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RARobertWeber
RARobertWeber, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3291
Erfahrung:  Rechtsanwalt in Berlin
55358529
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Hallo, ich hab mich seit Monaten immer mal wieder mit dem

Kundenfrage

Hallo,
ich hab mich seit Monaten immer mal wieder mit dem Thema beschäftigt, da ich als freiberufliche Grafikdesignerin doch immer mal wieder vor ziemlichen Einschränkungen stehe und bei jeder Idee ein "Darf ich das überhaupt, oder müsste ich dafür ein Gewerbe haben?"
Das nervt tierisch.
Nun hab ich mich lange intensiv damit beschäftigt, was es für mich für Konsequenzen hat, wenn ich nach fast 3 Jahren freiberuflicher Tätigkeit nun ein Gewerbe anmelde, damit ich einfach freier handeln kann. Da ich keine negativen Dinge gesehen habe, hatte ich vor 2 Wochen mein Gewerbe angemeldet. So dass ich nun auch Druckaufträge für den Kunden abwickeln kann, aber auch kreative Arbeiten verkaufen kann, wie z.B. Drucke und Postkarten.
Nun hat sich heute natürlich das Finanzamt gemeldet und möchte, dass ich diesen Fragebogen ausfülle (den hatte ich damals ja schon bei meine freiberuflichen Tätigkeit ausgefüllt). Da musste ich feststellen, dass das der einzige Punkt ist, an den ich nicht gedacht habe. Was mache ich mit dem Finanzamt? Ich will ja kein zweites Unternehmen führen sondern meine Freiberufliche Tätigkeit als Grafikdesignerin um den gewerblichen Teil der Druckaufträge ergänzen.
Da nun leider Samstag ist, kann ich beim Finanzamt natürlich auch keinen anrufen und fragen, sondern muss bis Montag warten. Mir lässt das Thema aber keine Ruhe.
Hat jemand eine Ahnung wie das Finanzamt das handhabt? Wenn man sich als Freiberufler später entscheidet doch ein Gewerbe anzumelden? Kleinunternehmerregelung ect. bleibt alles wie gehabt.
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RARobertWeber hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
steuerrechtlich gesehen müssen Gewerbetreibende Gewerbesteuer zahlen und unter Umständen eine Bilanz erstellen, Freiberufler nicht. Wenn Sie nun parallel Freiberuflerin und Gewerbetreibende sind, hängt es davon ab, ob die beiden Tätigkeiten getrennt betrachtet werden können oder zwingend zusammenhängen. Da kommt es sehr auf den Einzelfall an, jedoch scheint bei Ihnen eine zusammenhängende Tätigkeit vorzuliegen. Daher wird das Finanzamt dazu tendieren, auch Ihre freiberufliche Tätigkeit dem Gewerbe zuzuordnen. Das bedeutet, dass Sie dann auch auf die freiberuflichen Gewinne Gewerbesteuern zahlen müssen und unter Umständen auch für die freiberuflichen Geschäftsvorfälle eine Bilanz erstellen müssen.
Das Finanzamt wird sich daher erstmal Ihre freiberufliche und Ihre gewerbliche Seite anschauen und dann gegebenenfalls die Gewerbesteuer für alle Gewinne verlangen und auch eine Bilanz für alle Geschäftsvorfälle.
Dennoch empfehle ich, vorsichtshalber die gewerblichen Geldflüsse über ein getrenntes Konto abzuwickeln, und auch getrennte Quittungen/Rechnungen zu verlangen bzw. zu erstellen. Denn sonst kann alleine deswegen Gewerbesteuer für die freiberuflichen Gewinne anfallen.
Die Bilanz müssen Sie ab einem Gewinn von € 50.000 oder einem Netto-Umsatz von 500.000 € erstellen. Liegen Sie dadrunter, geht es nur um die Gewerbesteuer.
Der Knackpunkt ist aber, dass Sie eben doch ein zweites Unternehmen führen, oder aber Sie lassen Ihre freiberufliche Tätigkeit steuerrechtlich in dem Gewerbe aufgehen.
Sofern Sie einen Steuerberater haben, sollten Sie mit ihm die Gestaltungsmöglichkeiten durchspielen. Die entscheidende Frage ist im Wesentlichen, ob die getrennte Verwaltung Ihrer beiden Unternehmensteile die eingesparte Gewerbesteuer wert ist.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen über den Button "dem Experten antworten" jederzeit zur Verfügung.
Über eine positive Bewertung Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt
Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

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