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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Mein Vater hat 2000 eine Wohnung gekauft. Weil er nicht wollte,dass

Kundenfrage

Mein Vater hat 2000 eine Wohnung gekauft. Weil er nicht wollte,dass mein Bruder erbt bin ich als Käuferin eingetragen und im Grundbuch als Besitzerin eingetragen. Nun ist mein Vater verstorben. Laut Testament sind mein Bruder und ich die Erben. Was ist mit meiner Wohnung?
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:
Ich möchte Ihnen erst einmal mein aufrichtiges Beileid zum Tode Ihres Vaters aussprechen.
Aufrund Ihrer kurzen Schilderung gehe ich davon aus, dass Ihr Vater Ihnen das Kapital für den Kauf der Wohnung im Jahr 2000 zur Verfügung gestellt hat. Dies stellt rechtlich eine Schenkung dar.
Die Wohnung ist in Ihrem alleinigen Eigentum und zählt damit nicht zum Nachlass Ihres Vaters. Ihr Bruder hat hierauf keinen direkten Anspruch.
Einzig käme hier ein Pflichtteilsergänzungsanspruch nach § 2325 BGB in Frage. Allerdings erfolgte die Schenkung vor über 10 Jahren, so dass Ihr Bruder auch hier keine Ansprüche herleiten kann.
Die Wohnung bleibt nach Ihrer Schilderung Ihr alleiniges Eigentum, ohne dass Ihr Bruder hier Ausgleichsansprüche hätte.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Leider habe ich mich vertan. Die Wohnung wurde 2010 gekauft

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,
dann sieht der Sachverhalt etwas anders aus.
Ich gehe weiter davon aus, dass Ihr Vater das Kapital im Wege der Schenkung zur Verfügung gestellt hat.
Danach hätte Ihr Bruder einen Pflichtteilsergänzungsanspruch Ihnen gegenüber, der sich aus § 2325 BGB ergibt. Diesen Anspruch müssen Sie aber nicht freiwillig ausgleichen, sondern können abwarten, ob Ihr Bruder diesen geltend macht. Der Anspruch verjährt für Ihren Bruder mit dem 31.12.2018.
Der Pflichtteilsergänzungsanspruch wird wie folgt berechnet.
Nachlass Ihres Vaters zuzüglich Schenkung.
Nach der neuerlichen Rechtsprechung wird eine Schenkung pro Jahr um 10 % abgeschmälert.
Gehen wir davon aus, dass Ihr Vater einen Nachlass von 100.000 € hinterlassen hat und Ihnen im Wege der Schenkung ebenfalls 100.000 € zuwendete.
Seit der Schenkung sind 5 Jahre vergangen. Somit wird vom Schenkungsbetrag noch 50 % auf den Nachlass hinzugerechnet. Wir haben also einen Gesamtnachlass von 150.000 €.
Der Pflichtteilsanspruch Ihres Bruder beträgt hier 1/4 in den Gesamtnachlass.
Dieser würde 37.500 € betragen.
Aus dem eigentlichen Nachlass von 100.000 € in meinem Beispiel erhält Ihr Bruder aber bereits aufgrund gesetzlicher Erbfolge 50.000 €, so dass er in diesem Beispiel keinen Pflichtteilsergänzungsanspruch hat.
Hat Ihr Vater hingegen keinen Nachlass mehr hinterlassen, war also ohne Vermögen, ergibt sich der Pflichtteilsanspruch Ihres Bruders dann in 50 % des Schenkungswertes und hiervon 1/4.
Bei meinem Beispiel von 100.000 €, würde der Ergänzungsanspruch dann aus 50.000 € ermittelt und beträgt damit 12.500 €.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 2 Jahren.
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