 1500,00 Euro durchaus realistisch und angemessen sind. Insoweit ist die geltend gemachte Forderung auch durchaus angemessen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Danke, ***** ***** soweit schon klar.
Es ging aber um etwas anderes bei der Frage. Hier noch einmal der Text des Schreibens, das ich bekam. Ich suche hier nach einem Argument, dass das, was die Versicherung schreibt, widerlegt. Sie schreiben, das meine Ansprüche "rechtlich unbegründet" sind. Und genau dafür brauche ich eine Erwiderung, warum sie es nicht sind. Alles andere mache dann ich."Wir möchten darauf hinweisen, dass zum Haftungsgrunde erhebliche Bedenken bestehen. Auch gibt es keinen Nachweis über den Unfallhergang. Augenzeugen konnten nicht benannt werden. Wir haben ein Regulierungsangebot unterbreitet. Sofern hierin eine Einigung nicht erzielt werden kann, weisen wir die Ansprüche als rechtlich unbegründet dem Grunde und der Höhe nach ausdrücklich zurück. "
Ja verstehe. Ist der Zustand in der Örtlichkeit noch wie damals? Könnten Sie da sonst mal hin und Fotos machen von der Stelle?
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ja, außer man hat dort jetzt 2 Schilder "Vorsicht Stufe" angebracht. Fotos machen wäre möglich. Das beweist aber natürlich nicht, dass ich dort (und nicht anderswo) gestürzt bin und einen Zeugen für den Sturz gibt es auch nicht. Man zweifelt ja beides offenbar jetzt an.
Ich habe allerdings einen Zeugen, das weiß auch die Versicherung, der bestätigen kann, dass diese Schilder erst einige Wochen nach meinem Sturz angebracht wurden, denn ich habe ihm die Stelle einige Tage nach meinem Sturz gezeigt, als wir dort Kaffee trinken waren. Die Versicherung hat davon Kenntnis und auch nie abgestritten, dass dort keine Warnschilder hingen.
Ja, natürlich. Aber Sie können pokern und behaupten, es gäbe einen Zeugen oder anderen Beweis und der Gegenseite deutlich machen, dass auch für diese ein Risiko besteht und damit eben nochmal auf die vergleichsweise Zahlung pochen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ich werde versuchen, mir was zusammenzubasteln. Sollte ich nicht weiter kommen, würde ich ggf. Ihr Angebot mit einem aufgesetzten Schreiben in Anspruch nehmen.
Ok, danke.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Bitte, hier hat sich eine erneute Frage gegeben.
Ich habe der Gegenseite 1500 € angeboten. Sie lehnt ab. 500 € oder gar nichts.
Ich müßte jetzt also den Klageweg beschreiten.
Aber ebenso kann ich den verlieren und dann habe ich Kosten oder die 500 € gehen dabei drauf.
Was würden Sie empfehlen?Fakt ist, ich werde nun nächste Woche am Knie operiert.
Die Ausgaben klettern in die Höhe, so dass die 500 €, die man mir insgesamt angeboten hat, lächerlich sind.
Schalte ich einen Anwalt ein, kostet mich der pro Stunde über 200 €.
Bitte raten Sie mir, was Sie an meiner Stelle tun würden. Danke.
Wenn die OP überstanden ist, kann man sicher einen weiteren Arztbericht vorlegen und die Gegenseite damit überzeugen, hier mehr zu zahlen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Gute Idee, danke. Ich werds versuchen.
Alles Gute.